Portioektopie – Was ist das?

Unregelmäßige Blutungen oder Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr sowie Ausfluss, können durch Veränderungen des Gewebes am Muttermund verursacht werden. Häufig bereitet die Gewebeveränderung keine Beschwerden.

An der Übergangsstelle von Gebärmutterhals (Zervix) und Scheide (Vagina) begegnen sich verschiedene Gewebeanteile. Den unteren Teil des Gebärmutterhalses, den Muttermund, bezeichnen Mediziner als Portio. In der inneren Gewebeschicht des Gebärmutterhalses befinden sich Drüsen. Dort bildet sich Schleimhaut. Im Gegensatz dazu hat die oberste Hautzellschicht der Vagina keine Drüsen. Im geschlechtsreifen Alter überlagern und verschieben sich Gewebeteile aus dem Muttermund und der Vagina. Solche Vorgänge werden von den Geschlechtshormonen beeinflusst. Gewebeveränderungen in diesem Bereich können harmlos sein, aber auch Entzündungen, Infektionen mit humanen Papillomaviren, Wucherungen wie Zysten und krankhaften Entwicklungen entsprechen.

Meist kann der Arzt bei der Blickuntersuchung einen geröteten Muttermund, erkennen, manchmal auch traubenförmige Gewebeauflagerungen. Eine Sekretprobe und eventuell weitere Untersuchungen geben Aufschluss über bestehende Entzündungen und Wucherungen wie Zysten, Polypen oder auch Feigenwarzen.

Eine solche Gewebeveränderung (Ektopie) muss, sofern sie keine Beschwerden verursacht und keine weiteren Veränderungen nach sich zieht, in der Regel nicht behandelt werden. Entzündungen oder verdächtige Gewebeentwicklungen werden je nach Befund entsprechend behandelt.

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Benigne uterine Erkrankungen: Was ist das denn?

– Das sind gutartige Erkrankungen der Gebärmutter.

Welche Erkrankungen gehören dazu?

Polypen

Polypen sind Ausstülpungen der Gebärmutterschleimhaut. Sie entstehen durch Gewebeveränderungen im Uterus, die operativ entfernt werden können, aber nicht entfernt werden müssen, meist auch nicht entdeckt werden, wenn sie keine Schmerzen verursachen.

Myome

Myome sind gutartige Tumore des Muskelgewebes der Gebärmutterhöhle. Auch sie bleiben häufig unentdeckt, es sei denn, sie verursachen Symptome wie Schmerzen, Blutungen, Unfruchtbarkeit).

Verursachen Polypen oder Myome Symptome, dann sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die Art, Anzahl, Größe und Lage der gutartigen Veränderung abzuklären und zusammen mit dem Arzt eine geeignete Behandlungsmethode zu finden.

Menorrhagie

sind lang anhaltende, sehr starke Monatsblutungen. Sie können u.a. auch durch Myome verursacht werden. Eine weitere Ursache kann die Gebärmutterschleimhaut sein, wenn sie zu stark aufgebaut wird. Viele betroffene Frauen leiden oft sehr lange, bevor sie zum Arzt gehen. Es gibt aber inzwischen sowohl bei Myomen als auch bei anders verursachter Menorrhagie eine ganze Reihe von Behandlungsmethoden, die organerhaltend und sehr schonend sind

Zysten

Dies sind ebenfalls gutartige Gewebeveränderungen. Zysten können aber im ganzen Körper auftreten. Befinden Sie sich an sprich der Gebärmutter oder den Eierstöcken, sind  häufig Hormonschwankungen der Auslöser für die Bildung einer Zyste. Auch Erkrankungen der Schilddrüse oder Funktionsstörungen der Nebennierenrinde können eine Bildung von Zysten begünstigen. Diese Art der Zysten bildet sich meist nach ca. sechs Wochen von allein wieder zurück. Daher ist ein operativer Eingriff oder eine andere Behandlung meist nicht nötig.

Allerlei Kräuter für Frauen

Angelika oder besser bekannt unter dem Namen Engelswurz
Bei der Angelika handelt es sich um eine hochwachsende Doldenart. Sie ist reich an Bitterstoffen und hilft bei inneren Infektionen. Sie stimuliert den Magen-Darm und verschafft auch Hilfe bei Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Blähungen sowie bei Regelschmerzen und Erschöpfungszuständen.

Melisse
Schon Paracelsus nannte die Melisse „medizinisches Gold“. Im Mittelalter musste sie per Verordnung in jedem Klostergarten angebaut werden.
Ihre krampflösende und beruhigende Wirkung macht die Melisse, die wegen ihres zitronenartigen Dufts auch Zitronenmelisse genannt wird, zu einem sanften und natürlichen Mittel bei Unruhezuständen und Schlafstörungen. Sie kommt überall dort zum Einsatz, wo rhythmische Abläufe gestört sind, so auch bei Herzbeschwerden, Magen-Darm-Störungen oder auch Menstruationsschmerzen.

Mistel
Die Mistel ist ein sogenannten Halbschmarotzer. Sie wächst in Kugelform auf verschiedenen Wirtsbäumen und entzieht diesen Wasser und die darin gelösten Mineralsalze. Ihre heilsame Wirkung erkannte man schon im Altertum. Sebastian Kneipp schätzte sie aufgrund ihrer kreislaufregulierenden Fähigkeiten. Heute wird sie in der Pflanzenheilkunde bei Blutdruckanomalien eingesetzt und hat auch in der Frauenheilkunde einen hohen Stellenwert.

Die Ringelblume
Sie gehört zur Familie der Korbblütler und blüht zwischen Juni und Oktober. Schon in der Antike wurde sie als Heilpflanze verwendet. Ihre üppigen Blüten sind ein hervorragendes Wundheilmittel.
Die Extrakte aus den Blüten der Ringelblume beschleunigen zudem die Heilung, indem sie die Bildung von neuem Bindegewebe unterstützen und immunstimulierende Eigenschaften aufweisen. Auch bei Entzündungen erweist sich die Ringelblume als hilfreich. Außerdem wird sie auch bei hohem Blutdruck, Husten und Krämpfen angewendet.

Schafgarbe
Die Schafgarbe ist ein echtes Multi-Talent: Aufgrund ihrer Bitterstoffe regt sie die Tätigkeit von Galle, Leber, Bauchspeicheldrüse und Magen an und fördert mit den krampflösenden und entzündungshemmenden Eigenschaften das Abklingen von Bauchschmerzen und Verdauungsbeschwerden. Bevorzugt angewendet wird sie jedoch in der Frauenheilkunde, da sie  bei Menstruationsleiden besonders wirkungsvoll ist. Auf Frauen in den Wechseljahren erzielt sie aufgrund ihrer hormonähnlichen Wirkung, die auf die enthaltenen Sterine zurückgeht, einen ausgleichenden Effekt.

Wermut
Mit seinem stark bitteren Aroma gehört der Wermut zu den Bitterkräutern, die u. a. eine träge Verdauung unterstützen. Schon ein alter Volksspruch besagt „Wermut ist für alles gut“ und Studien haben gezeigt, dass Wermut auch die Gedächtnisfunktion unterstützt. In der Volksheilkunde wird das Kraut neben Beschwerden des Magen-Darm-Trakts auch zur Wundheilung, bei Gicht, Rheuma, Zyklusstörungen und Schwermut angewendet.

Kinderwunsch und Gebärmuttervorfall – Geht das?

Oft sind natürliche Geburten der Verursacher einer Gebärmuttersenkung, da sie den Beckenboden belasten. Daher ist es nach der Geburt sehr wichtig, ein gutes Beckenbodentraining zu machen, damit die Muskeln effizient trainiert werden und eine evtl Senkung sich zurückbildet. Dazu ist ein Training für ein paar Monate nach der Geburt notwendig.

Sollte eine Senkung vorhanden sein, so ist diese kein Risikogrund für weitere Schwangerschaften. Es sollte allerdings darauf geachtet werden, dass nicht schwer gehoben wird.

Falls während der Schwangerschaft durch eine bestehende Senkung ein unangenehmes Druckgefühl oder Harndrang entstehen, gibt es die Möglichkeit, hier Abhilfe durch das Einsetzen eines Pessars zu schaffen.

Obwohl Bewegung während der Schwangerschaft gut ist, sollte dies bei einer Senkung nur in Maßen beherzigt werden. Je nach Schwere, kann es ab einer bestimmten Phase der Schwangerschaft notwendig sein, dass Ruhe und Liegen verordnet wird.

Für die Geburt stellt die Gebärmuttersenkung kein erhöhtes Risiko dar.

Gebärmuttervorfall (Prolaps)

Gebärmuttervorfall – Behandlung

Untersuchung
Nach eingehender Befragung, wird eine frauenärztliche Untersuchung zunächst im Liegen vorgenommen. Falls notwendig, wird sie im Stehen fortgeführt, um den Status bei Druckbewegungen zu untersuchen und den Schwere-Grad des Vorfalls bestimmen zu können. Ist dieser geklärt, können weitere Untersuchungen wie z. B. eine Ultraschalluntersuchung der Nieren ratsam, um einen Urinstau ausschließen zu können.

Es ist nicht grundsätzlich notwendig einen Prolaps zu behandeln. Allerdings kann er in schweren Fällen die Blasen- und Darmfunktion und/oder die Sexualfunktionen beeinträchtigen.

Behandlung eines Gebärmuttervorfalls
Es gibt inzwischen eine Reihe an Therapien.

Zu den sogenannten konservativen Methoden gehören:

  • Die Östrogen-Ersatztherapie
  • Entlastung durch Reduzierung des Körpergewichts
  • Spezielles Training des Beckenbodens, um die Muskulatur der Scheide zu stärken
  • Auch das Einsetzen eines Pessars kann eine Möglichkeit sein, die Organe daran zu hindern, weiter abzusinken. Sie wird jedoch inzwischen seltener angewendet, da Druckstellen entstehen können und sie regelmäßig ausgetauscht werden müssen.

Liegt ein schwerwiegender Uterusprolaps vor oder bestehen ausgeprägte Begleiterscheinungen wie eine Urininkontinenz, ist meist ein operativer Eingriff erforderlich. Dieser dient zur Wiederherstellung von Halteapparat der Geschlechtsorgane und Beckenboden. Dabei strafft der Operateur die Organe und bringt sie wieder in ihre ursprüngliche Position. Welches Operationsverfahren zur Anwendung kommt, richtet sich nach dem Ausmaß des Prolapses sowie dem Lebensalter der Patientin.

Sollte eine Gebärmuttersenkung vorliegen und die Patientin noch einen Kinderwunsch haben, raten die Ärzte von einer operativen Behandlung der Senkung ab, da eine Geburt die Resultate eines Eingriffes oftmals wieder unwirksam macht.

Kinderwunsch bei Gebärmuttersenkung

Gebärmuttervorfall (Prolaps) – Was ist das denn?

Der Gebärmuttervorfall (Uterusvorfall) ist die schlimmste Form der Gebärmuttersenkung. Die Senkung ist dabei so stark, dass die Gebärmutter durch den Geburtskanal gedrückt wird.

Dann tritt der Gebärmutterhals aus der Vagina hervor.  IN seltenen Fällen kann es auch zu einem sogenannten totalen Prolaps kommen. Dabei tritt die gesamte Gebärmutter aus der Scheide (Vagina), die dabei umgestülpt wird und ebenfalls außerhalb des Körpers tritt.

Die Gebärmutter wird durch Bänder und Muskeln innerhalb des Beckens gehalten. Werden die Bänder und Muskeln schwächer und dehnen sich, kann eine Senkung oder sogar ein Prolaps die Folge sein.

Die Ursachen für einen Gebärmuttervorfall sind die gleichen, die auch eine Senkung hervorrufen: Eine angeborene oder durch eine oder mehrere Geburten verursachte Bindegewebsschwäche. Das Risiko eines Prolaps steigt auch mit dem zunehmenden Lebensalter und der Senkung des Östrogenspiegels. Auch schwere körperliche Arbeit, durch die Druck auf die Beckenbodenmuskeln entsteht, gehört zu den Risikofaktoren, ebenso, Verletzungen während der Geburt, chronischer Husten, Verstopfung sowie Adipositas.

Symptome
Vaginale Blutungen können ebenso Anzeichen eines Gebärmuttervorfalls sein wie starker Ausfluss, Verstopfung, wiederholte Entzündungen der Harnblase. Zudem haben viele Betroffene ein ziehendes Gefühl in der Beckenregion.

Es kann zudem sein, dass Betroffene das Gefühl haben, auf einem Ball zu sitzen und Schwierigkeiten beim Geschlechtsverkehr haben.

Sollten diese Symptome auftreten oder sogar ein totaler Prolaps (Ausstülpung aus der Vagina) vorliegen, ist es ratsam, einen Arzt aufsuchen.

 

Menorrhagie: Was ist das?

Unter  einer  Menorrhagie versteht man eine Menstruationsstörung, bei der die Monatsblutung länger als sechs bis acht Tage dauert und/oder der Blutverlust mehr als 80 ml (normale Periode: 30 – 40 ml) innerhalb des Zyklus beträgt. Viele Frauen benötigen einen doppelten Schutz aus Tampon und Binde, den sie dennoch fast stündlich wechseln müssen.

Untersuchungen haben gezeigt, dass ca. 20 % aller Frauen im Alter von 30 – 50 Jahren unter einer Menorrhagie leiden.

Wer an einer Menorrhagie leidet, ist nicht nur in den täglichen Aktivitäten beeinträchtigt. Viele Frauen betrachten die Menstruationsstörung als extreme Einschränkung ihrer Lebensqualität. Ihre sexuelle Aktivität wird eingeschränkt, ihr soziales und berufliches Leben wird stark von der Periode beeinflusst. Da der Blutverlust sehr hoch ist, kommt es zu einem Eisenmangel, zu Kreislauf-Problemen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit bis hin zur Bettlägerigkeit kommen. Nicht wenige Frauen klagen zudem über zunehmende Regelschmerzen (Dysmenorrhoen) und Kopfschmerzen. Wird die Menorrhagie nicht behandelt, kann es sogar zu Depressionen kommen.

Starke Blutungen ohne vorliegende, krankhafte Gewebeveränderung in der Gebärmutter werden auch als dysfunktionelle uterine Blutungen (DUB) bezeichnet, während abnorme uterine Blutungen (AUB) die Blutungen bezeichnen, die durch gutartige Gewebeveränderungen wie z. B. Myome und Polypen oder auch durch bösartige Gewebeveränderungen verursacht werden.

Diagnostiziert wird die Ursache für die jeweilige Blutungsstörung durch Anamnese, gynäkologische Untersuchung und Ultraschall. Zusätzlich erforderlich sind eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) und eine Gewebeentnahme (Abrasio) zur genauen Abklärung der Blutungsursache.

Mehr dazu unter www.rettet-die-gebaermutter.de/ursachen

 

 

Myome und Schwangerschaft

Grundsätzlich ist es möglich, auch mit einem vorhandenen  Myoms schwanger zu werden. Dies ist abhängig von der Lage und Größe des Myoms.

Ein Myom, das unter der Gebärmutterschleimhaut wächst, könnte die Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut behindern.

Die Fruchtbarkeit kann zudem durch die Verformung der Gebärmutter bei großen Myomen oder durch den eventuell entstehenden Druck auf die Eileiter oder den Gebärmutterhals beeinträchtigt werden.

Oftmals verursachen Myome starke und lang anhaltende Blutungen. Auch dies kann ein Hindernis für die Schwangerschaft sein.

Vor allem Myome, die im Innern der Gebärmutter (submuköse Myome) und innerhalb der Gebärmutterwand (intramurale Myome) liegen, können eine Schwangerschaft verhindern.

Wenn Frauen bereits ein oder mehrere Myome haben, kann es sein, dass diese durch die hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft wachsen und dadurch die Entwicklung des Kindes beeinflussen. Es ist deshalb wichtig, zusätzliche und regelmäßige Kontrollen beim Arzt machen zu lassen.

Grundsätzlich sind aber normal verlaufende Schwangerschaften trotz Myom möglich.
Nach der Geburt und beim Stillen bilden sich die Myome häufig zurück.

Falls die Myome durch ihre Größe und Lage eine Schwangerschaft verhindern, so besteht die Möglichkeit, zunächst die Myome zu entfernen oder zu schrumpfen. Dazu gibt es heute verschiedene, die Gebärmutter schonende sowohl operative als auch medikamentöse Verfahren.

Weitere Informationen finden Sie auch auf unserer Webseite: www.rettet-die-gebaermutter.de/myombehandlung

PMS – Die Tage vor den Tagen

Etwa jede vierte Frau im gebärfähigen Alter leidet vor der Regelblutung unter einem prämenstruellen Syndrom (PMS).

Die genaue Ursache für PMS ist bis heute unbekannt. Man geht aber davon aus, dass die Symptome durch die natürlichen Hormonschwankungen im Zyklus bedingt sind und dass Frauen unterschiedlich empfindlich darauf reagieren.

Zu den häufigsten körperlichen Symptomen in den Tagen vor der Menstruation zählen

  • empfindliche oder spannende Brüste
  • Rückenschmerzen
  • Kopfschmerze
  • Heißhungerattacken
  • Verdauungsprobleme
  • ein Blähbauch sowie eine
  • Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen in Beinen und Händen.

Bei anderen Patientinnen beeinträchtigt das PMS ihre Stimmung und Psyche:

  • Antriebslosigkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • Stimmungsschwankungen
  • depressive Verstimmungen
  • Schlafstörungen

Hilfe bringen – neben der Wärmflasche –  Entspannungsübungen, regelmäßiger Sport, viel Schlaf helfen. Wer zu Wassereinlagerungen neigt, sollte während der 2 Zyklushilfe auf Zucker, Nikotin und Coffein und Salz verzichten.

Bei einigen Frauen ist der Verlauf des PMS so schwer, dass man medizinisch von einer prämenstruellen dysphorischen Störung („premenstrual dysphoric disorder“, PMDD) spricht. Dabei sind psychische Symptome wie etwa Depressionen, Reizbarkeit, Aggressivität und Antriebslosigkeit so ausgeprägt, dass ein immenser Leidensdruck besteht. Treten diese Symptome auf, solle ein Arzt aufgesucht werden.

Erst Kaiserschnitt und später Gebärmutterentfernung?

Quelle: aerzteblatt.de

Bei einer Hysterektomie kommt es sehr viel häufiger zu Kompli­kationen, wenn die Frau in den Jahren davor per Kaiserschnitt von einem Kind entbun­den wurde. Dies ergab eine bevölkerungsbasierte Kohortenstudie aus Dänemark.

Der Kaiserschnitt ist zur häufigsten größeren chirurgischen Operation geworden. Welt­weit soll bereits fast jedes fünfte Kind so entbunden werden, in einigen Ländern, etwa in Südamerika, ist es bereits jedes zweite Kind. Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich hier Bequemlichkeit und Prestigedenken der Schwangeren mit den ökonomischen Interessen der Geburtskliniken paaren.

Ohne medizinische Indikation unnötiges Risiko

Es steht außer Zweifel, dass ein Kaiserschnitt in einzelnen Fällen Gesundheit und Leben von Mutter und/oder Kind retten kann. Wenn sie aber ohne medizinischen Grund erfolgt, ist vor allem die Mutter unnötigen Risiken ausgesetzt. Dazu gehören Blutinfusionen und Wundinfektionen, Komplikationen bei späteren Schwangerschaften sowie Schmerzen infolge von Verwachsungen.

Die Untersuchung von Sofie Lindquist von der Universität Aalborg und Mitarbeitern zeigt nun, dass es auch nach späteren Hysterektomien häufiger zu Komplikationen kommt. Hysterektomien sind ebenfalls häufige Operationen. In Dänemark wird bei jeder zehnten Frau der Uterus entfernt. Zu mehr als 80 Prozent geschieht dies wegen gutartiger Erkrankungen wie Myomen, Menstruationsstörungen, Prolaps/Inkontinenz oder auch wegen Schmerzen (etwa aufgrund von Verwachsungen nach einem Kaiser­schnitt). Wie beim Kaiserschnitt ist auch die Indikation vieler Hysterektomien strittig.