Kleine Geschichte der Gebärmutterentfernung

Erste Versuche, eine Gebärmutterentfernung durchzuführen, ließen sich bis ins 1. Jahrhundert zu Zeiten des Soranos von Ephesos belegen. Doch laut den vorhandenen Unterlagen, überlebte bis ins 19. Jahrhundert kaum eine Frau die Hysterektomie.

Die erste nachgewiesene Gebärmutterentfernung wurde 18812 von Giovanni Battista Palletta in Mailand unbeabsichtigt gemacht, bei dem Versuch, den Gebärmutterhals wegen eines Karzinoms zu entfernen.

Vollständige Hysterektomien wurden fast immer vaginal durchgeführt – allerdings ohne wissenschaftliche Basis und eher auf gut Glück und meist ohne anatomische Kenntnisse.

Ab dem 19. Jahrhundert setzten erste wissenschaftliche und systematische Operationen ein, vor allem bei Krebspatientinnen. Die Sterblichkeitsrate (Mortalität) war extrem hoch, aber man begann Fehler zu analysieren und die Techniken konsequent zu verbessern.

Mit der Einführung des Chloroforms im Jahr 1847 wurde die Operation klinisch praktikabel. Interessant ist, dass eine Operation über einen Bauchschnitt erst 1878 bekannt ist. Doch durch die Weiterentwicklung der vaginalen Methode wurde sie relativ schnell wieder verdrängt.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Hysterektomie zuweilen auch zur Therapie der Hysterie angewandt. Man nahm an, die Hysterie sei eine typisch weibliche Eigenschaft und hänge mit der Gebärmutter zusammen, eine Vorstellung, die sich bis in die Antike zurückverfolgen lässt.

Das 20. Jahrhundert ist vor allem gekennzeichnet durch eine Verbesserung der Geräte und Techniken um die eigentliche Operationstechnik herum, bessere Nähte, Narkose, Beleuchtung, Lagerung, Hygiene, Bluttransfusionen usw. Es wurde ein umfassender Atlas der gynäkologischen Operationen herausgegeben. Die Operationen wurden sicherer, die Operationsmorbidität konnte in den unteren Prozentbereich gesenkt werden.

Besonders die Entwicklung der Elektrochirurgie und auch neuer endoskopischer Instrumente bereiteten den nächsten wesentlichen Schritt vor, die größeren laparoskopischen Eingriffe. Es konnten nicht nur große radikale Krebsoperationen laparoskopisch durchgeführt werden, auch können nun Hysterektomien weniger belastend für die Patientinnen angeboten werden. Die Rekonvaleszenszeiten sind deutlich kürzer und auch der Weg zu ambulanten Hysterektomien scheint geebnet zu sein.

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