Die Geschichte der Menstruation

In der Geschichte haben sich hauptsächlich Männer mit der wissenschaftlichen Bedeutung der Menstruation beschäftigt. Dabei hielten sie ihren eigenen Körper für den Ausgangspunkt und Frauen für die Wesen, die davon abwichen. Sie sahen Frauen dabei immer als unfertigen Mann. Kein Wunder also, dass sie die Menstruation in dem Zusammenhang als etwas Anormales ansahen.

Und was sagten die Gelehrten der Antike?
Der griechische Philosoph Pythagoras nahm an, die Menstruation sei ein Überfluss an Nährstoffen, der ausgeschieden wird.
Hyppokrates vermutete, die Konstitution der Frau sei feuchter, weniger dicht und schwächer als die des Mannes. Der Überschuss an Säften musste seiner Meinung nach deshalb regelmäßig abfließen.

Mittelalter und Renaissance
Menstruation wurde im Mittelalter als ein negativer Vorgang angesehen, der auf die Minderwertigkeit der Frau hindeutete.

Auch Hildegard von Bingen hielt die Menstruation für eine Folge des Sündenfalls. Allerdings hob sie als Einzige und Erste deren lebensspendenden Aspekt hervor und deutete die Menstruation als Zeichen der Fruchtbarkeit.

Zu Beginn der Renaissance unterschied sich der Stand der Wissenschaft nicht von dem in der Antike – in Bezug auf die Menstruation.

Aufklärung, 17./18. Jahrhundert
Die Aufklärung veränderte die Einstellung der Menschen zur Natur maßgeblich. Natur an sich hielten sie für etwas Chaotisches und Gefährliches, das bekämpft und beherrscht werden musste.

Frauen galten nun nicht mehr als unvollendeten Männer, sondern als gänzlich gegensätzliche Wesen und standen für eben jene gefährliche Natur, Körperlichkeit, den Aberglauben und Tradition, wohingegen Männer für Kultur, Geistigkeit, abstraktes Denken, die Wissenschaft und damit auch für den Fortschritt standen.

Frauen mussten beherrscht, aber auch systematisch studiert werden, da in ihnen die Naturgesetze hervortraten.

19. Jahrhundert
Mit der Verbreitung der Evolutionstheorie und dem daraus abgeleiteten Sozialdarwinismus rückte der Mann, speziell der weiße Mann, an die oberste Stelle der menschlichen Hierarchie.

Die Frau war im Vergleich zum Mann ein Wesen, dessen Andersartigkeit mit Invalidität gleichgesetzt wurde. Einerseits war sie zur Mutterschaft berufen, wurde aber als kränklich angesehen, was man mit ihren körperlichen Schwächen erklärte. Als eine davon galt die Menstruation zu einem Leidenszustand und notwendigen Übel degradiert wurde.

20. Jahrhundert!
Einige Ärzte sahen in der Menstruation eine nicht ausgelebte Schwangerschaft. Sie waren der Meinung, dass jede von der Natur zur Reife gebrachte Eizelle auch ihrer Bestimmung zugeführt werden müsse. Deshalb sei es für die Gesundheit der Frauen unerlässlich, dass sie zwischen der Menarche und der Menopause permanent schwanger seien, um niemals zu menstruieren. Die Mutterschaft und die liebevolle und völlige Hingabe an diese Aufgabe galt als einziger Daseinszweck der Frauen.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.