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Pressereferentin der Initiative Rettet die Gebärmutter

Gebärmutterhalskrebs – Grundsätzliches

Der Gebärmutterhals (Zervix uteri) ist der untere Teil der Gebärmutter. Er ist sehr anfällig für Zellveränderungen, wobei diese anfangs meist unbemerkt bleiben. Sind die Zellveränderungen bösartig, spricht man von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom).

Im Unterschied zu anderen Krebsarten, kann Gebärmutterhalskrebs auch bei jüngeren Frauen auftreten: Etwa die Hälfte aller Betroffenen ist jünger als 52 Jahre. Am häufigsten erkranken Frauen zwischen 40 und 49 Jahren. Im Jahr 2008 betraf dies insgesamt rund 4.880 Frauen in Deutschland.

Das Zervixkarzinom entsteht durch eine anhaltende Infektion mit bestimmten Typen der sogenannten Papillomaviren (HPV). Seit einiger Zeit gibt es gegen einige der am häufigsten krebsauslösenden Virustypen eine vorbeugende Impfung.
Die Impfung bietet jedoch keinen hundertprozentigen Schutz. Deshalb sollten alle Frauen die regelmäßigen Krebsvorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen.

Wenn die Erkrankung im Frühstadium erkannt wird, sind die Heilungschancen am größten!

Was sind Anzeichen für Gebärmutterhalskrebs?
Anzeichen können vor allem Blutungen sein, die nach dem Geschlechtsverkehr oder außerhalb des Monatszyklus auftreten sowie unangenehm riechender Ausfluss. Auch Schmerzen beim Sex sowie Schmerzen im Bereich des Beckens können Symptome sein.

Wenn das Karzinom im umliegenden Gewebe eingewachsen ist, kann dies zu Blut im Urin, zu Harnwegsinfekten oder Rückenschmerzen führen.

Vorsorgeuntersuchung
Frauen ab 20 Jahren haben Anspruch auf eine jährliche Krebsvorsorgeuntersuchung.
Im Rahmen der Untersuchung sieht sich der Arzt den Muttermund an und entnimmt je einen Abstrich von dort und aus dem Gebärmutterhalskanal. Im Labor werden die Abstriche aufbereitet und nach Zellveränderungen untersucht (PAP-Test).

Diagnose
Werden beim Abstrich leichte Veränderungen festgestellt, sind außer der Routinekontrolle nach einem Jahr keine weiteren Maßnahmen notwendig.

Bei einer mittleren Veränderungsstufe wird in der Regel in Abständen von drei bis sechs Monaten der Abstrich kontrolliert. Sollten sich die Veränderungen nach zwei Kontrolluntersuchungen nicht positiv verändert haben, muss eine weitere Abklärung  durch eine Lupenuntersuchung des Gebärmutterhalses (Kolposkopie) vorgenommen werden. Dabei wird auch eine Gewebeprobe (Biopsie) durchgeführt.
Dieses Verfahren wird auch angewendet, wenn bei einer Routineuntersuchung größere Veränderungen festgestellt werden.

Sollten in den Gewebeproben Krebsvorstufen gefunden werden, ist eine Behandlung nötig. Je nach Lage wird ein kegelförmiges Stück des Gewebes herausgeschnitten (Konisation). Durch dieses Verfahren wird sichergestellt, dass auch die veränderten Zellen im Innenbereich des Gebärmutterhalses entfernt werden. Das entfernte Gewebe wird in der Regel untersucht, um zu überprüfen, ob der gesamte betroffene Bereich erfasst wurde.

In einigen Fällen, wenn sichergestellt wurde, dass die Zellveränderung nur außen, im Bereich des Muttermundes vorkommt, können die betroffenen Zellen mittels Laser oder Kälteanwendung (Kryotherapie) örtlich zerstört werden.

Liegt laut den Ergebnissen der Gewebeuntersuchung keine Krebsvorstufe, sondern ein Gebärmutterhalskrebs vor, wird zunächst die Größe des Tumors und seine eventuelle Ausbreitung auf andere Organe im Becken untersucht. Dies geschieht durch Abtastung und Ultraschalluntersuchung der Beckenorgane sowie einem MRT (Magnetresonanztomographie) der Leber und der Nieren.

Sollte es unklar sein, ob Darm und Blase ebenfalls betroffen sind, wird dies durch eine Spiegelung der Organe  untersucht.

Was ist ein PAP-Test?

Der Papanicolaou-Abstrich oder kurz PAP-TEST, mit dem eine frühe zytologische Diagnose des Gebärmutterkrebses in Reihenuntersuchungen möglich ist, wurde nach George Nicolas Papanicolaou benannt. Der 1883 in Griechenland geborene Arzt und Pathologe entwickelte den Test 1928 an der Cornell-Universität in New York. Seit 1940 wird diese Untersuchung von Frauenärzten routinemäßig durchgeführt.

Die einfache und kostengünstige Methode ermöglicht es, die leichten und noch nicht invasiven Vorformen des Gebärmutterhalskrebses zu erkennen, die sehr einfach operativ zu entfernen sind. Dadurch ist es seitdem möglich, das Vorkommen der Krebsart deutlich zu reduzieren.

Menstruationsbeschwerden – Tipps zur Linderung

Ein paar Anregungen zur Ernährung hatten wir bereits in einem anderen Artikel zu Menstruationsbeschwerden während der Menstruation gegeben.

Hier kommen weitere Tipps, die helfen, die Schmerzen zu lindern:

Heilkräuter bei Menstruationsbeschwerden
Am besten ein paar Tage vorher bereits rein prophylaktisch Kräutertees trinken, die darauf spezialisiert sind, Verspannungen zu lösen und Krämpfe zu verhindern, z. B. das Kraut gegen Krämpfe: das Gänsefingerkraut. Mehrmals täglich eine Tasse Tee trinken (1 Teelöffel getrocknetes Kraut auf 150 bis 200 Milliliter heißes Wasser – 5 Minuten ziehen lassen).

Außerdem sind bei Menstruationsbeschwerden wirkungsvoll: Frauenmantel, Schafgarbe, Beifuss, Majoran, Oregano, Kamilleblüten und Zitronenmelisse. Davon kann man bis zu vier Kräuter mischen und die Teemischung mit etwas geriebenem frischem Ingwer würzen.

Ingwer lindert Krämpfe
Ingwer wärmt zudem von innen, entspannt und lindert Schmerzen. Ingweröl kann man leicht selbst herstellen, indem man frischen Ingwer reibt und durch ein Mulltuch presst. Den entstehenden Ingwersaft vermischen man dann im Verhältnis 1 : 5 mit Sesamöl. Das Ingweröl kann man wunderbar zum sanften einmassieren auf die schmerzenden Stellen nutzen. Das wärm und entspannt.

Petersilie
Petersilie ist ein unterschätztes Kraut. Unter anderem fördert sie die Durchblutung der Unterleibsorgane und führt so zu einer problemlosen Menstruation. Petersilie reinigt zudem das Blut, desinfiziert und entgiftet.

Wärmflasche und Co: Wärme lindert Menstruationsbeschwerden
An eine Wärmflasche oder heiße Vollbäder kennen die meisten betroffenen Frauen. Die entspannende, schmerzlindernde Wirkung von Bädern kann durch den Zusatz von Johanniskrautöl aber noch verstärkt werden.

Bananen heben die Stimmung
Täglich ein bis mehrere Bananen sind gut für die Laune. Denn Bananen enthalten ungewöhnlich viel Vitamin B6, welches den Blutzuckerspiegel reguliert und damit die Stimmung positiv beeinflusst.

Bewegung entkrampft
Schon klar: Am liebsten möchte man sich mit einer Wärmflasche aufs Sofa setzen. Aber tatsächlich kann leichte Bewegung schmerzlindernd wirken. Ein Spaziergang oder leichtes walken in der frischen Luft oder der Yoga-Sonnengruß beispielsweise schadet nicht und lenkt von den Schmerzen ab. Zudem wird die Durchblutung angeregt, die Muskulatur gelockert und nicht zuletzt: man wird abgelenkt.

Weitere Infos unter: www.rettet-die-gebaermutter.de

 

Menstruationsbeschwerden – Warum?

Viele Frauen leiden jeden Monat aufs Neue: Immer wenn sie ihre Periode bekommen. Krämpfe und Schmerzen im Unterleib beeinträchtigen das Leben und setzen frau stundenlang außer Gefecht – und das gleich mehrere Tage lang. Die Schmerzen (Dysmenorrhö) entstehen durch Kontraktionen der Gebärmutter, die sich von den Resten der Gebärmutterschleimhaut befreit, die vorbereitet waren, das befruchtete Ei einzunisten. Wenn keine Schwangerschaft vorliegt werden sie mit der Menstruation aus dem Körper gespült.

Neben den Schmerzen durch die Kontraktionen leiden manche Frauen zusätzlich unter Magenschmerzen, starker Erschöpfung, Rückenschmerzen (oft bereits 2-3 Tage bevor die Regelblutung beginnt), zum Teil auch Erbrechen, Durchfall und Schmerzen in den Beinen.

Bei einigen Frauen kommt regelmäßig eine starke Gereiztheit bis hin zu Depressionen hinzu. Ein monatliches Martyrium für die betroffenen Frauen, aber unter Umständen auch für die Menschen in ihrer Nähe.

Inzwischen sind die Verursacher der Menstruationsbeschwerden bekannt: Sogenannte Prostaglandine. Das sind Gewebshormone, die sich in der Gebärmutterschleimhaut befinden. Sie fördern Schmerzen bzw. deren Wahrnehmung. Außerdem lösen sie Entzündungen aus, führen zur Verengung der Blutgefäße und verstärken dadurch die Blutgerinnung.

Schmerzmittel sind zur Linderung nicht geeignet. Im Gegenteil verstärken und verlängern sie die Schmerzen sogar, weil sie zwei körpereigenen „Hilfsmaßnahmen“ hemmen.

Was hilft?
Einiges kann frau selbst zur Linderung der Beschwerden tun, wenn sie beispielsweise in dieser Zeit auf tierische Produkte verzichtet und stattdessen den Fettbedarf durch pflanzliche Öle ersetzt. Lein- und Hanföl oder Walnussöl eignen sich sehr gut für Salate und Rohkost, ebenso ein gutes Extra natives Olivenöl, dass man zusätzlich auch zum Kochen verwenden kann.

Zusätzlich hilft es, wenn z. B. der Salz- und Zuckerkonsum sowie Milch und Kaffee reduziert werden. Stattdessen hilft es, viel Wasser zu trinken und reichlich Gemüse zu essen, vor allem grüne Gemüse wie Spinat, Salat, Mangold, Kräuter, aber auch Nüsse und Obst.

Krampflösende Gewürze, mit denen man leckere Gerichte verfeinern kann sind Fenchel, Anis, Zimt, Kardamom, Koriander und Vanille.

Präeklampsie – Kam das nicht in Downton Abbey vor?

Ja, aber wer gedacht hat, das sei eine Erkrankung, die es nur Anfang des 20. Jahrhunderts gegeben hat, irrt sich. Präeklampsie gibt es auch heute noch.

Bei einigen Schwangeren beginnt es mit Symptomen wie Kopfweh und Augenflimmern oder Schmerzen im Oberbauch. Andere gehen ahnungslos zur Vorsorgeuntersuchung und bekommen dort unerwartet die Diagnose: Präeklampsie. Dahinter verbirgt sich ein erhöhter Blutdruck, mit Eiweißausscheidungen im Urin, die nach der 20. Schwangerschaftswoche auftreten. Jedes Jahr erkranken in Deutschland daran etwa zwei von 100 Schwangeren.

Die Präeklampsie ist immer noch die gefährlichste Komplikation in der Schwangerschaft. sagt. Sie kann dramatisch Auswirkungen auf Mutter und Kind haben.

Die Krankheit bleibt oft von den Frauen unbemerkt
Das ist das Tückische daran: Die meisten Frauen bemerken nichts. Ein Hinweis können starke Wassereinlagerungen sein, die bereits in der 28. Schwangerschaftswoche durch angeschwollene Finger oder ein aufgedunsenes Gesicht deutlich werden. Treten solche Anzeichen auf, sollte sich die betroffene Frau bei ihrem behandelnden Arzt melden. Das muss nicht zwangsläufig auf eine Präeklampsie hinweisen. Es kann auch andere Ursachen haben, ebenso wie Kopf- oder Oberbauchschmerzen. Dennoch sollte frau bei diesen Anzeichen zum Arzt gehen.

Gefährlich wird eine Präeklampsie, wenn andere Organe wie etwa die Nieren und die Leber nicht mehr richtig arbeiten, sich Wasser in der Lunge sammelt, Blutzellen kaputtgehen oder die Plazenta nicht mehr richtig durchblutet wird.

Wann handelt es sich um Präeklampsie?
Ab einem Blutdruck von 140/90 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg), der zusammen mit Eiweißausscheidungen im Urin (mindestens 300 Milligramm in 24 Stunden, nachgewiesen im Sammelurin) auftritt, besteht eine Präeklampsie. Wenn zusätzlich starke Kopfschmerzen, kindliche Wachstumsstörungen oder Oberbauchschmerzen, handelt es sich um eine schwere Präeklampsie.

Wie entsteht Präeklampsie?
Die Gründe sind unklar. Man weiß inzwischen, dass eine schlechte Einnistung der Plazenta zu Beginn der Schwangerschaft ein Hinweis sein kann. Die Plazenta arbeitet dann nur eingeschränkt, wodurch Abbauprodukte in den Kreislauf der Mutter gelangen. Gibt es Vorerkrankungen, ist die Gefahr einer Präklampsie erhöht. Gründe dafür, warum das passiert, sind bislang nicht bekannt.

Die Krankheit ist vor allem vor der 34. Schwangerschaftswoche problematisch, weil sie plötzlich auftreten kann und häufig besonders schwer verläuft. Dem Kind droht dann eine Mangelversorgung. Es wächst langsamer und einzelne Organe werden nicht ausreichend durchblutet. Außerdem besteht das Risiko, dass sich die Plazenta vorzeitig ablöst – die Frauen müssen sofort in die Klinik. Eine weitere Gefahr für die Mutter ist eine Hirnblutung durch den stark erhöhten Blutdruck.

Experten bezeichnen Präeklampsie als eine der Haupttodesursachen in der Schwangerschaft in Deutschland. Umso wichtiger ist es, gefährdete Frauen – die etwa Diabetes mellitus oder einen Bluthochdruck haben, übergewichtig sind, durch eine künstliche Befruchtung schwanger geworden sind oder Präeklampsie in der Familie haben – zu identifizieren. Bei Risikopatienten kann der Frauenarzt mit einem Doppler-Ultraschall feststellen, ob das Kind gut versorgt wird.

Therapie einer Präeklampsie
Frauen mit hohem Risiko bekommen zur Vorbeugung niedrig dosiert Acetylsalicylsäure (ASS). Wichtig in der Therapie einer Präeklampsie ist, den Kreislauf zu stabilisieren. Dazu gehört nach derzeitigem Wissenstand auch, den Blutdruck zu senken, um die Schwangere zu schützen. Ob auch das Ungeborene davon profitiert, ist noch unklar. Allerdings darf eine solche Therapie laut Leitlinien nur in der Klinik begonnen werden, um die Frau und das Baby optimal überwachen zu können. Treten zusätzlich Krampfanfälle auf, sprechen Mediziner von einer Eklampsie.

Wenn möglich, versuchen die Gynäkologen, den Kreislauf der Mutter zu stabilisieren. So können sie mitunter ein paar Tage gewinnen und mit Medikamenten die Lungenreifung des Kindes fördern. Muss die Schwangerschaft schnell beendet werden, sollten Intensivmediziner vor Ort sein, um das Kind bestmöglich zu versorgen.

Die späte Präeklampsie
Die späte Präeklampsie ist weitaus häufiger als die frühe und in der Regel unproblematisch. Bei einer Präeklampsie in der 38. Woche kann die Frau oft ganz normal entbinden. Die Geburt wird dann eingeleitet, bevor es zu möglichen Komplikationen kommt. Ein Kaiserschnitt ist dabei nicht zwingend notwendig.

Spezialisten zum Thema sind u.a.:

Vivantes Klinikum Neukölln, (Dietmar Schlembach, Chefarzt der Klinik für Geburtsmedizin) ist auf die Behandlung spezialisiert.

Stefan Verlohren, Leiter der Arbeitsgruppe Präeklampsie an der Klinik für Geburtsmedizin der Berliner Charité

Vulvodynie???

Vulvodynie bedeutet so viel wie „Schmerzen im Bereich der Vulva“, für die keine gynäkologische Ursache gefunden werden kann.

Das Phänomen ist nicht neu, aber es ist trotzdem nur wenig bekannt, auch unter Ärzten.

Betroffene Frauen bemerken zunächst Schmerzen beim oder nach dem Geschlechtsverkehr. Das kann bereits beim ersten Geschlechtsverkehr der Fall sein, dann spricht man von einer primären Vulvodynie oder es beginnt erst später (sekundäre Vulvodynie). Außerdem kommen die die Schmerzen bei einem Teil der Frauen ausschließlich bei Berührungen, wie beim Geschlechtsverkehr vor, bei anderen sind sie völlig unabhängig davon und treten beispielsweise im Sitzen oder bei Bewegungen wie beispielsweise beim Laufen auf.

Mögliche Symptome können sein, dass es aufgrund von Schmerzen unmöglich ist, einen Tampon in die Scheide einzuführen, eine frauenärztliche Untersuchung machen zu lassen, Geschlechtsverkehr auszuüben. Die Schmerzen können aber auch ohne äußeren Anlass im Bereich von Scheide und Vulva auftreten und bis zu Enddarm, After, Harnröhre und Damm ausstrahlen.

Man hat festgestellt, dass häufig bevor die Schmerzen zum ersten Mal auftraten, ein Infektionen vorangegangen war, z. B. eine Pilzinfektion. Daher sollte man dies als erstes vom Frauenarzt überprüfen lassen. Wenn von gynäkologischer Seite nichts festgestellt werden kann, die Schmerzen aber unverändert fortbestehen, beginnt für die Frauen sehr oft eine frustrierende Odyssee. Leider bleiben meist auch die Untersuchungen bei Hautärzten, Orthopäden, Neurologen ohne Befund.

Auch ganzheitliche Mediziner, Homöopathen und Heilpraktiker erreichen in der Regel auch keine wesentliche Schmerzlinderung.

Nicht selten endet die Suche nach einer schmerzlindernden Lösung beim Psychologen oder Psychotherapeuten, wo nach seelischen Ursachen gefahndet wird. Inzwischen ist jedoch klar, dass Vulvodynie keine psychische Erkrankung ist! Was nicht heißt, dass die Erkrankung und deren Auswirkungen auf das Leben der betroffenen Frauen nicht Auswirkungen auf deren Psyche haben kann und nicht selten Depressionen zur Folge haben.

Dennoch: Vulvodynie ist eine Schmerzkrankheit, deren Ursachen körperlicher Natur sind.

Der allerwichtigste Schritt ist daher die richtige Diagnose. Wenn frau weiß, woran sie leidet, ist dies schon eine Erleichterung für sie.

Leider ist der normale Weg zur Diagnose und letztendlich zur Therapie, die beschriebene Odyssee von einem Facharzt um nächsten. Denn nur durch das Ausschlussprinzip, können andere Erkrankungen erkannt oder ausgeschlossen werden. Wenn dies allerdings bereits unter der Verdachtsdiagnose einer Vulvodynie geschieht, können alle notwendigen Untersuchungen von Anfang an sehr viel zielgerichteter erfolgen.

Studien zufolge sollen mindestens 20 Prozent aller Frauen wenigstens einmal in ihrem Leben an chronischen Beschwerden und/oder Schmerzen im Vulvabereich leiden!

Bis jetzt ist noch nicht klar, was genau die Ursache für diese oft brennenden, manchmal auch stechenden oder Rasiermesser-artigen, oft unerträglichen Schmerzen ist. Sehr wahrscheinlich gibt es verschiedene Ursachen, die zusammenwirken können und im Endeffekt zu demselben Krankheitsbild führen.

Eine ganz wichtige Rolle spielt dabei das Nervensystem:

  • Eine Störung im Bereich der kleinsten Nervenendigungen kann bestehen. Durch krankhafte gestörte Nervenenden laufen vermehrt entzündliche Reaktionen im Gewebe ab.
  • Bestimmte Beckennerven können geschädigt sein.
  • Eine generelle Veränderung des Schmerzempfindens und der Schmerzverarbeitung im Gehirn ist ebenfalls in der Diskussion.

Weitere wichtige Rollen spielen:

  • das Immunsystem
  • eventuelle Störungen im Gerinnungssystem
  • der Beckenboden
  • eine verminderte Durchblutung im Beckenbereich.

Auch wenn es im Einzelfall nicht immer möglich ist, die ganz spezielle Ursache zu finden, so gibt es bereits etliche Therapiemöglichkeiten.

Medizinische Maßnahmen
Folgende medizinischen Maßnahmen können angewendet werden:

  • In jedem Fall jegliche Vermeidung örtlicher Reize
  • Lokale Therapie mit speziellen Cremes, die beispielsweise Östrogen oder ein örtliches Betäubungsmittel enthalten
  • Medikamente, die bei chronischen Schmerzen zum Einsatz kommen
  • Biofeedbacktraining des Beckenbodens
  • Radiofrequenztherapie
  • Neuromodulation
  • Chirurgische Ausschneidung des Gewebes um den Scheideneingang

Eine gezielten Schmerztherapie kommt dabei die oberste Bedeutung zu. Das Aufsuchen eines Schmerztherapeuten, der sich mit diesem Krankheitsbild auskennt, ist daher vordringlich. Es geht darum, die Schmerzen soweit so weites geht zu mindern oder sogar völlig auszuschalten, damit die Betroffenen ihre Lebensqualität zurück bekommen.

 

 

Vaginale Entzündungen und Infektionen – Was tun?

Die Schleimhaut der Vagina ist normalerweise gut aufgebaut und sorgt für die nötige Feuchtigkeit für ein gesundes Gleichgewicht. Sie produziert die Nahrungsgrundlage für spezifische Bakterien, die die Vagina besiedeln. Ihr Aufbau und ihre Funktionen werden durch die körpereigenen Östrogene reguliert. Für ein gesundes, saures Milieu sorgen sogenannte Milchsäurebakterien (Laktobazillen) mit einem pH-Wert von 3,8 – 4,5, in dem Krankheitserregern nicht wachsen können.

Dieses empfindliche Gleichgewicht kann durch verschiedene Faktoren gestört werden und die Anzahl der Laktobazillen verringern, z. B.:

  • Hormonumstellung in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren
  • Niedrig dosierte Verhütungsmittel
  • Behandlung mit Antibiotika
  • Spermienabtötende Gele
  • Scheidenspülungen
  • Übertriebene Intimhygiene

Symptome einer Entzündung

Wenn das vaginale Gleichgewicht gestört ist, macht sich das meist zunächst in einem unangenehmen Ausfluss bemerkbar, der in Farbe und Menge anders ist, als normalerweise. Manchmal entwickelt er auch einen unangenehmen Geruch. Auch Brennen, Juckreiz bis hin zu Schmerzen können Anzeichen dafür sein, dass eine Entzündung vorliegt. In diesem Fall sollte der Frauenarzt aufgesucht werden, damit möglichst frühzeitig eine Abklärung und Behandlung gemacht wird.

Gerade in der Schwangerschaft kann eine Infektion das Risiko einer Frühgeburt steigern. Aber auch sonst kann eine verschleppte Entzündung z. B. zu langfristigen Harnwegsinfekten führen.

Erreger von Entzündungen

Erreger können Pilze wie die sogenannten „Candida albicans“ sein, die normalerweise harmlos sind und auf immer auf Haut und Schleimhäuten zu finden sind. Bei gestörtem Schleimhaut-Gleichgewicht breiten sie sich jedoch aus und verursachen eine Infektion.

Andere Erreger werden durch sexuelle Kontakte übertragen. Hierzu gehören Chlamydien, Gonokokken, HI-Viren.

Behandlung

Die Behandlung erfolgt je nach Erreger durch

  • Milchsäurehaltige Laktobazillen
  • Antibiotika bei bakteriellen Infektionen
  • Antimykotische Präparate bei Pilzinfektionen

Vorbeugung

  • Angemessene Intimhygiene (nicht zu viel und nicht zu wenig)
  • Waschlappen täglich wechseln
  • Keine Vaginalspülungen oder Intimduschen durchführen
  • Toilettenpapier von „vorne nach hinten“ benutzen, um eine Übertragung von Bakterien aus dem Darm zu vermeiden
  • Unterwäsche aus luftdurchlässigen, hautfreundlichen Stoffen tragen
  • Keine nassen Bikinis oder Badeanzüge tragen
  • Beim Geschlechtsverkehr Kondomen benutzen
  • Keine spermienabtötenden Cremes oder Gele verwenden

Wenn die „Tage“ ewig dauern

Starke, langanhaltende Monatsblutungen

Jede fünfte Frau zwischen 30 und 50 Jahren leidet unter starken Regelblutungen. Wenn Hormonbehandlungen oder die Entfernung von Myomen nicht ausreichen, raten Frauenärzte häufig zur Entfernung der Gebärmutter. Das muss nicht sein.

Bei den betroffenen Frauen dauert die Regelblutung länger als 6 – 8 Tage und sie verlieren doppelt so viel Blut (80 ml statt 30 – 40 ml). Blutarmut, eine ausgeprägte Müdigkeit durch den entstehenden Eisenmangel, Krämpfe und Bauchschmerzen können die unmittelbaren körperlichen Folgen sein. Die Bewältigung des normalen Tagesablaufs, wie Arbeit, Einkäufe oder Freizeitaktivitäten wie Sport ist für die betroffenen Frauen gar nicht oder nur mit Anstrengung möglich. Auf Dauer führen diese Nebenwirkungen der Monatsblutung zu einer psychischen und sozialen Belastung, die die Lebensqualität zusätzlich stark beeinträchtigt. 33 Prozent der Frauen können während der „Tage“ nicht an ihren Arbeitsplatz gehen, 66 Prozent scheuen sich aus Furcht vor peinlichen Komplikationen in die Öffentlichkeit zu gehen. – Die Periode bestimmt einen großen Teil ihres Lebens.

Die Ursachen für übermäßige Regelblutungen sind häufig hormonellen Störungen, gefolgt von organischen Veränderungen der Gebärmutter, wie beispielsweise Myome (Muskelknoten), Polypen oder auch Tumore. In den meisten Fällen wird daher zunächst versucht, das Problem mit einer Hormonbehandlung zu lindern, mit der Pille, einer Hormonspirale oder einem Hormonimplantat. Diese Vorgehensweise ist allerdings nur bei etwa der Hälfte der Frauen erfolgreich.

Ein zweiter Schritt ist die Ausschabung, bei der Polypen meist direkt entfernt werden. Zudem dient sie dazu, eine genauere Sicht auf größere Myome zu erhalten. Handelt es sich um gutartige Myome, so gibt es inzwischen eine ganze Palette organerhaltender Behandlungsoptionen, von der Myomenukleation (Herausschälen des Myoms), über die Embolisation (Verödung) bis hin zum Fokussierten Ultraschall.

Sind die Myome nicht Verursacher der Blutungen, wird den betroffenen Frauen
meist zu einer vollständigen Entfernung der Gebärmutter, einer Hysterektomie, geraten.

Ein solch großer operativer Eingriff sei jedoch sehr oft gar nicht notwendig, sagen Experten und verweisen auf moderne Therapieverfahren, mit denen betroffene Frauen deutlich schonender geholfen werden könne. Bei diesen Verfahren wird lediglich die Schleimhaut der Gebärmutter (Endometrium) verödet oder entfernt, so dass sich im monatlichen Zyklus keine neue Schleimhaut mehr aufbauen kann und die Blutung auf ein normales Maß verringert wird oder ganz ausbleibt.

Die sogenannte globale Endometriumablation oder auch „Goldnetz-Methode“ stellt nicht nur eine minimalinvasive, schonende und sichere Therapie dar. Sie kann darüber hinaus auch helfen Kosten einzusparen, haben Experten errechnet. In Frankreich, England, den Niederlanden und der Schweiz wird die Behandlung daher von den dortigen Krankenkassen bereits bezahlt. Dagegen tragen die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland zwar die höheren Kosten für eine eigentlich unnötige „Totaloperation“, die Kostenübernahme für das schonendere Goldnetz-Verfahren muss jedoch in jedem Einzelfall speziell beantragt werden. Doch für die betroffenen Frauen lohnt sich der Aufwand. Inzwischen gibt es auch einige Kliniken, die Verträge mit einzelnen Kassen haben, so dass die Behandlung komplett übernommen wird.

Auf der Webseite www.starke-regelblutung.de sind sie mit einer Suchfunktion nach Postleitzahlen und Krankenkasse gelistet.

Die Initiative „Rettet die Gebärmutter“ informiert auf der Webseite www.rettet-die-gebaermutter.de über alle Behandlungsoptionen. Mit Tipps und Links zu anderen Seiten, Erfahrungsberichten, einem Forum und Statements erfahrener Ärzte, möchte sie Frauen unterstützen und ihnen helfen, eine Alternative zu der vollständigen Entfernung ihrer Gebärmutter zu finden.

Auch ein direkter Kontakt ist seit einem Jahr über das Beratungstelefon möglich.

Kontakt: Initiative Rettet die Gebärmutter
Ansprechpartnerin: Andrea Hartmann
Tel.: 06421 3048012
E-Mail: kontakt@rettet-die-gebaermutter.de
Website: http://www.rettet-die-gebaermutter.de

Starke PMS? Der Genkomplex ist schuld

An den „Tagen vor den Tagen“ leiden einige Frauen besonders stark unter Reizbarkeit und Stimmungstiefs. Was hinter diesem ausgeprägten prämenstruellen Syndrom steckt, haben Forscher nun herausgefunden. Demnach tragen die betroffenen Frauen einen speziellen Genkomplex, der sie besonders sensibel auf Veränderungen des Geschlechtshormon-Spiegels reagieren lässt. Dies wiederum löst die bei ihnen stark ausgeprägte körperliche und psychische Symptome aus.

Viele Frauen kennen das: In den Tagen kurz vor der Menstruation sind sie besonders reizbar oder nah am Wasser gebaut. Begleitet wird dies oft von körperlichen Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen und Müdigkeit. Während dieses prämenstruelle Syndrom (PMS) bei den meisten eher mild ausfällt, leiden zwei bis fünf Prozent der Frauen unter sehr starken Symptomen. Generell scheint das Syndrom eine Reaktion auf die Veränderung der weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron in der zweiten Zyklushälfte zu sein. Warum es jedoch einige Frauen besonders stark trifft, war bisher unklar. Studien haben aber gezeigt, dass zum einen eine mangelhafte Versorgung mit Spurenelementen wie Eisen und Zink das prämenstruelle Syndrom verstärken kann. Zum anderen deutet eine Häufung schwerer PMS-Fälle in Familien darauf hin, dass es auch eine erbliche Komponente geben könnte.

Peter Schmidt vom US National Institute of Mental Health in Bethesda und seine Kollegen sind den möglichen genetischen Ursachen des ausgeprägten PMS nun genauer auf den Grund gegangen. Für ihre Studie analysierten sie die Genaktivität bei Zellen von Frauen mit starkem prämenstruellem Syndrom und verglichen sie mit der von Frauen, die kaum oder gar nicht unter solchen Beschwerden litten.

Klare Unterschiede in der Genexpression
Tatsächlich wurden die Wissenschaftler fündig: Sie stießen auf einen ausgedehnten Genkomplex, der bei Frauen mit starkem PMS anders reagierte als bei Frauen ohne Beschwerden. Einige Gene in diesem Komplex wurden stärker abgelesen, vier andere dagegen zeigten eine verringerte Genexpression im Vergleich zu den Kontrollen, wie die Forscher berichten. Auf die Hormone Östrogen und Progesteron reagierte der ESC/E(Z) getaufte Genkomplex ebenfalls anders und stärker als sein Gegenpart in Zellen nicht betroffener Frauen. Nähere Analysen ergaben, dass einige der Gene wichtige Steuerungsfunktionen für die durch Umweltfaktoren beeinflusste Transkription von Genen in Proteine haben – dazu gehören Einflüsse wie Hormone, aber auch Stress.

„Das liefert einen weiteren Beleg dafür, dass PMS eine Störung in der zellulären Reaktion auf Östrogen und Progesteron ist“, sagt Schmidt. Für die Frauengesundheit sei diese Erkenntnis ein großer Moment. „Es bestätigt, dass es bei betroffenen Frauen einen intrinsischen Unterschied im molekularen Apparat gibt – und dass es nicht bloß emotionale Reaktionen sind, die sie einfach besser kontrollieren müssen“, betont Koautor David Goldmann vom National Institute on Alcohol Abuse and Alcoholism. Das Wissen um diesen Genkomplex und die Unterschiede in der Genexpression bei stark von PMS betroffenen Frauen könnte zudem dabei helfen, eine wirksamere Therapie gegen dieses Leiden zu entwickeln.

Quelle:

© wissenschaft.de – Nadja Podbregar

Buchtipp: Gebärmutterentfernung!? Organerhaltende Operationsmethoden bei Erkrankungen der Gebärmutter.

Eine Entscheidungshilfe für betroffene Frauen

Die Gebärmutter ist mehr als nur ein Reproduktionsorgan. Dennoch werden fast

90 Prozent der Gebärmutterentfernungen aufgrund gutartiger Erkrankungen vorgenommen, und gerade bei Myom-Befunden oft vorschnell zur Organentfernung geraten.

Frauen nehmen das „weiblichste“ aller Organe durchaus unterschiedlich wahr. So kann der Verlust der Gebärmutter als tiefer Einschnitt in die weibliche Mitte erlebt werden, während andere Betroffene den Eingriff als für sie richtig empfinden. Die Praxis zeigt, dass die Zufriedenheit der Patientinnen mit der Behandlungssituation zunimmt, je umfassender sie über individuelle Faktoren Bescheid wissen.

In ihrer Entscheidungshilfe für betroffene Frauen informiert Gerlinde Debus, Professorin und Chefärztin an der Frauenklinik Dachau, über die heute angewandten Operationsverfahren und chirurgischen Eingriffe bei Gebärmuttererkrankungen, wie Senkungen, Myome, Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut, Krebsvorstufen und Karzinome. Im Kontext der jeweiligen Krankheitsbilder werden Diagnostik und organerhaltende operative Therapien anschaulich beschrieben, deren Vor- und Nachteile für die Patientin aufgezeigt, und, wann eine Gebärmutterentfernung medizinisch notwendig sein kann.

Mit Tipps und Informationen des FrauenGesundheitsZentrum München e.V.

Broschiert erhältlich, Preis ca. 21,90 Euro