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Pressereferentin der Initiative Rettet die Gebärmutter

Gebärmutterhals, Gebärmutterkörper: Gibt es einen Unterschied?

Das die Gebärmutter aus zwei Teilen besteht, dem Körper und dem Hals, war lange Zeit ein Aspekt, der unberücksichtigt blieb. Beide Teile der Gebärmutter sind anatomisch vollkommen unterschiedlich aufgebaut und besitzen ganz unterschiedliche Aufgaben.

 

Der Gebärmutterkörper… … hat ausschließlich die Aufgabe, ein Baby aufzunehmen es mit seiner starken Muskulatur bei der Geburt heraus zu pressen.

Der Gebärmutterhals… …besteht fast ausschließlich aus einem kräftigem Bindegewebe, aus Drüsen und Nervengeflechten. Das Sekret der Drüsen hat die Aufgabe, die Gebärmutter abzudichten und die Scheide zu befeuchten. Zudem – und das ist entscheidend – ist das Bindegewebe des Gebärmutterhalses der Ansatzpunkt für fast alle Bänder des Beckens der Frau. Durch sie erhält es seine Festigkeit und stabilisiert Blase und Darm.

Probleme wie Schmerzen und Blutungsstörungen, werden bei alle gutartigen Erkrankungen der Gebärmutter fast ausschließlich vom Gebärmutterkörper verursacht, nie vom Gebärmutterhals.

Entfernung des Gebärmutterkörpers Wird nur der Gebärmutterkörper operativ entfernt, so hat dies keine Auswirkungen auf den Hormonhaushalt oder die Sexualität einer Frau. Sie kann aber keine Kinder mehr gebären.

Entfernung der Gebärmutter: Gebärmutterkörper und Gebärmutterhals Erst in den letzten Jahren wurden die Folgen einer kompletten Gebärmutterentfernung erforscht.

Wenn nicht nur der Gebärmutterkörper, sondern auch der Gebärmutterhals entfernt wird, kann das unerwünscht Effekte verursachen. Was passiert mit der Scheide, wenn die Gebärmutterhalsdrüsen fehlen, was mit der Stabilität des Beckens, der Blase und des Darmes, wenn der zentrale Aufhängepunkt entfernt wird, wie ist das sexuelle Empfinden nach der Durchtrennung vieler Nervenverbindungen. „Die lange in Mannheim arbeitende Psychologin und Frauenärztin Prof. Dr. M. Neises fand in einer Studie heraus, dass nach totaler Gebärmutterentfernung bis zu 50% der Frauen an psychischen Störungen und sexuellen Problemen leiden. Ob allerdings der Erhalt des Gebärmutterhalses daran etwas ändern würde, ist bisher nicht erforscht.“

(Grundlage des Artikels: „Operative Entfernung der Gebärmutter“, Priv. Doz. Dr. med. Stefanie Volz-Köster“)

Weitere Infos unter: www.rettet-die-gebaermutter.de

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Uterus Myomatosus

Ein Uterus myomatosus ist eine durch mehrere Myome vergrößerte Gebärmutter.

Etwa jede dritte Frau hat diese gutartigen Tumore, oft ohne sie jemals zu bemerken. Besonders oft kommen sie bei Frauen zwischen dem 35. und 45 Lebensjahr vor.
Nimmt ihre Anzahl zu und/oder ihre Größe, können sie nicht nur die Gebärmutter vergrößern, sondern erhöhen auch ihr Gewicht und können in der Folge zu einer Senkung der Gebärmutter führen. Eine weitere Folge kann sein, dass die Gebärmutter auf die Blase und/oder den Darm drückt und die Organe bzw. deren Funktion beeinträchtigt.

Bei der mit unterschiedlich großen Myomen „gefüllte“ Gebärmutter spricht auch von einer „Kartoffelsack-Gebärmutter“.

Meist ist die Gebärmutter so stark mit Myomen ausgefüllt, dass ein Behandlung nicht mehr möglich ist. Ein Grund dafür ist, dass eine operative Entfernung ein zu hohes Risiko birgt, die Gebärmutterwand zu perforieren. Daher ist in diesem Fall eine Hysterektomie, also eine Gebärmutterentfernung, notwendig.

Interessante Links:
http://www.uterus-myomatosus.net

 

 

Gebärmutterspiegelung: Wie funktioniert sie?

Spek-Endo-Op-04Die Gebärmutterspiegelung oder Hysteroskopie dient sowohl zur Diagnose  als auch zur Therapie. In beiden Fällen wird ein spezielles Endoskop durch die Vagina und den Gebärmutterhals in die Gebärmutterhöhle eingeführt.

Die diagnostische Gebärmutterspiegelung kann ohne Narkose oder unter örtlicher Betäubung und ambulant durchgeführt werden. Der Schaft, der dem Arzt den Einblick ermöglicht, ist nur drei bis fünf Millimeter dick. Die Gebärmutterspiegelung kann dazu dienen, dass der Frauenarzt die Ursachen für Blutungsstörungen und ungewollte Kinderlosigkeit aufspürt. Auch Veränderungen an der Schleimhaut, Polypen oder Myome können so erkannt werden. Zur besseren Sicht des Arztes wird die Gebärmutter während des Eingriffs mit einem Gas oder einer viskosen Flüssigkeit entfaltet.

Für die operative Hysteroskopie muss der Gebärmutterhals bis auf acht Millimeter geweitet werden. Deshalb findet sie unter Vollnarkose statt. Da es bei einer Operation immer zu Blutungen kommt, dient die viskose Flüssigkeit nicht nur zur Entfaltung der Gebärmutter, sondern gleichzeitig zur Spülung des Operationsfeldes. Der Arzt kann während der Hysteroskopie gezielt zum Beispiel veränderte Schleimhaut abtragen oder Gewebe entnehmen, die Schleimhaut veröden, Myome entfernen und verrutschte Spiralen zur Schwangerschaftsverhütung positionieren oder entfernen.

In der Regel ist im Anschluss ein Aufenthalt von nur ca. zwei Stunden notwendig. Eventuell tritt ein periodenartiges Ziehen ein. Ansonsten sind keine Nebenwirkungen bekannt.

 

Gebärmuttervergrößerung: Was bedeutet das?

Ist die Gebärmutter vergrößert, kann das verschiedene Ursachen haben. Zum einen kann das sonst ca. 7 cm lange, birnenförmige Organ während einer Schwangerschaft stark an Größe und Masse zunehmen, wenn es sich – z. B. angepasst an das Wachstum des Babys – ausweitet.

Einige Frauen können aber auch von Geburt an eine größere Gebärmutter haben, als andere oder es kann zu einer bedeutungslosen Vergrößerung im Alter kommen. Alle drei Varianten sind jedoch physiologische Gebärmuttervergrößerungen und sind nicht in einer Krankheit begründet.

Im Gegensatz dazu gibt es auch Veränderungen an der Gebärmutter, die eine Ursache haben und zu Beschwerden bzw. Problemen führen können. Hierzu zählt die Vergrößerung durch Zysten (flüssigkeitsgefüllte Hohlräume), durch gutartige Tumore (Myome) oder bösartige Tumore.
Treten diese Gewebsveränderungen vereinzelt auf, ist die Gebärmutter nur teilweise vergrößert, sind sie in einer größeren Anzahl vorhanden, kann sie jedoch auch im Ganzen an Größe zunehmen (z.B. bei einem Uterus myomatosus).

Ab einer bestimmten Größenzunahme können dann verschiedene Symptome hinzukommen, so zum Beispiel starke und lang anhaltende Regelblutungen, Schwierigkeiten schwanger zu werden, oder auch Probleme beim Wasserlassen, Verstopfungen, Kreuzschmerzen und Durchblutungsstörungen durch den erhöhten Druck auf die umliegenden Organe (Harnblase, Harnleitern, Darm, Nerven und Gefäße).

Kleine Geschichte der Bauchspiegelung

1806 entwickelte der Mediziner Bozzini die ersten Geräte, die es ermöglichten, Einblicke in Körperhöhlen zu erhalten.

Über ein Jahrhundert später, 1907 machte der Dresdener Georg Kelling (1866 – 1945) eine Laparoskopie bei einem Hund. Es sollte weitere neun Jahre dauern, bis der Schwede Hans Christian Jacobaeus (1879 – 1937) die erste (diagnostische) Laparoskopie beim Menschen durchführte.

In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Laparoskopie erstmals auch zur Therapie eingesetzt.

Einen entscheidende Weiterentwicklung der Bauchspiegelung machten zwei Pioniere der minimal-invasiven Chirurgie:
1980 führte der Gynäkologen Kurt Semm die erste laparoskopische Blinddarmentfernung durch.
Die erste Bauchspiegelung über mehrere Zugänge, so wie es heute üblich ist, wurde 1987 durch den Franzosen Phillipe Mouret (*1937) gemacht.

Behandlung außen liegender Myome

Myome treten bei etwa 20 bis 50 Prozent aller Frauen über 30 Jahre auf, davor sind sie sehr selten. Am häufigsten kommen sie bei Frauen zwischen dem 35. und 55. Lebensjahr auf. Sie sind ungefährlich, können aber je nach Lage, Größe und/oder Anzahl schmerzhaft sein, zu einer Gebärmuttervergrößerung führen und dadurch evtl. Auch auf Blase und Darm drücken. Häufig verursachen Sie bei den betroffenen Frauen starke und lang anhaltende Monatsblutungen.

Die meisten Myome liegen in der Gebärmutter, entweder unterhalb der Gebärmutterschleimhaut (submukös), in der Gebärmutterwand (intramural) oder haben einen Stil, der in den Gebärmutterinnenraum hineinragt.

Wie können diese Myome möglichst schonend entfernt werden?

Es gibt aber auch Myome die außen auf der Gebärmutter liegen (subserös). Diese können flach aufliegen oder gestielt sein.

Für die operative Entfernung dieser  Myome kommt die Myomenukleation, das Ausschälen der aufliegenden Myome in Frage, die über eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) gemacht wird. Je nach Größe des gestielten Myoms, kann es zerteilt oder kompakt am Stil abgetrennt und aus dem Bauchraum entfernt werden.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Myome nach der Myomenukleation erneut auftreten (rezidivieren), beträgt etwa 15 Prozent (Quelle: Onmeda). 

Gebärmuttersenkung: Was kann man tun?

Welche Behandlungen möglich sind, hängt zunächst einmal vom Grad der Senkung ab und ist abhängig vom Alter, dem Allgemeinzustand und nicht zuletzt von den Wünschen der Patientin.

Leichte Senkungen können betroffene Frauen mit einem regelmäßigen Beckenbodentraining verbessern und ein weiteres Senken verhindern.

Nach den Wechseljahren kann der Arzt die Senkung mit Östrogenzäpfchen oder –cremes behandeln.

Bei schwereren Fällen ist eine Operation notwendig. Abhängig davon, ob die Blase oder der Darm betroffen ist, wird die vordere oder hintere Scheidenwand abgelöst, überflüssige Haut entfernt und anschließend vernäht. Dies wird als Scheidenplastik bezeichnet. Der Eingriff ist im günstigen Fall durch die Scheide möglich. Wenn die Blase angehoben und der Harnweg korrigiert werden muss, ist ein Eingriff durch die Bauchdecke notwendig.

Durch schalen-, ring- oder bügelförmige Pessare aus Porzellan oder Hartgummi können die Beschwerden verbessert werden. Sie werden vom Arzt in die Scheide eingeführt und dienen dazu, die Gebärmutter zu stützen. Dieses muss in regelmäßigen Abständen (6 – 8 Wochen) ausgewechselt und gereinigt werden, um Entzündungen vorzubeugen. Pessare behandeln aber ausschließlich die Symptome, ändern aber nichts an den Ursachen für die Senkung.

Häufig werden Pessare bei älteren Patientinnen eingesetzt, denen man eine Operation nicht mehr zumuten möchte.

Ein neueres Operationsverfahren ist das sogenannte TVM-Verfahren (transvaginal mesh). Dabei platziert der Operateur über die Scheide ein Netz zwischen Blase und Beckenboden, das die inneren weiblichen Geschlechtsorgane wie eine Hängematte hält.

Tritt infolge der Gebärmuttersenkung eine Harninkontinenz auf, kann eine TVT-Operation helfen. TVT (tension free vaginal tape). Der Arzt legt dabei über die Scheide ein Kunststoffband um den obersten Teil der Harnröhre, der an die Blase anschließt. Dieses Verfahren hilft bei etwa 90 Prozent der betroffenen Frauen mit Harninkontinenz. Bei Bedarf kann der Operateur es im gleichen Eingriff wie das TVM-Verfahren durchführen oder ambulant unter örtlicher Betäubung.

Endometriumablation – Was ist das?

1979 wurde die Endometriumablation von dem amerikanischen Gynäkologen Milton H. Goldrath entwickelt und erstmals bei dysfunktionellen Blutungen durchgeführt. Er benutzte dazu den Nd: YAG-Laser, mit dem er die Gebärmutterschleimhaut thermisch verödete. Das Instrument wurde bereits durch eine Gebärmutterspiegelung (über die Scheide) eingeführt. In der Folgezeit wurden verschiedene Methoden entwickelt. Einige verödeten ebenfalls die Gebärmutterschleimhaut, bei anderen wurde sie entfernt. Dadurch wurde der weitere Aufbau der Schleimhaut verhindert und die Blutung verhindert.

Die verschiedenen Verfahren werden unterteilt in:

Methoden der 1. Generation

  • Nd: YAG-Laser
  • Schlingenresektion
  • Mikrowellenkoagulation
  • Rollerball

und

Methoden der 2. Generation

  • Ballontherapie
  • Hydrothermablation
  • Kryochirurgisches Verfahren
  • Goldnetzmethode

Die Methoden der 2. Generation unterscheiden sich dadurch von denen der 1. Generation, dass sie die gesamte Schleimhaut gleichzeitig und homogen behandeln. Sie sind zudem einfacher erlernbar und leichter zu handhaben.

Moderne Endometriumablation

Bi-Clamp-Verfahren: Was ist das?

Diese Methode ermöglicht eine Operation durchzuführen, ohne dass
Umstechungen gemacht werden müssen. Das Gewebe wird
versiegelt, bevor es durchtrennt wird. Die Vorteile der Methode liegen unter anderem darin, dass kein Fadenmaterial in den Körper eingebracht werden muss.
Außerdem ist der Blutverlust bei dieser Technik sehr gering, was von Vorteil für die Regeneration der Patienten ist. Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass es durch den schonenden Eingriff zu weniger Schmerzen nach der Operation kommt.

Dieses Verfahren wird bei allen Bauchspiegelungen und bei den meisten Gebärmutterentfernungen durchgeführt.

Verwachsungen im Bauchraum – Warum?

Verwachsungen entstehen während der Wundheilung und verbinden normalerweise voneinander getrennte Organsysteme. Manchmal sind sie angeboren, oftmals entstehen sie aber nach Operationen. Des Weiteren können sie bei entzündlichen Unterleibserkrankungen oder im Rahmen einer Endometriose entstehen.

Häufigkeit
Studien zufolge  treten Verwachsungen im Bauchraum nach 50 – 100 % aller Operationen auf. Besonders Patienten, die an der Gebärmutter, den Eileitern oder Eierstöcken oder auch am Darm operiert werden, haben ein hohes Risiko. Auch bei Eingriffen innerhalb des kleinen Beckens (mit Eröffnung des Bauchfells), die zum Beispiel bei Darmresektionen oder für die Endometriose-Behandlung notwendig sind, entstehen häufig Verwachsungen.

Wie entstehen Verwachsungen?
Verwachsungen sind eine Reaktion der Wundheilung und entstehen immer dann, wenn das Bauchfell oder andere innere Organe verletzt werden. Das Bauchfell, eine dünne Gewebeschicht, die die Organe überspannt und voneinander abtrennt, wird zu Beginn der Operation eröffnet. Bereits in diesem Moment beginnt die Wundheilung und es entsteht ein sogenanntes Wundsekret. Das darin enthaltene Eiweiß (Fibrin) legt sich auf die Wunde. Seine Eigenschaften bewirken, dass sich benachbarte (Organ-)Oberflächen anhaften. Ist die Durchblutung ausreichend und wird das Eiweiß wieder abgebaut, dann trennen sich die beiden Oberflächen wieder voneinander. Ist dies nicht der Fall, dann beginnt nach etwa 5 – 7 Tagen die Narbenbildung.

Aus den Verklebungen/Verwachsungen entstehen in der Folgezeit Bindegewebsstränge, die sogar Blutgefäße und Nerven enthalten können.

Die Verwachsungen verbinden so Organe miteinander oder fixieren sie an die Bauchwand. Oftmals bleiben sie unbemerkt, weil sie keine Beschwerden verursachen. Allerdings ist es auch möglich, dass sie sowohl die Gesundheit als auch die Lebensqualität sehr beeinträchtigen.

Folgen von Verwachsungen:

  • Gynäkologische Beschwerden
  • Weibliche Unfruchtbarkeit
  • Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Stuhlunregelmäßigkeiten
  • Chronische Bauchschmerzen
  • Risiko von Organverletzungen bei Folgeoperationen

Was reduziert das Auftreten von Verwachsungen?

  • Eine möglichst gewebeschonende Operationstechnik
  • Ergänzend dazu gibt es Produkte, Gele oder spezielle Filme, die während der Operation auf die Bauchfellwunden aufgetragen werden können. Im Bauchraum zurückgelassene Flüssigkeit kann ebenfalls sinnvoll sein. Die Entscheidung, welches Mittel die Entstehung von Verwachsungen am besten verringert, entscheidet der Operateur.

Fragen Sie nach, ob solche Mittel eingesetzt werden.