Zwischenblutungen – Welche Ursachen gibt es?

Zwischenblutungen treten zwischen zwei normalen Regelblutungen auf. Oft sind sie nicht so stark wie die eigentliche Menstruation, können eine leichte Schmierblutungen sein aber auch, je nach Ursache, eine länger anhaltende Blutung mit krampfartigen Bauchschmerzen. Zwischenblutungen sind häufig harmlos, beispielsweise als Reaktion auf psychische Belastungen oder als sogenannte Ovulationsblutung zum Zeitpunkt des Eisprungs. Sie können aber auch ein Alarm-Symptom für ernste Erkrankungen sein und sollten deshalb ärztlich untersucht werden.


Ursachen von Zwischenblutungen

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Es gibt mehrere Ursachen für Zwischenblutungen. Häufig kommen sie bei jungen Frauen nach der ersten Monatsblutung vor, wenn sich der monatliche Zyklus erst noch einspielen muss. Auch vor der der letzten Regelblutung (Menopause) sind  Zwischenblutungen normal.

Psychische Belastungen, Stress oder Angst haben einen großen Einfluss auf die Menstruation und können auch Zwischenblutungen auslösen.


Erkrankungen als Ursache von Zwischenblutungen

Obwohl Zwischenblutungen häufig harmlos sind, können sie auch ein Zeichen für eine Erkrankung sein. Dazu gehören insbesondere:

  • Hormonelle Störungen wie Östrogenschwankungen, Östrogenmangel, gestörter Regelkreis von Follikel-stimulierendem Hormon (FSH) und (LH) oder Gelbkörperschwäche
  • Erkrankungen an den Geschlechtsorganen wie Gebärmuttermyome und Gebärmutterentzündungen, Eierstockzysten und Eierstockentzündungen, Wachstum von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter (Endometriose) sowie Eileiterschwangerschaft
  • Krebserkrankungen wie Gebärmutterkrebs, Gebärmutterhalskrebs oder Scheidenkrebs sowie Gehirntumore (zum Beispiel ein Prolaktinom in der Hirnanhangdrüse)
  • Stoffwechselstörungen wie Schilddrüsenfunktionsstörungen und Diabetes mellitus
  • Sexuell übertragbare Erkrankungen wie beispielsweise Chlamydien
  • Verletzte Blutgefäße, etwa nach sexuellem Kontakt
  • Hormonelle Verhütungsmittel („Pille“, Spirale)
  • Leber- und Nierenerkrankungen


Wann zum Arzt bei Zwischenblutungen?

Zwischenblutungen gehören in frauenärztliche Behandlung. Das gilt vor allem, wenn Blutungen ohne jeden Rhythmus oder nach der Menopause auftreten. Plötzlich auftretende und starke Blutungen (vor allem in der Schwangerschaft) sind ein Notfall.

Weitere Informationen: www.rettet-die-gebaermutter.de

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Fokussierter Ultraschall – Was ist das?

Der Fokussierte Ultraschall (MRgFUS) ist ein relativ neues Verfahren in der Myom-Behandlung.

Vor dem Eingriff wird ein MRT mit Kontrastmittel gemacht, um festzustellen, ob die Patientin für die Behandlung geeignet ist. Je nach Lage des/der Myome müssen eventuell der Darm und/oder die Blase mit Wasser gefüllt werden, damit die Lage der Gebärmutter optimal für den Eingriff ist.

Myombehandlung mit Fokussiertem Ultraschall

Während des gesamten Eingriffs liegt die Patientin auf dem Bauch im Kernspintomographen. Sie ist so positioniert, dass sie direkt über einer Schallquelle liegt. Im Verlauf der Behandlung werden dann hochfrequente Schallwellen direkt auf den Unterbauch und das Myom gelenkt. Durch die so entstehende Temperatur von 70 – 80 ° stirbt das Myom-Gewebe ab und wird anschließend vom Immunsystem des Körpers abgebaut. Die ambulante Behandlung, während der die Patientin sich nicht bewegen darf, dauert zwischen drei bis fünf Stunden und ist währenddessen schmerzhaft. Im Anschluss an den Eingriff sind die Schmerzen sofort verschwunden und Probleme wie lang anhaltende, starke Monatsblutungen regulieren sich.

Wer kann mit dem Fokussierten Ultraschall behandelt werden? (Dies wird im Einzelfall in der Voruntersuchung geprüft). Grundsätzlich:

  • Frauen, deren Myome ≤ 10 cm groß sind
  • Frauen, die ≤ 5 Myome haben
  • Frauen, deren Myome günstig liegen und sicher – ohne andere Organe zu gefährden – zugänglich sind
  • Frauen, die gestielte Myome haben
  • Frauen, die Hinterwandmyome haben

Wer kann grundsätzlich nicht mit dem Fokussierten Ultraschall behandelt werden?

  • Frauen mit Metallimplantaten im Bauchbereich
  • Frauen, die einen Herzschrittmacher tragen
  • Frauen, bei denen eine Kontrastmittelunverträglichkeit beim MRT vorliegt (nicht das jodhaltige Kontrastmittel, das im CT verwendet wird)
  • Schwangere
  • Frauen, deren Gewicht die zugelassene Belastung des Geräts (110 kg) überschreitet

Der Fokussierte Ultraschall wird in den beiden Fus-Zentren Dachau und Bottrop angeboten und in einigen anderen Kliniken, die eine Myomsprechstunde haben.

HPV-Impfung für alle Kinder

In Zukunft werden die Kosten für die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV)  für alle Kinder zwischen 9 und 14 Jahren von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Dies hat der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) am Donnerstag in Berlin beschlossen. Grund­lage der Änderung der Schutzimpfungs-Richt­linie (SI-RL) war die erweiterte Impfempfehlung der Ständigen Impf­kom­mission (STIKO), bisher die HPV-Impfung nur für Mädchen empfohlen hatte. Generell können Jugendliche, die das 14. Lebensjahr bereits vollendet haben, Impfungen noch bis zum vollendeten 18. Lebensjahr nachholen.

Foto von Bess Hamiti von Pexels

HPV-Impfungen schützen vor der Infektion mit in den Impf­stoffen enthaltenen HPV-Typen. HPV-Infektionen verlaufen meist ohne typische Symptome. Sie können aber Krebs und Genitalwarzen verursachen. Laut Angaben der STIKO erkranken in Deutschland jedes Jahr etwa 6.250 Frauen und ca. 1.600 Männer an HPV-bedingten Karzino­men im Bereich der Zervix, Vagina, Vulva bzw. des Penis sowie im Bereich von Anus und Rachen.

Nun veröffentlichte  die STIKO im Juni die Empfehlung, dass sich auch Jungen zwischen 9 und 14 Jahren gegen HPV impfen lassen sollten. Begleitend stellt das Robert Koch-Institut (RKI) auf seinen Internetseiten FAQ zum Erreger und der Impfung sowie einen Ratgeber für die Fachöffentlichkeit zur Verfügung.

 

 

Hysterektomie: Eine der häufigsten Operationen bei Frauen

Eine Pressemeldung der Initiative „Rettet die Gebärmutter“

Die Gebärmutterentfernung war 2013 mit 150 000 Hysterektomien laut Robert Koch-Institut (RKI) die häufigste Operation bei Frauen in Deutschland. Heute gehört sie immer noch dazu. Dennoch hat sich die Situation gebessert: In den vergangenen Jahren ging die Zahl der Hysterektomien in Deutschland deutlich zurück: Waren es 2013 rund 150.000 Eingriffe pro Jahr, so sind es heute noch etwa 114.000.

Was hat sich seitdem verändert? Minimalinvasive und organerhaltende Therapien sind inzwischen bekannter geworden und werden häufiger eingesetzt. Mehr Ärzte beraten Frauen, die beispielsweise unter starken und langanhaltenden Blutungen oder unter Myomen leiden, umfassend über die modernen Behandlungsmöglichkeiten mit dem Fokus auf die Erhaltung der Gebärmutter.

Positiv gerechnet hat nun nur noch jede siebte statt jede sechste Frau zwischen 18 und 79 Jahren keine Gebärmutter mehr. Etwa die Hälfte der Gebärmutterentfernungen erfolgt bei Frauen zwischen 40 und 49 Jahren.

Ein Grund für den Rückgang der Hysterektomien liegt in der großen Palette an organerhaltenden modernen Therapieoptionen, die inzwischen häufiger auch von den Krankenkassen anerkannt werden und an der steigenden Zahl an Ärzten, die Gebärmutter erhaltend operieren wollen.

Hinzu kommt die verstärkte Diskussion des Themas unter Ärzten, aber auch unter betroffenen Frauen, die heutzutage viel eher eine Zweitmeinung einholen und häufiger hinterfragen, ob eine Gebärmutterentfernung wirklich notwendig ist. Sicher hat auch die rasante Entwicklung des Internets mit Blogs, Foren und thematisch passenden Webseiten zum Rückgang der operativen Eingriffe beigetragen.

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Allerdings: Wir könnten weiter sein.
Immer noch wird in rund 90 Prozent der gutartigen Erkrankungen die Gebärmutter entfernt. Auch die Hauptindikationen für eine Hysterektomie haben sich nicht geändert. Es sind:

  • starke Blutungen,
  • Störungen und Schmerzen bei der Menstruation,
  • Endometriose(gutartige, meist schmerzhafte Wucherungen von Gewebe der Gebärmutterschleimhaut),
  • große und rasch wachsende oder in großer Zahl auftretende Myome(gutartige Wucherungen der Gebärmuttermuskulatur) und
  • die Senkung des Uterus (Gebärmuttersenkung)

Für einige der Ursachen gibt es inzwischen mehrere Behandlungsoptionen, die den Gebärmuttererhalt ermöglichen. Baut sich beispielsweise während des Zyklus die Gebärmutterschleimhaut sehr stark auf und verursacht dadurch langanhaltende und starke Blutungen, so kann die Verödung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumablation) den Blutverlust regulieren oder sogar stoppen.

Falls Myome die Verursacher der Blutungen sind, gibt es ebenfalls mehrere operative und radiologische Behandlungsmöglichkeiten. Hier sollte eine regelmäßige Kontrolle helfen, den Zeitpunkt, bis wann eine Entfernung der Myome noch möglich und sinnvoll ist, nicht zu verpassen.

Die Webseite der Initiative „Rettet die Gebärmutter“ bietet neben der Beschreibung der Therapien ein Forum für betroffene Frauen und ihre Angehörigen, Tipps und Anträge zur Kostenerstattung, Pressetexte, Ärzteadressen und Meinungen, Erfahrungsberichte von Frauen, Umfrage, Beratungstelefon und vieles mehr. Neu hinzugekommen sind Video-Interviews mit renommierten Ärzten zum Thema Myombehandlung, Patientinnenrechte und Endometriumablation.

Webseite: www.rettet-die-gebaermutter.de und natürlich auch auf Facebook: www.facebook.com/rettet.die.gebaermutter

Kontakt: Initiative „Rettet die Gebärmutter“
Ansprechpartnerin: Andrea Hartmann
Tel.: 06421 3048012
E-Mail: kontakt@rettet-die-gebaermutter.de

Bildmaterial und Infografiken finden Sie auf der Webseite.

Beitragsbild: iStock_000065842739

Gebärmutter-Polypen: Sind die gefährlich?

Polypen sind meist ungefährliche Geschwulste. Sie wachsen auf der Schleimhaut in der Gebärmutter oder auch im Gebärmutterkanal. Sie sind gutartig und oft bemerken Frauen gar nicht, dass sie Polypen haben, es sei denn, der Arzt entdeckt sie. Manchmal verursachen sie jedoch Beschwerden. Da sie weich und leicht verletzbar sind, bluten sie sehr schnell. Ein Polyp kann also Ursache für Zwischenblutungen, unregelmäßige und auch starke Blutungen sein.

Grundsätzlich sind Polypen Gewebeablagerungen, die sich überall entwickeln können, wo sich im menschlichen Körper Schleimhäute befinden: in der Nase, im Darm oder in der Gebärmutter.

Die genaue Ursache für das Entstehen von Polypen ist nicht geklärt, allerdings vermutet man einen Zusammenhang zwischen der Hormonproduktion von Östrogen und Gestagen und einem Ungleichgewicht beider, wie etwa in den Wechseljahren. Die Folge ist eine überdurchschnittlich hohe Zellteilung in manchen Bereichen der Schleimhaut.

Diagnose
Durch einen vaginalen Ultraschall untersucht der Arzt die Innenwände der Gebärmutter. Haben sich dort Polypen gebildet, sollten sie regelmäßig überprüft werden. Befinden Sie sich im Gebärmutterhals und/oder verursachen Blutungen, sollten sie entfernt werden.

Behandlung
Kleine Polypen an der Oberfläche des Gebärmuttermundes werden häufig, gleich in der Praxis, unter örtlicher Betäubung abgetragen.

Größere Polypen oder Polypen in der Gebärmutter werden hysteroskopisch (Gebärmutterspiegelung) entfernt. Die Geräte, z. B. MyoSure, werden mit Hilfe einer kleinen Kamera durch die Scheide in die Gebärmutter eingeführt. Der Eingriff kann in einem ambulanten Operationszentrum oder in einem Krankenhaus durchgeführt werden. Er dauert in der Regel etwa 15 Minuten.

Chronischer Scheidenpilz

Zwei Millionen Frauen leiden unter chronischem Scheidenpilz.

Was bedeutet das?
Wenn eine Scheideninfektion mehr als viermal pro Jahr aufritt, sprechen Mediziner von einer chronischen rezidivierenden Infektion bzw. chronischem Scheidenpilz. Von den 40 Millionen Frauen in Deutschland sind etwa 20 Millionen in der Geschlechtsreife (15 bis ca. 55 Jahre alt). Davon haben zehn Prozent die Erkrankung chronisch.

Was heißt das?
Der Scheidenpilz taucht in regelmäßigen Abständen immer wieder auf. Warum das bei einigen Frauen so ist und bei anderen nicht, weiß man nicht. Wer von mangelnder Hygiene ausgeht, liegt falsch. Dennoch glauben viele Betroffene das und erreichen mit übermäßiger Hygiene das genaue Gegenteil. Sie zerstören damit die Scheidenflora gänzlich und der Pilz hat noch leichteres Spiel.

Zudem können andere Medikamente, ein schwaches Immunsystem, Übersäuerung, die Einnahme von Antibiotika und, und, und dafür verantwortlich sein oder eine Kombination aus verschiedenen Faktoren.

Leider wird bei chronischen Scheideninfektionen die Wirksamkeit der Medikamente beeinträchtigt bis sie gar nicht mehr helfen.

Ist dies der Fall, kann man versuchen, dem Probleme mit ganzheitlichen Mitteln entgegenzuwirken. Mehr dazu finden Sie auf dieser Seite.

 

Endometriose – Buchtipp

Endometriose ist eine Erkrankung, die schwer zu diagnostizieren und schwer zu behandeln ist. Steht der Befund fest, stellt sich die Frage nach der Therapie. Die konventionelle Medizin bietet vor allem die Hormontherapie und die Operation an. Viele betroffene Frauen fragen sich aber zu Recht, ob es nicht noch andere, unterstützende Therapien gibt – und sie suchen Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden. Ingrid Gerhard und Annette Kerckhoff möchten in diesem Ratgeber über die Endometriose, ihre möglichen Ursachen und die konventionellen Therapiemaßnahmen aufklären, dann jedoch vor allem Therapien aus dem komplementärmedizinischen Spektrum und Selbsthilfemaßnahmen vorstellen, die sich in Studien bewährt haben.

Erschienen im KVC Verlag
ISBN 978-3-945150-73-3
2017, 2. Aufl., 104 Seiten
5,90 EUR

Gebärmutterentfernung – Anspruch auf Zweitmeinung wird geprüft

Pressemeldung der Initiative Rettet die Gebärmutter:

Gute Nachrichten für Frauen, die unter starken, lang anhaltenden Monatsblutungen (Menorrhagie) leiden und ausschließlich eine Gebärmutterentfernung empfohlen bekommen haben: Laut der Kassenärztlichen Bundesvereinigung hat im September dieses Jahres der Gemeinsame Bundesausschuss neue Verfahrensregeln festgelegt, durch die Patienten/Patientinnen bei bestimmten planbaren Eingriffen einen Anspruch auf eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung haben.

Die ersten Eingriffe, für die diese Regel zukünftig gelten soll, sind im „Besonderen Teil“ der Zweitmeinungsrichtlinie aufgeführt: Mandeloperationen und das Entfernen der Gebärmutter (Hysterektomie). Weiterhin legt sie fest, welche Module die Zweitmeinung umfasst, für welche planbaren Eingriffe sie möglich ist und über welche besonderen Qualifikationen Ärzte verfügen müssen, die vor einem Eingriff eine Zweitmeinung abgeben dürfen sowie deren geprüfte Unabhängigkeit von wirtschaftlichen Interessen an der Durchführung.

Zweck der neuen Regelung ist die Verringerung sogenannter „mengenanfälliger“ Eingriffe, die nicht immer medizinisch notwendig sind. Die Versicherten sollen dadurch die Möglichkeit erhalten, sich über die Notwendigkeit des vorgeschlagenen Eingriffs und über eventuelle Behandlungsalternativen informieren zu lassen. Dies beinhaltet dann auch die Einsicht in die vorhandenen Befunde des behandelnden Arztes, ein erneutes Anamnesegespräch sowie körperliche Untersuchungen, die in diesem Fall auch ein zweites Mal durchgeführt werden dürfen, soweit sie für die Zweitmeinung relevant sind.

Die Patienten müssen über ihr Recht, eine Zweitmeinung einzuholen, informiert werden. Der festgelegte Zeitraum, in dem dies zu geschehen hat, ist mindestens zehn Tage vor der geplanten Durchführung des Eingriffs. Zudem ist der behandelnde Arzt verpflichtet, die Patienten hinzuweisen, wo sie Kontaktdaten von Ärzten finden können, die eine Zweitmeinung abgeben dürfen.

Die Ärzte, die berechtigt sind, eine Zweitmeinung abzugeben, benötigen eine Genehmigung. Diese erhalten sie von der Kassenärztlichen Vereinigung, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Nun muss die Zweitmeinungsrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) noch vom Bundesministerium für Gesundheit geprüft werden und tritt dann nach der Nichtbeanstandung in Kraft. Anschließend hat der Bewertungsausschuss drei Monate Zeit, die Vergütung festzulegen. Dann kann diese neue Leistung in Anspruch genommen werden.

Die Initiative „Rettet die Gebärmutter“ freut sich über diese Nachricht und hofft auf eine baldige, positive Entscheidung, da die Gebärmutterentfernung in Deutschland immer noch ein „mengenanfälliger Eingriff“ ist. Laut Experten ist sie jedoch häufig medizinisch nicht notwendig, da es inzwischen eine ganze Palette moderner, schonender und organerhaltender Therapieverfahren gibt. Für die Behandlung von Frauen, die unter starken, lang anhaltenden Menstruationsblutungen leiden, gibt es beispielsweise die Möglichkeit einer minimalinvasiven Endometriumablation (Verödung der Gebärmutterschleimhaut). Sind Myome Verursacher der Blutungen, gibt es ebenfalls verschiedene Methoden diese schonend zu entfernen.

Myome: Kein Grund zur Gebärmutterentfernung

Marburg, 26. Juni 2017. Myome sind laut Robert Koch-Institut mit 40 Prozent immer noch einer der häufigsten Gründe für eine Gebärmutterentfernung. Dabei sind die Wucherungen im inneren und äußeren Muskelgewebe der Gebärmutter gutartig. Für ihre Behandlung gibt es inzwischen eine ganze Palette alternativer Möglichkeiten: medikamentöse, radiologische und operative Therapien stehen zur Verfügung und machen eine Gebärmutterentfernung unnötig.

Etwa 4,4 Mio. Frauen in Deutschland zwischen dem 29. und 55. Lebensjahr, haben Myome, größtenteils ohne sie zu bemerken. Doch etwa 1,7 Mio. von ihnen leiden unter Symptomen wie starken, langanhaltenden Regelblutungen, Unterbauchschmerzen, Verdrängungsbeschwerden wie Verstopfung oder Harninkontinenz und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. In diesen Fällen ist dann eine Behandlung unvermeidlich.

Welche der modernen Therapien jeweils geeignet ist, orientiert sich unter anderem an Anzahl, Lage und Größe der Myome, dem Alter der Patientin und daran, ob ein Kinderwunsch besteht.

Als operative Verfahren stehen neben der Gebärmutterentfernung auch einige organerhaltende Therapieoptionen zur Verfügung. Dazu gehört die Entfernung der Myome (Myomenukleation), die sowohl per Bauchschnitt (Laparotomie) als auch minimal-invasiv per Bauchspiegelung (Laparoskopie) durchgeführt werden kann.

Je nach Lage kann das Myom auch mittels Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) entfernt werden. Der Eingriff über die Scheide (hysteroskopisch) mit MyoSure ist ein neueres Verfahren und momentan eine der sichersten Methode für Frauen mit Kinderwunsch. Das liegt unter anderem an dem sogenannten Morcellator, mit dem das Gewebe abgetragen wird. Eine Innovation ist die Lage des Schneidefensters an der Seite, wodurch das Perforationsrisiko erheblich minimiert wird. Da es sich um eine rein mechanische Abtragung des Gewebes ohne zusätzliche Stromzufuhr handelt, werden zudem keine benachbarten Gewebe oder Organe verletzt. Die Entfernung eines 4,5 cm großen Myoms dauert nur etwa 10 Minuten. Damit ist der Eingriff im Vergleich mit anderen Operationsmethoden sehr kurz, hinterlässt kaum Narben und ist insgesamt sehr schonend.

Seit einigen Jahren stehen zudem mit der Myomembolisation und dem Fokussierten Ultraschall auch radiologische Therapien zur Verfügung.

Letzterer ist ein recht neues Verfahren bei der Myombehandlung. Während die Patientin auf dem Bauch über einer Schallquelle liegt, werden hochfrequente Schallwellen auf das Myom gelenkt. Durch die so entstehende Hitze stirbt das Myomgewebe ab und wird anschließend vom Körper abgebaut. Die ambulante Behandlung, während der die Patientin sich nicht bewegen darf, dauert zwischen drei bis fünf Stunden und ist währenddessen schmerzhaft. Im Anschluss an den Eingriff sind die Schmerzen sofort verschwunden und Probleme wie lang anhaltende starke Menstruationen reguliert. Jüngste Studienergebnisse sowie die Erfahrungen in der Praxis haben belegt, dass Schwangerschaften ca. zwei Monate nach dem Eingriff möglich sind, sofern die Behandlung mit einem entsprechend zertifizierten System durchgeführt wird.

Neben den operativen Behandlungsmöglichkeiten stehen auch medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die Antibabypille und reine Gestagenpräparate können in manchen Fällen die starken Blutungen reduzieren, sind jedoch nicht als langfristige Therapie geeignet.

Zu den zugelassenen medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten gehören die „Wechseljahresspritze“ (GnRH-Analoga) und die „Myomtablette“ (Ulipristalacetat,).

Die Palette der Behandlungsmöglichkeiten ist also bemerkenswert lang. Es gibt inzwischen eine ganze Reihe moderner Operationen, die gebärmuttererhaltend sind und zusätzlich radiologische und medikamentöse Optionen. Eine Hysterektomie sollte betroffenen Frauen daher nur dann empfohlen werden, wenn keine der anderen Therapieoptionen durchgeführt werden kann.

Die Webseite der Initiative bietet neben der Beschreibung der Therapien ein Forum für betroffene Frauen und ihre Angehörigen, Tipps und Anträge zur Kostenerstattung, Pressetexte, Ärzteadressen und Meinungen, Erfahrungsberichte von Frauen, Umfragen und vieles mehr. Neu hinzugekommen sind Video-Interviews mit renommierten Ärzten zum Thema Myombehandlung, Patientinnenrechte und Endometriumablation.

Das Beratungstelefon der Initiative „Rettet die Gebärmutter“ ist täglich zwischen 09.00 Uhr und 16.00 Uhr unter der Telefonnummer 06421 3048012 zu erreichen.

Weitere Informationen finden interessierte Frauen und Männer auch auf der Webseite: www.rettet-die-gebaermutter.de und natürlich auch auf Facebook: www.facebook.com/rettet.die.gebaermutter

Vulvodynie???

Vulvodynie bedeutet so viel wie „Schmerzen im Bereich der Vulva“, für die keine gynäkologische Ursache gefunden werden kann.

Das Phänomen ist nicht neu, aber es ist trotzdem nur wenig bekannt, auch unter Ärzten.

Betroffene Frauen bemerken zunächst Schmerzen beim oder nach dem Geschlechtsverkehr. Das kann bereits beim ersten Geschlechtsverkehr der Fall sein, dann spricht man von einer primären Vulvodynie oder es beginnt erst später (sekundäre Vulvodynie). Außerdem kommen die die Schmerzen bei einem Teil der Frauen ausschließlich bei Berührungen, wie beim Geschlechtsverkehr vor, bei anderen sind sie völlig unabhängig davon und treten beispielsweise im Sitzen oder bei Bewegungen wie beispielsweise beim Laufen auf.

Mögliche Symptome können sein, dass es aufgrund von Schmerzen unmöglich ist, einen Tampon in die Scheide einzuführen, eine frauenärztliche Untersuchung machen zu lassen, Geschlechtsverkehr auszuüben. Die Schmerzen können aber auch ohne äußeren Anlass im Bereich von Scheide und Vulva auftreten und bis zu Enddarm, After, Harnröhre und Damm ausstrahlen.

Man hat festgestellt, dass häufig bevor die Schmerzen zum ersten Mal auftraten, ein Infektionen vorangegangen war, z. B. eine Pilzinfektion. Daher sollte man dies als erstes vom Frauenarzt überprüfen lassen. Wenn von gynäkologischer Seite nichts festgestellt werden kann, die Schmerzen aber unverändert fortbestehen, beginnt für die Frauen sehr oft eine frustrierende Odyssee. Leider bleiben meist auch die Untersuchungen bei Hautärzten, Orthopäden, Neurologen ohne Befund.

Auch ganzheitliche Mediziner, Homöopathen und Heilpraktiker erreichen in der Regel auch keine wesentliche Schmerzlinderung.

Nicht selten endet die Suche nach einer schmerzlindernden Lösung beim Psychologen oder Psychotherapeuten, wo nach seelischen Ursachen gefahndet wird. Inzwischen ist jedoch klar, dass Vulvodynie keine psychische Erkrankung ist! Was nicht heißt, dass die Erkrankung und deren Auswirkungen auf das Leben der betroffenen Frauen nicht Auswirkungen auf deren Psyche haben kann und nicht selten Depressionen zur Folge haben.

Dennoch: Vulvodynie ist eine Schmerzkrankheit, deren Ursachen körperlicher Natur sind.

Der allerwichtigste Schritt ist daher die richtige Diagnose. Wenn frau weiß, woran sie leidet, ist dies schon eine Erleichterung für sie.

Leider ist der normale Weg zur Diagnose und letztendlich zur Therapie, die beschriebene Odyssee von einem Facharzt um nächsten. Denn nur durch das Ausschlussprinzip, können andere Erkrankungen erkannt oder ausgeschlossen werden. Wenn dies allerdings bereits unter der Verdachtsdiagnose einer Vulvodynie geschieht, können alle notwendigen Untersuchungen von Anfang an sehr viel zielgerichteter erfolgen.

Studien zufolge sollen mindestens 20 Prozent aller Frauen wenigstens einmal in ihrem Leben an chronischen Beschwerden und/oder Schmerzen im Vulvabereich leiden!

Bis jetzt ist noch nicht klar, was genau die Ursache für diese oft brennenden, manchmal auch stechenden oder Rasiermesser-artigen, oft unerträglichen Schmerzen ist. Sehr wahrscheinlich gibt es verschiedene Ursachen, die zusammenwirken können und im Endeffekt zu demselben Krankheitsbild führen.

Eine ganz wichtige Rolle spielt dabei das Nervensystem:

  • Eine Störung im Bereich der kleinsten Nervenendigungen kann bestehen. Durch krankhafte gestörte Nervenenden laufen vermehrt entzündliche Reaktionen im Gewebe ab.
  • Bestimmte Beckennerven können geschädigt sein.
  • Eine generelle Veränderung des Schmerzempfindens und der Schmerzverarbeitung im Gehirn ist ebenfalls in der Diskussion.

Weitere wichtige Rollen spielen:

  • das Immunsystem
  • eventuelle Störungen im Gerinnungssystem
  • der Beckenboden
  • eine verminderte Durchblutung im Beckenbereich.

Auch wenn es im Einzelfall nicht immer möglich ist, die ganz spezielle Ursache zu finden, so gibt es bereits etliche Therapiemöglichkeiten.

Medizinische Maßnahmen
Folgende medizinischen Maßnahmen können angewendet werden:

  • In jedem Fall jegliche Vermeidung örtlicher Reize
  • Lokale Therapie mit speziellen Cremes, die beispielsweise Östrogen oder ein örtliches Betäubungsmittel enthalten
  • Medikamente, die bei chronischen Schmerzen zum Einsatz kommen
  • Biofeedbacktraining des Beckenbodens
  • Radiofrequenztherapie
  • Neuromodulation
  • Chirurgische Ausschneidung des Gewebes um den Scheideneingang

Eine gezielten Schmerztherapie kommt dabei die oberste Bedeutung zu. Das Aufsuchen eines Schmerztherapeuten, der sich mit diesem Krankheitsbild auskennt, ist daher vordringlich. Es geht darum, die Schmerzen soweit so weites geht zu mindern oder sogar völlig auszuschalten, damit die Betroffenen ihre Lebensqualität zurück bekommen.