Myome: Kein Grund zur Gebärmutterentfernung

Marburg, 26. Juni 2017. Myome sind laut Robert Koch-Institut mit 40 Prozent immer noch einer der häufigsten Gründe für eine Gebärmutterentfernung. Dabei sind die Wucherungen im inneren und äußeren Muskelgewebe der Gebärmutter gutartig. Für ihre Behandlung gibt es inzwischen eine ganze Palette alternativer Möglichkeiten: medikamentöse, radiologische und operative Therapien stehen zur Verfügung und machen eine Gebärmutterentfernung unnötig.

Etwa 4,4 Mio. Frauen in Deutschland zwischen dem 29. und 55. Lebensjahr, haben Myome, größtenteils ohne sie zu bemerken. Doch etwa 1,7 Mio. von ihnen leiden unter Symptomen wie starken, langanhaltenden Regelblutungen, Unterbauchschmerzen, Verdrängungsbeschwerden wie Verstopfung oder Harninkontinenz und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. In diesen Fällen ist dann eine Behandlung unvermeidlich.

Welche der modernen Therapien jeweils geeignet ist, orientiert sich unter anderem an Anzahl, Lage und Größe der Myome, dem Alter der Patientin und daran, ob ein Kinderwunsch besteht.

Als operative Verfahren stehen neben der Gebärmutterentfernung auch einige organerhaltende Therapieoptionen zur Verfügung. Dazu gehört die Entfernung der Myome (Myomenukleation), die sowohl per Bauchschnitt (Laparotomie) als auch minimal-invasiv per Bauchspiegelung (Laparoskopie) durchgeführt werden kann.

Je nach Lage kann das Myom auch mittels Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) entfernt werden. Der Eingriff über die Scheide (hysteroskopisch) mit MyoSure ist ein neueres Verfahren und momentan eine der sichersten Methode für Frauen mit Kinderwunsch. Das liegt unter anderem an dem sogenannten Morcellator, mit dem das Gewebe abgetragen wird. Eine Innovation ist die Lage des Schneidefensters an der Seite, wodurch das Perforationsrisiko erheblich minimiert wird. Da es sich um eine rein mechanische Abtragung des Gewebes ohne zusätzliche Stromzufuhr handelt, werden zudem keine benachbarten Gewebe oder Organe verletzt. Die Entfernung eines 4,5 cm großen Myoms dauert nur etwa 10 Minuten. Damit ist der Eingriff im Vergleich mit anderen Operationsmethoden sehr kurz, hinterlässt kaum Narben und ist insgesamt sehr schonend.

Seit einigen Jahren stehen zudem mit der Myomembolisation und dem Fokussierten Ultraschall auch radiologische Therapien zur Verfügung.

Letzterer ist ein recht neues Verfahren bei der Myombehandlung. Während die Patientin auf dem Bauch über einer Schallquelle liegt, werden hochfrequente Schallwellen auf das Myom gelenkt. Durch die so entstehende Hitze stirbt das Myomgewebe ab und wird anschließend vom Körper abgebaut. Die ambulante Behandlung, während der die Patientin sich nicht bewegen darf, dauert zwischen drei bis fünf Stunden und ist währenddessen schmerzhaft. Im Anschluss an den Eingriff sind die Schmerzen sofort verschwunden und Probleme wie lang anhaltende starke Menstruationen reguliert. Jüngste Studienergebnisse sowie die Erfahrungen in der Praxis haben belegt, dass Schwangerschaften ca. zwei Monate nach dem Eingriff möglich sind, sofern die Behandlung mit einem entsprechend zertifizierten System durchgeführt wird.

Neben den operativen Behandlungsmöglichkeiten stehen auch medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die Antibabypille und reine Gestagenpräparate können in manchen Fällen die starken Blutungen reduzieren, sind jedoch nicht als langfristige Therapie geeignet.

Zu den zugelassenen medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten gehören die „Wechseljahresspritze“ (GnRH-Analoga) und die „Myomtablette“ (Ulipristalacetat,).

Die Palette der Behandlungsmöglichkeiten ist also bemerkenswert lang. Es gibt inzwischen eine ganze Reihe moderner Operationen, die gebärmuttererhaltend sind und zusätzlich radiologische und medikamentöse Optionen. Eine Hysterektomie sollte betroffenen Frauen daher nur dann empfohlen werden, wenn keine der anderen Therapieoptionen durchgeführt werden kann.

Die Webseite der Initiative bietet neben der Beschreibung der Therapien ein Forum für betroffene Frauen und ihre Angehörigen, Tipps und Anträge zur Kostenerstattung, Pressetexte, Ärzteadressen und Meinungen, Erfahrungsberichte von Frauen, Umfragen und vieles mehr. Neu hinzugekommen sind Video-Interviews mit renommierten Ärzten zum Thema Myombehandlung, Patientinnenrechte und Endometriumablation.

Das Beratungstelefon der Initiative „Rettet die Gebärmutter“ ist täglich zwischen 09.00 Uhr und 16.00 Uhr unter der Telefonnummer 06421 3048012 zu erreichen.

Weitere Informationen finden interessierte Frauen und Männer auch auf der Webseite: www.rettet-die-gebaermutter.de und natürlich auch auf Facebook: www.facebook.com/rettet.die.gebaermutter

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Vulvodynie???

Vulvodynie bedeutet so viel wie „Schmerzen im Bereich der Vulva“, für die keine gynäkologische Ursache gefunden werden kann.

Das Phänomen ist nicht neu, aber es ist trotzdem nur wenig bekannt, auch unter Ärzten.

Betroffene Frauen bemerken zunächst Schmerzen beim oder nach dem Geschlechtsverkehr. Das kann bereits beim ersten Geschlechtsverkehr der Fall sein, dann spricht man von einer primären Vulvodynie oder es beginnt erst später (sekundäre Vulvodynie). Außerdem kommen die die Schmerzen bei einem Teil der Frauen ausschließlich bei Berührungen, wie beim Geschlechtsverkehr vor, bei anderen sind sie völlig unabhängig davon und treten beispielsweise im Sitzen oder bei Bewegungen wie beispielsweise beim Laufen auf.

Mögliche Symptome können sein, dass es aufgrund von Schmerzen unmöglich ist, einen Tampon in die Scheide einzuführen, eine frauenärztliche Untersuchung machen zu lassen, Geschlechtsverkehr auszuüben. Die Schmerzen können aber auch ohne äußeren Anlass im Bereich von Scheide und Vulva auftreten und bis zu Enddarm, After, Harnröhre und Damm ausstrahlen.

Man hat festgestellt, dass häufig bevor die Schmerzen zum ersten Mal auftraten, ein Infektionen vorangegangen war, z. B. eine Pilzinfektion. Daher sollte man dies als erstes vom Frauenarzt überprüfen lassen. Wenn von gynäkologischer Seite nichts festgestellt werden kann, die Schmerzen aber unverändert fortbestehen, beginnt für die Frauen sehr oft eine frustrierende Odyssee. Leider bleiben meist auch die Untersuchungen bei Hautärzten, Orthopäden, Neurologen ohne Befund.

Auch ganzheitliche Mediziner, Homöopathen und Heilpraktiker erreichen in der Regel auch keine wesentliche Schmerzlinderung.

Nicht selten endet die Suche nach einer schmerzlindernden Lösung beim Psychologen oder Psychotherapeuten, wo nach seelischen Ursachen gefahndet wird. Inzwischen ist jedoch klar, dass Vulvodynie keine psychische Erkrankung ist! Was nicht heißt, dass die Erkrankung und deren Auswirkungen auf das Leben der betroffenen Frauen nicht Auswirkungen auf deren Psyche haben kann und nicht selten Depressionen zur Folge haben.

Dennoch: Vulvodynie ist eine Schmerzkrankheit, deren Ursachen körperlicher Natur sind.

Der allerwichtigste Schritt ist daher die richtige Diagnose. Wenn frau weiß, woran sie leidet, ist dies schon eine Erleichterung für sie.

Leider ist der normale Weg zur Diagnose und letztendlich zur Therapie, die beschriebene Odyssee von einem Facharzt um nächsten. Denn nur durch das Ausschlussprinzip, können andere Erkrankungen erkannt oder ausgeschlossen werden. Wenn dies allerdings bereits unter der Verdachtsdiagnose einer Vulvodynie geschieht, können alle notwendigen Untersuchungen von Anfang an sehr viel zielgerichteter erfolgen.

Studien zufolge sollen mindestens 20 Prozent aller Frauen wenigstens einmal in ihrem Leben an chronischen Beschwerden und/oder Schmerzen im Vulvabereich leiden!

Bis jetzt ist noch nicht klar, was genau die Ursache für diese oft brennenden, manchmal auch stechenden oder Rasiermesser-artigen, oft unerträglichen Schmerzen ist. Sehr wahrscheinlich gibt es verschiedene Ursachen, die zusammenwirken können und im Endeffekt zu demselben Krankheitsbild führen.

Eine ganz wichtige Rolle spielt dabei das Nervensystem:

  • Eine Störung im Bereich der kleinsten Nervenendigungen kann bestehen. Durch krankhafte gestörte Nervenenden laufen vermehrt entzündliche Reaktionen im Gewebe ab.
  • Bestimmte Beckennerven können geschädigt sein.
  • Eine generelle Veränderung des Schmerzempfindens und der Schmerzverarbeitung im Gehirn ist ebenfalls in der Diskussion.

Weitere wichtige Rollen spielen:

  • das Immunsystem
  • eventuelle Störungen im Gerinnungssystem
  • der Beckenboden
  • eine verminderte Durchblutung im Beckenbereich.

Auch wenn es im Einzelfall nicht immer möglich ist, die ganz spezielle Ursache zu finden, so gibt es bereits etliche Therapiemöglichkeiten.

Medizinische Maßnahmen
Folgende medizinischen Maßnahmen können angewendet werden:

  • In jedem Fall jegliche Vermeidung örtlicher Reize
  • Lokale Therapie mit speziellen Cremes, die beispielsweise Östrogen oder ein örtliches Betäubungsmittel enthalten
  • Medikamente, die bei chronischen Schmerzen zum Einsatz kommen
  • Biofeedbacktraining des Beckenbodens
  • Radiofrequenztherapie
  • Neuromodulation
  • Chirurgische Ausschneidung des Gewebes um den Scheideneingang

Eine gezielten Schmerztherapie kommt dabei die oberste Bedeutung zu. Das Aufsuchen eines Schmerztherapeuten, der sich mit diesem Krankheitsbild auskennt, ist daher vordringlich. Es geht darum, die Schmerzen soweit so weites geht zu mindern oder sogar völlig auszuschalten, damit die Betroffenen ihre Lebensqualität zurück bekommen.

 

 

Wenn die „Tage“ ewig dauern

Starke, langanhaltende Monatsblutungen

Jede fünfte Frau zwischen 30 und 50 Jahren leidet unter starken Regelblutungen. Wenn Hormonbehandlungen oder die Entfernung von Myomen nicht ausreichen, raten Frauenärzte häufig zur Entfernung der Gebärmutter. Das muss nicht sein.

Bei den betroffenen Frauen dauert die Regelblutung länger als 6 – 8 Tage und sie verlieren doppelt so viel Blut (80 ml statt 30 – 40 ml). Blutarmut, eine ausgeprägte Müdigkeit durch den entstehenden Eisenmangel, Krämpfe und Bauchschmerzen können die unmittelbaren körperlichen Folgen sein. Die Bewältigung des normalen Tagesablaufs, wie Arbeit, Einkäufe oder Freizeitaktivitäten wie Sport ist für die betroffenen Frauen gar nicht oder nur mit Anstrengung möglich. Auf Dauer führen diese Nebenwirkungen der Monatsblutung zu einer psychischen und sozialen Belastung, die die Lebensqualität zusätzlich stark beeinträchtigt. 33 Prozent der Frauen können während der „Tage“ nicht an ihren Arbeitsplatz gehen, 66 Prozent scheuen sich aus Furcht vor peinlichen Komplikationen in die Öffentlichkeit zu gehen. – Die Periode bestimmt einen großen Teil ihres Lebens.

Die Ursachen für übermäßige Regelblutungen sind häufig hormonellen Störungen, gefolgt von organischen Veränderungen der Gebärmutter, wie beispielsweise Myome (Muskelknoten), Polypen oder auch Tumore. In den meisten Fällen wird daher zunächst versucht, das Problem mit einer Hormonbehandlung zu lindern, mit der Pille, einer Hormonspirale oder einem Hormonimplantat. Diese Vorgehensweise ist allerdings nur bei etwa der Hälfte der Frauen erfolgreich.

Ein zweiter Schritt ist die Ausschabung, bei der Polypen meist direkt entfernt werden. Zudem dient sie dazu, eine genauere Sicht auf größere Myome zu erhalten. Handelt es sich um gutartige Myome, so gibt es inzwischen eine ganze Palette organerhaltender Behandlungsoptionen, von der Myomenukleation (Herausschälen des Myoms), über die Embolisation (Verödung) bis hin zum Fokussierten Ultraschall.

Sind die Myome nicht Verursacher der Blutungen, wird den betroffenen Frauen
meist zu einer vollständigen Entfernung der Gebärmutter, einer Hysterektomie, geraten.

Ein solch großer operativer Eingriff sei jedoch sehr oft gar nicht notwendig, sagen Experten und verweisen auf moderne Therapieverfahren, mit denen betroffene Frauen deutlich schonender geholfen werden könne. Bei diesen Verfahren wird lediglich die Schleimhaut der Gebärmutter (Endometrium) verödet oder entfernt, so dass sich im monatlichen Zyklus keine neue Schleimhaut mehr aufbauen kann und die Blutung auf ein normales Maß verringert wird oder ganz ausbleibt.

Die sogenannte globale Endometriumablation oder auch „Goldnetz-Methode“ stellt nicht nur eine minimalinvasive, schonende und sichere Therapie dar. Sie kann darüber hinaus auch helfen Kosten einzusparen, haben Experten errechnet. In Frankreich, England, den Niederlanden und der Schweiz wird die Behandlung daher von den dortigen Krankenkassen bereits bezahlt. Dagegen tragen die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland zwar die höheren Kosten für eine eigentlich unnötige „Totaloperation“, die Kostenübernahme für das schonendere Goldnetz-Verfahren muss jedoch in jedem Einzelfall speziell beantragt werden. Doch für die betroffenen Frauen lohnt sich der Aufwand. Inzwischen gibt es auch einige Kliniken, die Verträge mit einzelnen Kassen haben, so dass die Behandlung komplett übernommen wird.

Auf der Webseite www.starke-regelblutung.de sind sie mit einer Suchfunktion nach Postleitzahlen und Krankenkasse gelistet.

Die Initiative „Rettet die Gebärmutter“ informiert auf der Webseite www.rettet-die-gebaermutter.de über alle Behandlungsoptionen. Mit Tipps und Links zu anderen Seiten, Erfahrungsberichten, einem Forum und Statements erfahrener Ärzte, möchte sie Frauen unterstützen und ihnen helfen, eine Alternative zu der vollständigen Entfernung ihrer Gebärmutter zu finden.

Auch ein direkter Kontakt ist seit einem Jahr über das Beratungstelefon möglich.

Kontakt: Initiative Rettet die Gebärmutter
Ansprechpartnerin: Andrea Hartmann
Tel.: 06421 3048012
E-Mail: kontakt@rettet-die-gebaermutter.de
Website: http://www.rettet-die-gebaermutter.de

Buchtipp: Gebärmutterentfernung!? Organerhaltende Operationsmethoden bei Erkrankungen der Gebärmutter.

Eine Entscheidungshilfe für betroffene Frauen

Die Gebärmutter ist mehr als nur ein Reproduktionsorgan. Dennoch werden fast

90 Prozent der Gebärmutterentfernungen aufgrund gutartiger Erkrankungen vorgenommen, und gerade bei Myom-Befunden oft vorschnell zur Organentfernung geraten.

Frauen nehmen das „weiblichste“ aller Organe durchaus unterschiedlich wahr. So kann der Verlust der Gebärmutter als tiefer Einschnitt in die weibliche Mitte erlebt werden, während andere Betroffene den Eingriff als für sie richtig empfinden. Die Praxis zeigt, dass die Zufriedenheit der Patientinnen mit der Behandlungssituation zunimmt, je umfassender sie über individuelle Faktoren Bescheid wissen.

In ihrer Entscheidungshilfe für betroffene Frauen informiert Gerlinde Debus, Professorin und Chefärztin an der Frauenklinik Dachau, über die heute angewandten Operationsverfahren und chirurgischen Eingriffe bei Gebärmuttererkrankungen, wie Senkungen, Myome, Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut, Krebsvorstufen und Karzinome. Im Kontext der jeweiligen Krankheitsbilder werden Diagnostik und organerhaltende operative Therapien anschaulich beschrieben, deren Vor- und Nachteile für die Patientin aufgezeigt, und, wann eine Gebärmutterentfernung medizinisch notwendig sein kann.

Mit Tipps und Informationen des FrauenGesundheitsZentrum München e.V.

Broschiert erhältlich, Preis ca. 21,90 Euro

Buchtipp: Myome

„Myome“ ist ein Buch, dass gut verständlich geschrieben ist und alle Behandlungsmöglichkeiten aus Schulmedizin, ebenso wie naturheilkundliche Methoden ausführliche beschreibt und dabei viele Tipps bietet.

Von Karin Schönig mit Illustrationen von Brigitta Kerber, herausgegeben vom Frauen-Gesundheitszentrum München. Als Taschenbuch erhältlich, Neuauflage 2014, Preis ca. 8,50 Euro im Buchhandel

Gebärmutterhalskrebs – Welche Therapien gibt es?

Operative Eingriffe

Konisation
In ganz frühen Stadien des Gebärmutterhalskrebses (Zervixkarzinom) und wenn die betroffene Frau noch einen Kinderwunsch hat, kann eine Konisation durchgeführt werden. Dabei wird kegelförmig der Teil des Muttermundes und der Schleimhaut des Gebärmutterhalses entfernt, der die veränderten Gewebebereiche enthält. Dies wird entweder mittels Laser durchgeführt oder das Gewebe wird mit einer Elektroschlinge abgetragen. Beide Methoden sind schonender und beeinträchtigen die Funktion des Gebärmutterhalses weniger als die Entfernung mit dem Skalpell.
Zusätzlich zur Konisation wird in der Regel eine Ausschabung (Kürettage) vorgenommen.

Ist der Tumor weiter ausgedehnt, kann eine Teilentfernung des Gebärmutterhalses vorgenommen werden, nach der aber eine Schwangerschaft immer noch möglich ist.

Gebärmutterentfernung (Hysterektomie)
Eine Gebärmutterentfernung ist dann üblich, wenn sich bereits größere Tumore gebildet haben, die aber auf die Gebärmutter begrenzt sind. Bei diesem Eingriff werden auch der Halteapparat und die Lymphknoten entlang der großen Beckengefäße entfernt.
Bei fortgeschrittenen Tumoren wird der Eingriff über einen Bauchschnitt gemacht. Falls sie noch nicht zu groß sind, kann die Operation gegebenenfalls schonender durch die Scheide oder minimal-invasiv mit kleinen Einschnitten durch die Bauchdecke (laparoskopisch) durchgeführt werden.

Radiochemotherapie
Bei einem weitergehenden Befall  anderer Organe und Lymphgefäße wird in der Regel neben der Operation noch entweder eine Radiochemotherapie oder eine Chemotherapie gemacht, um das Rückfallrisiko zu senken. Strahlen- und Chemotherapie werden inzwischen meistens als Kombination eingesetzt, um die Wirkung zu optimieren. Die Behandlungsergebnisse sind deutlich besser.
Auch bei ausgedehnten Tumoren, die bis zur Beckenwand gewachsen sind und zusätzlich den Halteapparat betreffen sowie bei Krankheitsrückfällen, wird heutzutage die Radiochemotherapie eingesetzt.

Chemotherapie
Die Methode dient dazu, Krebszellen zu zerstören. Die Wirkung der Therapie betrifft den gesamten Körper und verhindert die Teilung der Tumorzellen. Dadurch sterben die Tumore ab. Der Vorteil der Chemotherapie ist, dass sie auch Tumorzellen erreicht, die sich weit vom Ursprungstumor entfernt gebildet haben und unentdeckt geblieben sind. Ihr Nachteil ist, dass sie nicht nur kranke Zellen, sondern auch gesunde angreift und schädigt. Dadurch leiden die Patientinnen unter Nebenwirkungen wie Haarausfall, Übelkeit, Müdigkeit und erhöhter Anfälligkeit für Infektionen.

Strahlentherapie
Es gibt zwei Verfahren der Strahlentherapie. Die Kontaktbestrahlung ist eine Strahlenquelle, die für kurze Zeit in die Scheide eingebracht wird und das Tumorgewebe gezielt zerstört, ohne umliegende und/oder empfindliche Organe wie Blase und Darm zu belasten.
Die sogenannte perkutane Hochvoltstrahlung wird von außen durch die Haut durchgeführt. Das computergestützte Verfahren belastet möglichst wenig gesundes Gewebe.
Nebenwirkungen der Strahlentherapie sind die Beeinträchtigung der Eierstockfunktion, die Beschädigung der Scheidenschleimhaut und die damit einhergehende Trockenheit der Scheide und Beeinträchtigung im Sexualleben. Entzündungen benachbarter Organe, v. a. der Harnröhre, der Blase und des Enddarms.

Schwangerschaft und Myome – geht das?

Laut einem Artikel in der Fachzeitschrift „Der Frauenarzt“ haben Frauen mit Kinderwunsch durch die Entfernung von Myomen oder auch Polypen mit der operativen Hysteroskopie eine sehr viel höhere Chance, nach dem Eingriff noch schwanger werden zu können.  Immer häufiger wird die Myom-Entfernung (Resektion) mit Geräten der neuen Generation sogenannter mechanischer Schneidesysteme (Rotorresektoskope) durchgeführt. Mit Geräten wie dem in Deutschland bislang am häufigsten verwendeten MyoSure sei die OP-Zeit kürzer, die Erfolgsrate höher und die Komplikationsrate deutlich geringer, erläutert der Autor PD Dr. med. Daniel Böhm.

Laut einer Studie konnte eine Verdoppelung der Schwangerschaftsrate nach der Myomentfernung festgestellt werden.
Gründe dafür könnten u. a. die direkte Sicht des Operationsraums durch eine Kamera sein. Dadurch und durch das zusätzlich neue Verfahren der effizienten Gewebeentfernung mittels Rotationsbewegung wird auch das Risiko einer Perforation der Gebärmutterwand entscheidend minimiert.

*Quelle: FRAUENARZT 55 (2014), Nr. 2, S. 156 – 157

Myome – Medikamentöse Optionen

 

Es stehen medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die Antibabypille, auch wenn sie in manchen Fällen die starken Blutungen reduziert, ist keine Behandlungsmethode bei Myomen.

Zu den zugelassenen medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten gehören die „Wechseljahresspritze“ (GnRH-Analoga) und die „Myomtablette“ (Ulipristalacetat,). GnRH-Analoga verursachen einen Stopp der Blutung und ein Schrumpfen der Myome. Durch den Hormonentzug kommt es jedoch zu Wechseljahres-ähnlichen Beschwerden und die Dauer der Behandlung ist daher auf 6 Monate beschränkt. Im Anschluss an die Therapie kommt es meist wieder zu einem schnellen Wachstum der Myome. Ulipristalacetat beeinflusst die Aktivität von Progesteron, einem Hormon, das in der Gebärmutterschleimhaut beziehungsweise in Myomen selbst vorkommt, und entfaltet dort seine Wirkung. Durch die innovative Substanz wird die Blutung meist schnell reguliert oder sogar gestoppt. Die Größe der Myome reduziert sich in sehr vielen Fällen. Typische Beschwerden wie Druck auf den Darm oder die Blase können so verringert werden.

Eine Kombination aus dieser 12-wöchigen medikamentösen Behandlung und einer schonenden operativen Methode scheint bei vielen Myomen sinnvoll zu sein. Denn neben einer sofortigen Beschwerdeverbesserung ist die Patientin in einer besseren körperlichen Verfassung. Durch die Regulierung des starken Blutverlusts, der oft mit einer Blutarmut (Anämie) einhergeht,  bereits vor der Operation, kann die Erkrankungsrate (Morbidität) nach der OP nachweislich gesenkt werden. Seit 2014 kann die 12-wöchige Behandlung mit Ulipristalacetat nun einmal wiederholt werden. Studien zur Langzeit-Intervalltherapie mit dem Medikament sind bereits abgeschlossen und machen Hoffnung, dass zukünftig eine ursächliche Behandlung von Myomen ohne Operation möglich ist.

 

Weitere Informationen unter www.rettet-die-gebaermutter.de

Wir beraten Sie gerne!

Nach einem „Testlauf“ ist das Beratungstelefon der Initiative „Rettet die Gebärmutter“ seit Frühjahr 2016 nun fester Bestandteil des inzwischen umfangreichen Angebots der Initiative. „Seit dem offiziellen Start hat eine Vielzahl betroffener Frauen angerufen. Manche rufen auch ein zweites oder drittes Mal an und es gibt ein- bis zwei Mailkontakte, weil wir natürlich vor allem auch Adressen engagierter Ärzte weitergeben. Es ist unser Anliegen, Frauen zu ermutigen, eine Zweitmeinung einzuholen, wenn die einzige Behandlungsoption, die ihnen vorgeschlagen wurde, eine Gebärmutterentfernung ist. – Was bei Myomen oder einer Menorrhagie die letzte Option neben einer ganzen Palette organerhaltender Therapien sein sollte.“

Deshalb können sich Frauen nun sowohl auf der Webseite, auf der Facebook-Seite oder eben im persönlichen Gespräch über die vielen modernen Möglichkeiten, die zur Verfügung stehen, informieren.

Weitere Infos und die aktuelle Pressemeldung gibt es hier: http://www.rettet-die-gebaermutter.de/PMBeratungstelefon

Das Beratungstelefon ist montags bis freitags von 09.00 bis 16.00 Uhr unter der Telefonnummer 06421 3048012 besetzt.

Polypen – Ursache, Diagnose und Behandlung

PolypenPolypen sind meist ungefährliche Geschwulste. Sie wachsen auf der Schleimhaut in der Gebärmutter oder auch im Gebärmutterkanal. Sie sind gutartig und oft bemerken Frauen gar nicht, dass sie Polypen haben, es sei denn, der Arzt entdeckt sie. Manchmal verursachen sie jedoch Beschwerden. Da sie weich und leicht verletzbar sind, bluten sie sehr schnell. Ein Polyp kann also Ursache für Zwischenblutungen, unregelmäßige und auch starke Blutungen sein.

Grundsätzlich sind Polypen  Gewebeablagerungen, die sich überall entwickeln können, wo sich im menschlichen Körper Schleimhäute befinden: in der Nase, im Darm oder in der Gebärmutter.

Die genaue Ursache für das Entstehen von Polypen ist nicht geklärt, allerdings vermutet man einen Zusammenhang zwischen der Hormonproduktion von Östrogen und Gestagen und einem Ungleichgewicht beider, wie etwa in den Wechseljahren. Die Folge ist eine überdurchschnittlich hohe Zellteilung in manchen Bereichen der Schleimhaut.

Diagnose
Durch einen vaginalen Ultraschall untersucht der Arzt die Innenwände der Gebärmutter. Haben sich dort Polypen gebildet, sollten sie regelmäßig überprüft werden. Befinden Sie sich im Gebärmutterhals und/oder verursachen Blutungen, sollten sie entfernt werden.

Behandlung
Kleine Polypen an der Oberfläche des Gebärmuttermundes werden häufig, gleich in der Praxis, unter örtlicher Betäubung abgetragen.

Größere Polypen oder Polypen in der Gebärmutter werden hysteroskopisch (Gebärmutterspiegelung) entfernt. Die Geräte, z. B. MyoSure, werden mit Hilfe einer kleinen Kamera durch die Scheide in die Gebärmutter eingeführt. Der Eingriff kann in einem ambulanten Operationszentrum oder in einem Krankenhaus durchgeführt werden. Er dauert in der Regel etwa 15 Minuten.