Gebärmutterspiegelung: Wie funktioniert sie?

Spek-Endo-Op-04Die Gebärmutterspiegelung oder Hysteroskopie dient sowohl zur Diagnose  als auch zur Therapie. In beiden Fällen wird ein spezielles Endoskop durch die Vagina und den Gebärmutterhals in die Gebärmutterhöhle eingeführt.

Die diagnostische Gebärmutterspiegelung kann ohne Narkose oder unter örtlicher Betäubung und ambulant durchgeführt werden. Der Schaft, der dem Arzt den Einblick ermöglicht, ist nur drei bis fünf Millimeter dick. Die Gebärmutterspiegelung kann dazu dienen, dass der Frauenarzt die Ursachen für Blutungsstörungen und ungewollte Kinderlosigkeit aufspürt. Auch Veränderungen an der Schleimhaut, Polypen oder Myome können so erkannt werden. Zur besseren Sicht des Arztes wird die Gebärmutter während des Eingriffs mit einem Gas oder einer viskosen Flüssigkeit entfaltet.

Für die operative Hysteroskopie muss der Gebärmutterhals bis auf acht Millimeter geweitet werden. Deshalb findet sie unter Vollnarkose statt. Da es bei einer Operation immer zu Blutungen kommt, dient die viskose Flüssigkeit nicht nur zur Entfaltung der Gebärmutter, sondern gleichzeitig zur Spülung des Operationsfeldes. Der Arzt kann während der Hysteroskopie gezielt zum Beispiel veränderte Schleimhaut abtragen oder Gewebe entnehmen, die Schleimhaut veröden, Myome entfernen und verrutschte Spiralen zur Schwangerschaftsverhütung positionieren oder entfernen.

In der Regel ist im Anschluss ein Aufenthalt von nur ca. zwei Stunden notwendig. Eventuell tritt ein periodenartiges Ziehen ein. Ansonsten sind keine Nebenwirkungen bekannt.

 

Werbeanzeigen

Gebärmuttervergrößerung: Was bedeutet das?

Ist die Gebärmutter vergrößert, kann das verschiedene Ursachen haben. Zum einen kann das sonst ca. 7 cm lange, birnenförmige Organ während einer Schwangerschaft stark an Größe und Masse zunehmen, wenn es sich – z. B. angepasst an das Wachstum des Babys – ausweitet.

Einige Frauen können aber auch von Geburt an eine größere Gebärmutter haben, als andere oder es kann zu einer bedeutungslosen Vergrößerung im Alter kommen. Alle drei Varianten sind jedoch physiologische Gebärmuttervergrößerungen und sind nicht in einer Krankheit begründet.

Im Gegensatz dazu gibt es auch Veränderungen an der Gebärmutter, die eine Ursache haben und zu Beschwerden bzw. Problemen führen können. Hierzu zählt die Vergrößerung durch Zysten (flüssigkeitsgefüllte Hohlräume), durch gutartige Tumore (Myome) oder bösartige Tumore.
Treten diese Gewebsveränderungen vereinzelt auf, ist die Gebärmutter nur teilweise vergrößert, sind sie in einer größeren Anzahl vorhanden, kann sie jedoch auch im Ganzen an Größe zunehmen (z.B. bei einem Uterus myomatosus).

Ab einer bestimmten Größenzunahme können dann verschiedene Symptome hinzukommen, so zum Beispiel starke und lang anhaltende Regelblutungen, Schwierigkeiten schwanger zu werden, oder auch Probleme beim Wasserlassen, Verstopfungen, Kreuzschmerzen und Durchblutungsstörungen durch den erhöhten Druck auf die umliegenden Organe (Harnblase, Harnleitern, Darm, Nerven und Gefäße).

Kleine Geschichte der Bauchspiegelung

1806 entwickelte der Mediziner Bozzini die ersten Geräte, die es ermöglichten, Einblicke in Körperhöhlen zu erhalten.

Über ein Jahrhundert später, 1907 machte der Dresdener Georg Kelling (1866 – 1945) eine Laparoskopie bei einem Hund. Es sollte weitere neun Jahre dauern, bis der Schwede Hans Christian Jacobaeus (1879 – 1937) die erste (diagnostische) Laparoskopie beim Menschen durchführte.

In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Laparoskopie erstmals auch zur Therapie eingesetzt.

Einen entscheidende Weiterentwicklung der Bauchspiegelung machten zwei Pioniere der minimal-invasiven Chirurgie:
1980 führte der Gynäkologen Kurt Semm die erste laparoskopische Blinddarmentfernung durch.
Die erste Bauchspiegelung über mehrere Zugänge, so wie es heute üblich ist, wurde 1987 durch den Franzosen Phillipe Mouret (*1937) gemacht.

Behandlung außen liegender Myome

Myome treten bei etwa 20 bis 50 Prozent aller Frauen über 30 Jahre auf, davor sind sie sehr selten. Am häufigsten kommen sie bei Frauen zwischen dem 35. und 55. Lebensjahr auf. Sie sind ungefährlich, können aber je nach Lage, Größe und/oder Anzahl schmerzhaft sein, zu einer Gebärmuttervergrößerung führen und dadurch evtl. Auch auf Blase und Darm drücken. Häufig verursachen Sie bei den betroffenen Frauen starke und lang anhaltende Monatsblutungen.

Die meisten Myome liegen in der Gebärmutter, entweder unterhalb der Gebärmutterschleimhaut (submukös), in der Gebärmutterwand (intramural) oder haben einen Stil, der in den Gebärmutterinnenraum hineinragt.

Wie können diese Myome möglichst schonend entfernt werden?

Es gibt aber auch Myome die außen auf der Gebärmutter liegen (subserös). Diese können flach aufliegen oder gestielt sein.

Für die operative Entfernung dieser  Myome kommt die Myomenukleation, das Ausschälen der aufliegenden Myome in Frage, die über eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) gemacht wird. Je nach Größe des gestielten Myoms, kann es zerteilt oder kompakt am Stil abgetrennt und aus dem Bauchraum entfernt werden.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Myome nach der Myomenukleation erneut auftreten (rezidivieren), beträgt etwa 15 Prozent (Quelle: Onmeda). 

Gebärmuttersenkung: Was kann man tun?

Welche Behandlungen möglich sind, hängt zunächst einmal vom Grad der Senkung ab und ist abhängig vom Alter, dem Allgemeinzustand und nicht zuletzt von den Wünschen der Patientin.

Leichte Senkungen können betroffene Frauen mit einem regelmäßigen Beckenbodentraining verbessern und ein weiteres Senken verhindern.

Nach den Wechseljahren kann der Arzt die Senkung mit Östrogenzäpfchen oder –cremes behandeln.

Bei schwereren Fällen ist eine Operation notwendig. Abhängig davon, ob die Blase oder der Darm betroffen ist, wird die vordere oder hintere Scheidenwand abgelöst, überflüssige Haut entfernt und anschließend vernäht. Dies wird als Scheidenplastik bezeichnet. Der Eingriff ist im günstigen Fall durch die Scheide möglich. Wenn die Blase angehoben und der Harnweg korrigiert werden muss, ist ein Eingriff durch die Bauchdecke notwendig.

Durch schalen-, ring- oder bügelförmige Pessare aus Porzellan oder Hartgummi können die Beschwerden verbessert werden. Sie werden vom Arzt in die Scheide eingeführt und dienen dazu, die Gebärmutter zu stützen. Dieses muss in regelmäßigen Abständen (6 – 8 Wochen) ausgewechselt und gereinigt werden, um Entzündungen vorzubeugen. Pessare behandeln aber ausschließlich die Symptome, ändern aber nichts an den Ursachen für die Senkung.

Häufig werden Pessare bei älteren Patientinnen eingesetzt, denen man eine Operation nicht mehr zumuten möchte.

Ein neueres Operationsverfahren ist das sogenannte TVM-Verfahren (transvaginal mesh). Dabei platziert der Operateur über die Scheide ein Netz zwischen Blase und Beckenboden, das die inneren weiblichen Geschlechtsorgane wie eine Hängematte hält.

Tritt infolge der Gebärmuttersenkung eine Harninkontinenz auf, kann eine TVT-Operation helfen. TVT (tension free vaginal tape). Der Arzt legt dabei über die Scheide ein Kunststoffband um den obersten Teil der Harnröhre, der an die Blase anschließt. Dieses Verfahren hilft bei etwa 90 Prozent der betroffenen Frauen mit Harninkontinenz. Bei Bedarf kann der Operateur es im gleichen Eingriff wie das TVM-Verfahren durchführen oder ambulant unter örtlicher Betäubung.

Endometriumablation – Was ist das?

1979 wurde die Endometriumablation von dem amerikanischen Gynäkologen Milton H. Goldrath entwickelt und erstmals bei dysfunktionellen Blutungen durchgeführt. Er benutzte dazu den Nd: YAG-Laser, mit dem er die Gebärmutterschleimhaut thermisch verödete. Das Instrument wurde bereits durch eine Gebärmutterspiegelung (über die Scheide) eingeführt. In der Folgezeit wurden verschiedene Methoden entwickelt. Einige verödeten ebenfalls die Gebärmutterschleimhaut, bei anderen wurde sie entfernt. Dadurch wurde der weitere Aufbau der Schleimhaut verhindert und die Blutung verhindert.

Die verschiedenen Verfahren werden unterteilt in:

Methoden der 1. Generation

  • Nd: YAG-Laser
  • Schlingenresektion
  • Mikrowellenkoagulation
  • Rollerball

und

Methoden der 2. Generation

  • Ballontherapie
  • Hydrothermablation
  • Kryochirurgisches Verfahren
  • Goldnetzmethode

Die Methoden der 2. Generation unterscheiden sich dadurch von denen der 1. Generation, dass sie die gesamte Schleimhaut gleichzeitig und homogen behandeln. Sie sind zudem einfacher erlernbar und leichter zu handhaben.

Moderne Endometriumablation

Bi-Clamp-Verfahren: Was ist das?

Diese Methode ermöglicht eine Operation durchzuführen, ohne dass
Umstechungen gemacht werden müssen. Das Gewebe wird
versiegelt, bevor es durchtrennt wird. Die Vorteile der Methode liegen unter anderem darin, dass kein Fadenmaterial in den Körper eingebracht werden muss.
Außerdem ist der Blutverlust bei dieser Technik sehr gering, was von Vorteil für die Regeneration der Patienten ist. Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass es durch den schonenden Eingriff zu weniger Schmerzen nach der Operation kommt.

Dieses Verfahren wird bei allen Bauchspiegelungen und bei den meisten Gebärmutterentfernungen durchgeführt.

Verwachsungen im Bauchraum – Warum?

Verwachsungen entstehen während der Wundheilung und verbinden normalerweise voneinander getrennte Organsysteme. Manchmal sind sie angeboren, oftmals entstehen sie aber nach Operationen. Des Weiteren können sie bei entzündlichen Unterleibserkrankungen oder im Rahmen einer Endometriose entstehen.

Häufigkeit
Studien zufolge  treten Verwachsungen im Bauchraum nach 50 – 100 % aller Operationen auf. Besonders Patienten, die an der Gebärmutter, den Eileitern oder Eierstöcken oder auch am Darm operiert werden, haben ein hohes Risiko. Auch bei Eingriffen innerhalb des kleinen Beckens (mit Eröffnung des Bauchfells), die zum Beispiel bei Darmresektionen oder für die Endometriose-Behandlung notwendig sind, entstehen häufig Verwachsungen.

Wie entstehen Verwachsungen?
Verwachsungen sind eine Reaktion der Wundheilung und entstehen immer dann, wenn das Bauchfell oder andere innere Organe verletzt werden. Das Bauchfell, eine dünne Gewebeschicht, die die Organe überspannt und voneinander abtrennt, wird zu Beginn der Operation eröffnet. Bereits in diesem Moment beginnt die Wundheilung und es entsteht ein sogenanntes Wundsekret. Das darin enthaltene Eiweiß (Fibrin) legt sich auf die Wunde. Seine Eigenschaften bewirken, dass sich benachbarte (Organ-)Oberflächen anhaften. Ist die Durchblutung ausreichend und wird das Eiweiß wieder abgebaut, dann trennen sich die beiden Oberflächen wieder voneinander. Ist dies nicht der Fall, dann beginnt nach etwa 5 – 7 Tagen die Narbenbildung.

Aus den Verklebungen/Verwachsungen entstehen in der Folgezeit Bindegewebsstränge, die sogar Blutgefäße und Nerven enthalten können.

Die Verwachsungen verbinden so Organe miteinander oder fixieren sie an die Bauchwand. Oftmals bleiben sie unbemerkt, weil sie keine Beschwerden verursachen. Allerdings ist es auch möglich, dass sie sowohl die Gesundheit als auch die Lebensqualität sehr beeinträchtigen.

Folgen von Verwachsungen:

  • Gynäkologische Beschwerden
  • Weibliche Unfruchtbarkeit
  • Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Stuhlunregelmäßigkeiten
  • Chronische Bauchschmerzen
  • Risiko von Organverletzungen bei Folgeoperationen

Was reduziert das Auftreten von Verwachsungen?

  • Eine möglichst gewebeschonende Operationstechnik
  • Ergänzend dazu gibt es Produkte, Gele oder spezielle Filme, die während der Operation auf die Bauchfellwunden aufgetragen werden können. Im Bauchraum zurückgelassene Flüssigkeit kann ebenfalls sinnvoll sein. Die Entscheidung, welches Mittel die Entstehung von Verwachsungen am besten verringert, entscheidet der Operateur.

Fragen Sie nach, ob solche Mittel eingesetzt werden.

Entfernung von Endometriose und Myomen

An der Universitätsklinik Heidelberg wird seit 2015 die moderne 3D-Operationstechnik eingesetzt, die es ermöglicht, minimal-invasive Operationen mit Hilfe der 3D-Bildwiedergabe durchzuführen. Damit können mit einem speziellen Laparoskop dreidimensionale Bilder aus dem Körperinneren auf die Bildschirme im OP gelangen, damit die Chirurgen ein besseres räumliches Verständnis des Eingriffsbereichs gewinnen.

Laparoskopische Operationen haben grundsätzlich einige Vorteile für die Patientinnen. Sie haben vergleichsweise geringe Schmerzen im Anschluss an den Eingriff und die Heilung der kleinen Hautschnitte geht sehr schnell. Daneben bietet das neue Verfahren eine noch größere Sicherheit. Die Operateure können mit der neuen Technik noch präziser arbeiten.

Das neue Verfahren soll vor allem bei der Entfernung von gut-und bösartigen Tumoren, wie beispielsweise Myomen, die im kleinen Becken liegen oder zur Behandlung von Endometriose eingesetzt werden. Dies bietet vor allem auch bei Myomen und Endometriose, die außerhalb der Gebärmutter liegen, neue Möglichkeiten. (Quelle: aerzteblatt.de)

Weitere Infos: http://www.rettet-die-gebaermutter.de

Zwischenblutungen – Welche Ursachen gibt es?

Zwischenblutungen treten zwischen zwei normalen Regelblutungen auf. Oft sind sie nicht so stark wie die eigentliche Menstruation, können eine leichte Schmierblutungen sein aber auch, je nach Ursache, eine länger anhaltende Blutung mit krampfartigen Bauchschmerzen. Zwischenblutungen sind häufig harmlos, beispielsweise als Reaktion auf psychische Belastungen oder als sogenannte Ovulationsblutung zum Zeitpunkt des Eisprungs. Sie können aber auch ein Alarm-Symptom für ernste Erkrankungen sein und sollten deshalb ärztlich untersucht werden.


Ursachen von Zwischenblutungen

Foto von bruce mars von Pexels

Es gibt mehrere Ursachen für Zwischenblutungen. Häufig kommen sie bei jungen Frauen nach der ersten Monatsblutung vor, wenn sich der monatliche Zyklus erst noch einspielen muss. Auch vor der der letzten Regelblutung (Menopause) sind  Zwischenblutungen normal.

Psychische Belastungen, Stress oder Angst haben einen großen Einfluss auf die Menstruation und können auch Zwischenblutungen auslösen.


Erkrankungen als Ursache von Zwischenblutungen

Obwohl Zwischenblutungen häufig harmlos sind, können sie auch ein Zeichen für eine Erkrankung sein. Dazu gehören insbesondere:

  • Hormonelle Störungen wie Östrogenschwankungen, Östrogenmangel, gestörter Regelkreis von Follikel-stimulierendem Hormon (FSH) und (LH) oder Gelbkörperschwäche
  • Erkrankungen an den Geschlechtsorganen wie Gebärmuttermyome und Gebärmutterentzündungen, Eierstockzysten und Eierstockentzündungen, Wachstum von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter (Endometriose) sowie Eileiterschwangerschaft
  • Krebserkrankungen wie Gebärmutterkrebs, Gebärmutterhalskrebs oder Scheidenkrebs sowie Gehirntumore (zum Beispiel ein Prolaktinom in der Hirnanhangdrüse)
  • Stoffwechselstörungen wie Schilddrüsenfunktionsstörungen und Diabetes mellitus
  • Sexuell übertragbare Erkrankungen wie beispielsweise Chlamydien
  • Verletzte Blutgefäße, etwa nach sexuellem Kontakt
  • Hormonelle Verhütungsmittel („Pille“, Spirale)
  • Leber- und Nierenerkrankungen


Wann zum Arzt bei Zwischenblutungen?

Zwischenblutungen gehören in frauenärztliche Behandlung. Das gilt vor allem, wenn Blutungen ohne jeden Rhythmus oder nach der Menopause auftreten. Plötzlich auftretende und starke Blutungen (vor allem in der Schwangerschaft) sind ein Notfall.

Weitere Informationen: www.rettet-die-gebaermutter.de