HPV-Impfung für alle Kinder

In Zukunft werden die Kosten für die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV)  für alle Kinder zwischen 9 und 14 Jahren von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Dies hat der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) am Donnerstag in Berlin beschlossen. Grund­lage der Änderung der Schutzimpfungs-Richt­linie (SI-RL) war die erweiterte Impfempfehlung der Ständigen Impf­kom­mission (STIKO), bisher die HPV-Impfung nur für Mädchen empfohlen hatte. Generell können Jugendliche, die das 14. Lebensjahr bereits vollendet haben, Impfungen noch bis zum vollendeten 18. Lebensjahr nachholen.

Foto von Bess Hamiti von Pexels

HPV-Impfungen schützen vor der Infektion mit in den Impf­stoffen enthaltenen HPV-Typen. HPV-Infektionen verlaufen meist ohne typische Symptome. Sie können aber Krebs und Genitalwarzen verursachen. Laut Angaben der STIKO erkranken in Deutschland jedes Jahr etwa 6.250 Frauen und ca. 1.600 Männer an HPV-bedingten Karzino­men im Bereich der Zervix, Vagina, Vulva bzw. des Penis sowie im Bereich von Anus und Rachen.

Nun veröffentlichte  die STIKO im Juni die Empfehlung, dass sich auch Jungen zwischen 9 und 14 Jahren gegen HPV impfen lassen sollten. Begleitend stellt das Robert Koch-Institut (RKI) auf seinen Internetseiten FAQ zum Erreger und der Impfung sowie einen Ratgeber für die Fachöffentlichkeit zur Verfügung.

 

 

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Feigwarzen, Genitalwarzen (Kondylome)

Was bezeichnet man als Feigwarzen?
Feigwarzen sind gutartige Gewebswucherungen, die auf den äußeren Geschlechtsteilen entstehen können. Es kann auch vorkommen, dass sie sich auf umliegende Hautpartien ausbreiten.

Ursachen
Feigwarzen gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen und entstehen durch eine Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV), den sogenannten „Low-risk-HPV-Typen 6 und 11″. Diese sind nicht für die Entstehung von Krebs verantwortlich.

Eine Voraussetzung für die Bildung von Feigwarzen sind kleine, oberflächliche Verletzungen der Haut, wie sie auch beim Geschlechtsverkehr auftreten können. Durch eine vorhandene Hauterkrankung oder eine Immunabwehrstörung erhöht sich das Ansteckungsrisiko.

  • In seltenen Fällen kommen indirekte Ansteckungen vor, beispielsweise durch die Benutzung eines verschmutzten Handtuchs.
  • Babys können bei der Geburt angesteckt werden.

Feigwarzen können eine rötliche bis grau-bräunliche oder auch weiße Farbe haben. Sie können stecknadelkopfgroß sein, aber auch Wucherungen, die mehrere Zentimeter große Flächen bedecken.

Ansteckungsrisiko
Obwohl das Risiko einer Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV) bei 80 % liegt, entwickeln sich nur bei 2 % der Infizierten Feigwarzen. Allerdings können alle Personen, die infiziert sind, Überträger der HPV-6 oder HPV-11- Viren sein.

Besonders junge Menschen zwischen dem 20. und 24. Lebensjahr gehören zur Risikogruppe.

Welche Körperstellen können betroffen sein?
Bei Frauen:

  • Scheideneingang
  • Innere und äußere Schamlippen
  • Scheide und Gebärmutterhals,
  • Damm
  • After
  • Harnröhre
  • Schamhügel

Symptome
Es dauert meist einige Wochen, häufig sogar Monate bis die ersten Feigwarzen auftreten. Sie verursachen häufig keine Symptome.

Es kommt vor, dass die Warzen ein Jucken und Brennen verursachen. Bei Frauen kann es auch zu Ausfluss kommen.

Diagnose
Meist erfolgt eine Diagnose durch eine körperliche Untersuchung, Abstrichen und durch Gewebeuntersuchungen. Bei Frauen wird häufig zusätzlich die Gebärmutter mit einem Spezialmikroskop  (Kolposkop) untersucht.

Zudem sind weitere Test auf sexuell übertragbare Krankheiten wie HIV/AIDS, Syphilis, Hepatitis B und C sinnvoll, um diese ausschließen zu können. Dazu wird eine Blutprobe entnommen.

WICHTIG! Bei Verdacht auf Genitalwarzen sollte immer auch der Partner/die Partnerin untersucht werden!

Behandlung
Die Behandlung der Feigwarzen richtet sich nach dem Ort und der Ausprägung der Warzen. Grundsätzlich gibt es lokale Medikamente wie Cremes oder Lösungen zu Auswahl. Es ist auch möglich, die Warzen operativ zu entfernen.

In 30 % der Fälle ist eine Behandlung nicht notwendig. Die Feigwarzen heilen von selbst wieder ab. Dies kann allerdings einige Monate dauern.
Selbst wenn die Feigwarzen erfolgreich behandelt wurden,  besteht immer das Risiko, dass sie wiederkehren.

Schutz vor Ansteckung
Die Benutzung von Kondomen minimiert das Risiko einer Ansteckung. Falls sich die Warzen an einer anderen Stelle als Vagina oder Penis gebildet haben, schützt das Kondom allerdings nicht. Der direkte Kontakt mit befallenen Hautpartien sollte vermieden werden. Zudem ist es ratsam, getrennte Bade- und Handtücher zu verwenden.

Die Vierfach-Impfung gegen HPV schützt auch gegen die Hauptverursacher von Feigwarzen HPV-6 und HPV-11.

HPV-Impfung für Mädchen ab neun Jahren

Die jährlichen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) wurden Ende August veröffentlicht. Dabei gibt es eine wesentliche Änderung:
Die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV-Impfung) soll früher als bisher gegeben werden. Junge Mädchen sollen nun bereits ab 9 Jahren und nicht wie bisher ab 12 Jahren gegen HPV-Hochrisikotypen 16 und 18, die den Gebärmutterhalskrebs verursachen, geimpft werden.

Vorzugsweise sollen 9- bis 13- beziehungsweise 14-Jährige (je nach verwendetem Präparat) geimpft werden. In diesem Alter sind zwei HPV-Impfungen ausreichend. Selbstverständlich soll eine fehlende Grundimmunisierung für Mädchen im Alter bis 17 Jahre weiterhin nachgeholt werden, dann sind allerdings drei Impfungen notwendig.

Die U11-Untersuchung ist eine gute Gelegenheit
Ausdrückliches Ziel der STIKO bei diesen Änderungen ist die Reduktion der Krankheitslast durch Gebärmutterhalskrebs. Die frühe Impfung bietet gleich zwei Vorteile: Zum einen ist die Impfung bei jungen Mädchen besonders wirksam, zum anderen wird ein sicherer Impfschutz schon vor den ersten Intimkontakten aufgebaut. Da HPV sehr weit verbreitet sind, kommt es oftmals bereits bei den ersten sexuellen Kontakten zu einer Infektion.
Die U11, zu der viele Mädchen ohnedies beim Arzt erscheinen, bietet eine gute Gelegenheit.

Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs

Was zunächst einmal ganz wichtig ist: Gebärmutterhalskrebs ist vermeidbar! Wenn man die jährlichen Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch nimmt, ist dies ein guter Schutz vor der Entstehung des Krebses. – Leider ist trotzdem heutzutage Gebärmutterhalskrebs – nach Brustkrebs- immer noch die zweithäufigste Todesursache bei Frauen im Alter von 25 -35 Jahren.

Eine Hauptursache für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs sind die sogenannten humanen Papillomaviren (HPV), die durch sexuellen Kontakt übertragen werden, von denen aber nur die sogenannten „Hochrisiko-Virustypen“ für die Entstehung des Krebses verantwortlich sind und bei 99 % aller Frauen mit Krebsvorstufen oder Krebs nachgewiesen werden.
Übrigens: Ein Nachweis darüber, dass der HPV-Virus vorliegt, bedeutet nicht, dass Krebs oder Krebsvorstufen vorliegen. – Dies kann nur durch einen gynäkologischen Abstrich festgestellt werden. Auch die seit einigen Jahren bestehende Impfung bietet keinen 100 %igen Schutz, weshalb die gynäkologische Untersuchung immer, auch trotz Impfung, gemacht werden sollte.

Die Früherkennungsuntersuchung mit dem Pap-Test gibt es bereits seit 50 Jahren (siehe „Historie“) und bietet immer noch eine 80 %ige Erfolgsquote. Neben dem Pap-Test gibt es seit einigen Jahren zudem eine technische Weiterentwicklung mit dem sogenannten ThinPrep Pap-Test, der laut einer Vergleichsstudie gesteigerte Erfolgsquoten in Bezug auf die Zuverlässigkeit und Aussagekraft besitzt.