Hysterektomie: Eine der häufigsten Operationen bei Frauen

Eine Pressemeldung der Initiative „Rettet die Gebärmutter“

Die Gebärmutterentfernung war 2013 mit 150 000 Hysterektomien laut Robert Koch-Institut (RKI) die häufigste Operation bei Frauen in Deutschland. Heute gehört sie immer noch dazu. Dennoch hat sich die Situation gebessert: In den vergangenen Jahren ging die Zahl der Hysterektomien in Deutschland deutlich zurück: Waren es 2013 rund 150.000 Eingriffe pro Jahr, so sind es heute noch etwa 114.000.

Was hat sich seitdem verändert? Minimalinvasive und organerhaltende Therapien sind inzwischen bekannter geworden und werden häufiger eingesetzt. Mehr Ärzte beraten Frauen, die beispielsweise unter starken und langanhaltenden Blutungen oder unter Myomen leiden, umfassend über die modernen Behandlungsmöglichkeiten mit dem Fokus auf die Erhaltung der Gebärmutter.

Positiv gerechnet hat nun nur noch jede siebte statt jede sechste Frau zwischen 18 und 79 Jahren keine Gebärmutter mehr. Etwa die Hälfte der Gebärmutterentfernungen erfolgt bei Frauen zwischen 40 und 49 Jahren.

Ein Grund für den Rückgang der Hysterektomien liegt in der großen Palette an organerhaltenden modernen Therapieoptionen, die inzwischen häufiger auch von den Krankenkassen anerkannt werden und an der steigenden Zahl an Ärzten, die Gebärmutter erhaltend operieren wollen.

Hinzu kommt die verstärkte Diskussion des Themas unter Ärzten, aber auch unter betroffenen Frauen, die heutzutage viel eher eine Zweitmeinung einholen und häufiger hinterfragen, ob eine Gebärmutterentfernung wirklich notwendig ist. Sicher hat auch die rasante Entwicklung des Internets mit Blogs, Foren und thematisch passenden Webseiten zum Rückgang der operativen Eingriffe beigetragen.

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Allerdings: Wir könnten weiter sein.
Immer noch wird in rund 90 Prozent der gutartigen Erkrankungen die Gebärmutter entfernt. Auch die Hauptindikationen für eine Hysterektomie haben sich nicht geändert. Es sind:

  • starke Blutungen,
  • Störungen und Schmerzen bei der Menstruation,
  • Endometriose(gutartige, meist schmerzhafte Wucherungen von Gewebe der Gebärmutterschleimhaut),
  • große und rasch wachsende oder in großer Zahl auftretende Myome(gutartige Wucherungen der Gebärmuttermuskulatur) und
  • die Senkung des Uterus (Gebärmuttersenkung)

Für einige der Ursachen gibt es inzwischen mehrere Behandlungsoptionen, die den Gebärmuttererhalt ermöglichen. Baut sich beispielsweise während des Zyklus die Gebärmutterschleimhaut sehr stark auf und verursacht dadurch langanhaltende und starke Blutungen, so kann die Verödung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumablation) den Blutverlust regulieren oder sogar stoppen.

Falls Myome die Verursacher der Blutungen sind, gibt es ebenfalls mehrere operative und radiologische Behandlungsmöglichkeiten. Hier sollte eine regelmäßige Kontrolle helfen, den Zeitpunkt, bis wann eine Entfernung der Myome noch möglich und sinnvoll ist, nicht zu verpassen.

Die Webseite der Initiative „Rettet die Gebärmutter“ bietet neben der Beschreibung der Therapien ein Forum für betroffene Frauen und ihre Angehörigen, Tipps und Anträge zur Kostenerstattung, Pressetexte, Ärzteadressen und Meinungen, Erfahrungsberichte von Frauen, Umfrage, Beratungstelefon und vieles mehr. Neu hinzugekommen sind Video-Interviews mit renommierten Ärzten zum Thema Myombehandlung, Patientinnenrechte und Endometriumablation.

Webseite: www.rettet-die-gebaermutter.de und natürlich auch auf Facebook: www.facebook.com/rettet.die.gebaermutter

Kontakt: Initiative „Rettet die Gebärmutter“
Ansprechpartnerin: Andrea Hartmann
Tel.: 06421 3048012
E-Mail: kontakt@rettet-die-gebaermutter.de

Bildmaterial und Infografiken finden Sie auf der Webseite.

Beitragsbild: iStock_000065842739

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Wenn schon Gebärmutterentfernung, dann mit LASH

Die laparoskopische supracervikale Hysterektomie oder kurz LASH hat einige Vorteile im Vergleich zur Gebärmutterentfernung über einen Bauchschnitt.

Sie wird über eine Bauchspiegelung (laparoskopisch) gemacht, das heißt der Eingriff ist minimal-invasiv, es ist kein großer Schnitt in den Bauch notwendig. Dementsprechend kürzer ist dann auch die Liegezeit (ca. 3 Tage weniger), die Frauen erholen sich sehr viel schneller.

Ein weiterer Vorteil ist der Erhalt des Gebärmutterhalses und damit auch der bekleidenden Band-Strukturen. Dadurch wird das Risiko einer Beckenbodensenkung erheblich gesenkt. Außerdem ist der operative Aufwand und somit auch die Komplikationsrate geringer.

Die LASH  wird bei Frauen eingesetzt, die unter Schmerzen und Blutungsstörungen leiden, vor allem, wenn diese auf z. B. einen Uterus myomatosus zurückzuführen sind.

Eine Voraussetzung für die Methode ist das Fehlen bösartiger Veränderungen am Gebärmutterhals und am Gebärmutterkörper.

Weitere Infos: www.rettet-die-gebaermutter.de

Bi-Clamp-Verfahren

Diese Methode ermöglicht eine Operation durchzuführen, ohne dass
Umstechungen gemacht werden müssen. Das Gewebe wird
versiegelt, bevor es durchtrennt wird. Die Vorteile der Methode liegen unter anderem darin, dass kein Fadenmaterial in den Körper eingebracht werden muss.
Außerdem ist der Blutverlust bei dieser Technik sehr gering, was von Vorteil für die Regeneration der Patienten ist. Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass es durch den schonenden Eingriff zu weniger Schmerzen nach der Operation kommt.

Dieses Verfahren wird bei allen Bauchspiegelungen und bei den meisten Gebärmutterentfernungen durchgeführt.

Adenomyose (Adenomyosis uteri)

Bei einer Adenomyose handelt es sich um eine spezielle Form der Endometriose. Während sich bei der Endometriose die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) im Bauch- und Beckenraum bzw. an den Eierstöcken festsetzt, befällt sie bei einer Adenomyose die Gebärmuttermuskulatur (Myometrium).

Die Erkrankung ist chronisch und häufig mit starken Schmerzen verbunden. In Deutschland sind ca. 2% der weiblichen Bevölkerung davon betroffen.

Obwohl sie häufig erst bei Frauen zwischen 40 und 60 Alter auftritt, leiden auch jüngere Frauen darunter. Die Adenomyose kann bei ihnen auch ein Grund für einen unerfüllten Kinderwunsch sein.

Symptome
Diese sind von Frau zu Frau unterschiedlich. Dennoch sind häufige Symptome

Blutungsstörungen bis hin zu einer Menorrhagie und
Schmerzen, die typischerweise etwa eine Woche vor Beginn der Periode auftreten

Diagnose

  • Spiegelung der Gebärmutterhöhle (Hysteroskopie)
  • Transvaginalsonografie
  • Ultraschall
  • Kernspintomografie

Therapie

Die Therapie ist individuell und von Frau zu Frau unterschiedlich. Ausschlaggebend ist hierbei auch das Ziel der Therapie: Schmerzlinderung, Besserung der Blutungsstörung, Kinderwunsch.

Chirurgische Therapie für Frauen mit abgeschlossenem Kinderwunsch:

Chirurgische Maßnahmen mit bestehendem Kinderwunsch:

  • Gefäß-Embolisation

Hormonbehandlung mit

  • Gestagenen
  • oralen Kontrazeptiva
  • Antiöstrogene
  • GnRH-Agonisten

Kombination aus einer chirurgisch-hormonellen Behandlung

Weitere Infos und Arztadressen finden Sie unter www.endometriose-liga.eu

Zahlen und Trends

  • Gebärmutterentfernungen (Hysterektomien) gehören in Deutschland und international zu den häufigsten gynäkologischen Eingriffen.
  • Obwohl der Eingriff bei Krebserkrankungen notwendig ist,  wurde er weitaus häufiger als sogenannter Wahleingriff aufgrund von gutartigen Erkrankungen durchgeführt.
  • Bei etwa jeder sechsten Frau im Alter von 18 bis 79 Jahren wurde in Deutschland die Gebärmutter entfernt.
  • Im Jahr 2012 wurden in Deutschland rund 133.000 Gebärmutterentfernungen durchgeführt.
  • Bei fast der Hälfte der Frauen (48,5 %) fand die Gebärmutterentfernung im Alter von 40 bis 49 Jahren statt. Das Durchschnittsalter liegt bei 43 Jahren
  • Die häufigsten Gründe für eine Gebärmutterentfernung sind Myome und sehr starke Regelblutungen sowie eine Gebärmuttersenkung.
  • Bei etwa 20 – 30 % aller Frauen über 30 Jahre liegen Myome vor, allerdings verursachen sie nur bei rund der Hälfte der Frauen Beschwerden.
  • Bildung, Übergewicht und Anzahl der Geburten stehen im Zusammenhang mit der Häufigkeit der Gebärmutterentfernung.
  • Als Grundlage für eine einheitliche Indikationsstellung wird derzeit eine Leitlinie für medizinische Maßnahmen und Methoden in Bezug auf die Hysterektomie unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe erarbeitet. Diese soll Ende 2014 fertiggestellt sein.
  • Es sollte jeder betroffenen Frau möglich sein, nach individueller Beratung und Abwägung von Nutzen und Risiken, eine informierte Entscheidung über eine Gebärmutterentfernung zu treffen.

(Quelle: Robert Koch Institut, 1/2014 5. Jahrgang)

LASH

Die laparoskopische supracervikale Hysterektomie oder kurz LASH

Die LASH wird zunehmend eingesetzt. Sie hat einerseits den Vorteil, dass die Hysterektomie laparoskopisch, also über eine Bauchspiegelung gemacht wird und nicht über einen Bauchschnitt.

Ein weiterer Vorteil ist der Erhalt des Gebärmutterhalses und der bekleidenden Band-Strukturen. Das Risiko einer Beckenbodensenkung wird dadurch erheblich niedriger. Zudem ist der operative Aufwand und die Komplikationsrate geringer und die Erholung verläuft sehr viel schneller. Auch der stationäre Aufenthalt in der Klinik ist bei der LASH mit 2 – 3 Tagen kürzer.

Die LASH  wird bei Frauen eingesetzt, die unter Schmerzen und Blutungsstörungen leiden, v. a. wenn diese auf z. B. einen Uterus myomatosus zurückzuführen sind.
Eine Voraussetzung für die Methode ist das Fehlen bösartiger Veränderungen am Gebärmutterhals und am Gebärmutterkörper.