Polypen – Ursache, Diagnose und Behandlung

PolypenPolypen sind meist ungefährliche Geschwulste. Sie wachsen auf der Schleimhaut in der Gebärmutter oder auch im Gebärmutterkanal. Sie sind gutartig und oft bemerken Frauen gar nicht, dass sie Polypen haben, es sei denn, der Arzt entdeckt sie. Manchmal verursachen sie jedoch Beschwerden. Da sie weich und leicht verletzbar sind, bluten sie sehr schnell. Ein Polyp kann also Ursache für Zwischenblutungen, unregelmäßige und auch starke Blutungen sein.

Grundsätzlich sind Polypen  Gewebeablagerungen, die sich überall entwickeln können, wo sich im menschlichen Körper Schleimhäute befinden: in der Nase, im Darm oder in der Gebärmutter.

Die genaue Ursache für das Entstehen von Polypen ist nicht geklärt, allerdings vermutet man einen Zusammenhang zwischen der Hormonproduktion von Östrogen und Gestagen und einem Ungleichgewicht beider, wie etwa in den Wechseljahren. Die Folge ist eine überdurchschnittlich hohe Zellteilung in manchen Bereichen der Schleimhaut.

Diagnose
Durch einen vaginalen Ultraschall untersucht der Arzt die Innenwände der Gebärmutter. Haben sich dort Polypen gebildet, sollten sie regelmäßig überprüft werden. Befinden Sie sich im Gebärmutterhals und/oder verursachen Blutungen, sollten sie entfernt werden.

Behandlung
Kleine Polypen an der Oberfläche des Gebärmuttermundes werden häufig, gleich in der Praxis, unter örtlicher Betäubung abgetragen.

Größere Polypen oder Polypen in der Gebärmutter werden hysteroskopisch (Gebärmutterspiegelung) entfernt. Die Geräte, z. B. MyoSure, werden mit Hilfe einer kleinen Kamera durch die Scheide in die Gebärmutter eingeführt. Der Eingriff kann in einem ambulanten Operationszentrum oder in einem Krankenhaus durchgeführt werden. Er dauert in der Regel etwa 15 Minuten.

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Myome – Kein Grund für eine Gebärmutterentfernung

Viele Frauen haben Myome: Etwa jede vierte Erwachsene im Alter zwischen 35 und 50 Jahren. Da sie aber häufig keine Beschwerden bereiten, bleiben sie unbemerkt.

Je nach Lage, Anzahl oder Größe können Myome aber auch die Ursache für Schmerzen und lang anhaltende, starke Monatsblutungen (Menorrhagie) sein.

Bei älteren Frauen mit abgeschlossenem Kinderwunsch galt früher die Gebärmutterentfernung als Standard-Therapie. Heute werden zunehmend Organ erhaltende, minimal-invasive Verfahren angewandt, die nur das Myom entfernen. Bei Blutungen verursachenden Myomen erfolgt die Entfernung heute standardmäßig mittels Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung).

Grundsätzlich sind Myome gutartige Wucherungen, die kein Anlass zur Sorge sind. Sie wachsen im Muskelgewebe der Gebärmutter: in der Gebärmutterwand, an ihrer Außenseite oder auch in den Bändern, von denen sie gehalten werden. Einige Myome sind so klein wie ein Reiskorn, andere wachsen bis zu der Größe einer Orange an; sie treten einzeln auf oder auch in großer Anzahl (Uterus myomatosus).

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Myomembolisation

Heute gibt es eine Anzahl verschiedener chirurgischer Behandlungsverfahren, bei denen die Gebärmutter erhalten bleibt. Ihre Anwendung ist abhängig von der Lage, Anzahl und Größe der Myome. Es sind medikamentöse oder chirurgische Therapien möglich, wie die Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) oder die Ausschälung des Myoms (Myomenukleation) sowie modernere Behandlungsmethoden wie die Myomverödung (Embolisation) oder der fokussierte Ultraschall.

Gründe für eine Gebärmutterentfernung sind starke Schmerzen und Blutungen, zudem sehr rasch wachsende Myome oder eine große Anzahl von Myomen (Uterus myomatosus). Wenn Myome auf einer breiten Fläche mit der Gebärmutter verwachsen sind, macht dies ein Herausschneiden der einzelnen Wucherungen nicht mehr möglich. Es würde eine zu große Wundfläche entstehen.

Die Entfernung eines in der Gebärmutterschleimhaut liegenden (submukösen) Myoms, das Verursacher starker Blutungen ist, erfolgt heute standardmäßig mittels Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung) durch den Gebärmutterhals.

Bei der sogenannten hysteroskopischen Myomenukleation wird ein Hysteroskop durch die Scheide und den Gebärmutterhals in die Gebärmutter eingeführt. Ein Hysteroskop ist ein dünnes, teleskopartiges Instrument welches dem Arzt erlaubt, die Myome zu sehen. Da die Geräte ebenfalls durch den Gebärmutterhals eingeführt werden, müssen keine Bauchschnitte vorgenommen werden.

Inzwischen gibt es zwei hysteroskopische Behandlungsmethoden:

Bei der „Hysteroskopie mit Resektionsschlinge“ wird die Gebärmutterhöhle mit einer Spüllösung gedehnt und das Myom mit der Resektionsschlinge abgetragen. Die Myomstückchen werden über den Arbeitskanal des Instruments (Hysteroskop) entfernt.

Die hysteroskopische Morcellation ist in Deutschland relativ neu. Dementsprechend gibt es erst wenige Ärzte, die mit dieser Methode (z. B. MyoSure) behandeln. In Österreich sind der Initiative noch gar keine Anwender bekannt.

In den USA wird die Methode bereits seit Jahren mit Erfolg angewandt und gilt als schonend, komplikationsarm und hinterlässt in der Regel keine Narben. Das Instrument wird durch das Hysteroskop eingeführt und entfernt das Myom mit einer Schneid-Saug-Funktion Stück für Stück direkt durch einen Absaugkanal.

Weitere Informationen finden Sie auch unter: www.rettet-die-gebaermutter.de

Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie)

Spek-Endo-Op-04Die Gebärmutterspiegelung dient sowohl zur Diagnose  als auch zur Therapie. In beiden Fällen wird ein spezielles Endoskop durch die Vagina und den Gebärmutterhals in die Gebärmutterhöhle eingeführt.

Die diagnostische Gebärmutterspiegelung kann ohne Narkose oder unter örtlicher Betäubung und ambulant durchgeführt werden. Der Schaft, der dem Arzt den Einblick ermöglicht, ist nur drei bis fünf Millimeter dick. Die Gebärmutterspiegelung kann dazu dienen, dass der Frauenarzt die Ursachen für Blutungsstörungen und ungewollte Kinderlosigkeit aufspürt. Auch Veränderungen an der Schleimhaut, Polypen oder Myome können so erkannt werden. Zur besseren Sicht des Arztes wird die Gebärmutter während des Eingriffs mit einem Gas oder einer viskosen Flüssigkeit entfaltet.

Für die operative Hysteroskopie muss der Gebärmutterhals bis auf acht Millimeter geweitet werden. Deshalb findet sie unter Vollnarkose statt. Da es bei einer Operation immer zu Blutungen kommt, dient die viskose Flüssigkeit nicht nur zur Entfaltung der Gebärmutter, sondern gleichzeitig zur Spülung des Operationsfeldes. Der Arzt kann während der Hysteroskopie gezielt zum Beispiel veränderte Schleimhaut abtragen oder Gewebe entnehmen, die Schleimhaut veröden, Myome entfernen und verrutschte Spiralen zur Schwangerschaftsverhütung positionieren oder entfernen.

In der Regel ist im Anschluss ein Aufenthalt von nur ca. zwei Stunden notwendig. Eventuell tritt ein periodenartiges Ziehen ein. Ansonsten sind keine Nebenwirkungen bekannt.

Geschichte der Gebärmutterspiegelung

Die Gebärmutterspiegelung oder auch Hysteroskopie ist eine Untersuchungsmethode zur Betrachtung der Gebärmutterhöhle. Spek-Endo-Op-04Die Instrumente werden über die Scheide in die Gebärmutterhöhle eingeführt.

Das Verfahren ist bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts bekannt. Wirkliche Anwendung fand die Methode allerdings erst in den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts, nachdem sie weiterentwickelt worden war.

Zwischen 1980 – 1990 wurde die operative Form der Hysteroskopie entwickelt. Das ermöglichte dem Arzt, die Gebärmutterhöhle nicht nur betrachten zu können, sondern auch zunächst kleinere operative Eingriffe durchzuführen. Dabei wurden über einen Zusatzkanal neben der Kamera auch Operations-Geräte eingeführt.

In dieser Phase konnte man kleinere Polypen entfernen oder Verklebungen lösen und Gewebeproben entnehmen.

In den folgenden Jahren wurde die endoskopische Behandlung weiterentwickelt. Das Resektoskop und das Laser-Hysteroskop sind Resultate davon, wobei das erstgenannte Verfahren von Gynäkologen bevorzugt wird, da es schnellere und z. T. auch bessere Ergebnisse erzielt.

In den Handgriff des Resektoskops können heutzutage verschiedene Arbeitsgeräte eingesetzt werden.

Höhere Schwangerschaftsrate bei moderner Myomentfernung

Laut einem Artikel in der Fachzeitschrift „Der Frauenarzt“ haben Frauen mit Kinderwunsch durch die Entfernung von Myomen oder auch Polypen mit der operativen Hysteroskopie eine sehr viel höhere Chance, nach dem Eingriff noch schwanger werden zu können.  Immer häufiger wird die Myom-Entfernung (Resektion) mit Geräten der neuen Generation sogenannter mechanischer Schneidesysteme (Rotorresektoskope) durchgeführt. Mit Geräten wie dem in Deutschland bislang am häufigsten verwendeten MyoSure sei die OP-Zeit kürzer, die Erfolgsrate höher und die Komplikationsrate deutlich geringer, erläutert der Autor PD Dr. med. Daniel Böhm.

Laut einer Studie konnte eine Verdoppelung der Schwangerschaftsrate nach der Myomentfernung festgestellt werden.
Gründe dafür könnten u. a. die direkte Sicht des Operationsraums durch eine Kamera sein. Dadurch und durch das zusätzlich neue Verfahren der effizienten Gewebeentfernung mittels Rotationsbewegung wird auch das Risiko einer Perforation der Gebärmutterwand entscheidend minimiert.

*Quelle: FRAUENARZT 55 (2014), Nr. 2, S. 156 – 157