Fragen, Fragen … zur Menstruation

Wie berechne ich Beginn und Ende meines Zyklus?
Der Zyklus beginnt am ersten Tag der Monatsblutung und endet am Tag, bevor die nächste Blutung beginnt. Von Frau zu Frau kann der Zyklus unterschiedlich lang sein, außerdem kann er bei jeder Frau mal etwas länger oder etwas kürzer sein. Im „Schnitt“ dauert er 28 Tage.

In welchem Alter beginnt die Periode?
Auch das lässt sich nur ungefähr sagen. Die erste Periode (oder „Menarche“) liegt zwischen dem 10. und 14. Lebensjahr.

Ein erstes Anzeichen ist, dass etwa ein bis zwei Jahre vor der erste Monatsblutung ein klarer, weißlicher Vaginalausfluss auftaucht. Dabei handelt es sich um ein natürliches Scheidensekret und zeigt, dass die Geschlechtsorgane angefangen haben zu arbeiten.

In welchem Alter endet die Periode?
Auch das kann man leider nicht genau sagen. In der Regel beginnen die Wechseljahre zwischen Mitte 40 bis Anfang 50. Der gesamte Prozess der Wechseljahre dauert 10 bis 15 Jahre und endet mit der letzten Regelblutung. Daher kann man das Ende der Wechseljahre ebenso wie das Ende der Regelblutung erst im Nachhinein bestimmen, wenn diese über mindestens ein Jahr ausgeblieben ist. Mehr zu Wechseljahren

Was ist eine Menorrhagie?
Etwa 20 Prozent aller fruchtbaren Frauen, also im Alter ca.  zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr, leiden zeitweise unter starken Blutungsstörungen. Der größte Teil von Ihnen leidet still für sich, weil er glaubt, das man ohnehin nichts daran ändern kann. Amerikanische Umfragen haben ergeben, dass nur etwa 29% der Frauen dieses Thema mit ihrem Arzt besprechen.

Sollten Sie schon länger oder erst seit Kurzem unter starken, lang anhaltenden Monatsblutungen leiden, sprechen Sie bitte Ihren Arzt an. Moderne Behandlungsmethoden helfen Ihnen und geben Ihnen Ihre Lebensqualität zurück.

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Gebärmutterentfernung – Anspruch auf Zweitmeinung wird geprüft

Pressemeldung der Initiative Rettet die Gebärmutter:

Gute Nachrichten für Frauen, die unter starken, lang anhaltenden Monatsblutungen (Menorrhagie) leiden und ausschließlich eine Gebärmutterentfernung empfohlen bekommen haben: Laut der Kassenärztlichen Bundesvereinigung hat im September dieses Jahres der Gemeinsame Bundesausschuss neue Verfahrensregeln festgelegt, durch die Patienten/Patientinnen bei bestimmten planbaren Eingriffen einen Anspruch auf eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung haben.

Die ersten Eingriffe, für die diese Regel zukünftig gelten soll, sind im „Besonderen Teil“ der Zweitmeinungsrichtlinie aufgeführt: Mandeloperationen und das Entfernen der Gebärmutter (Hysterektomie). Weiterhin legt sie fest, welche Module die Zweitmeinung umfasst, für welche planbaren Eingriffe sie möglich ist und über welche besonderen Qualifikationen Ärzte verfügen müssen, die vor einem Eingriff eine Zweitmeinung abgeben dürfen sowie deren geprüfte Unabhängigkeit von wirtschaftlichen Interessen an der Durchführung.

Zweck der neuen Regelung ist die Verringerung sogenannter „mengenanfälliger“ Eingriffe, die nicht immer medizinisch notwendig sind. Die Versicherten sollen dadurch die Möglichkeit erhalten, sich über die Notwendigkeit des vorgeschlagenen Eingriffs und über eventuelle Behandlungsalternativen informieren zu lassen. Dies beinhaltet dann auch die Einsicht in die vorhandenen Befunde des behandelnden Arztes, ein erneutes Anamnesegespräch sowie körperliche Untersuchungen, die in diesem Fall auch ein zweites Mal durchgeführt werden dürfen, soweit sie für die Zweitmeinung relevant sind.

Die Patienten müssen über ihr Recht, eine Zweitmeinung einzuholen, informiert werden. Der festgelegte Zeitraum, in dem dies zu geschehen hat, ist mindestens zehn Tage vor der geplanten Durchführung des Eingriffs. Zudem ist der behandelnde Arzt verpflichtet, die Patienten hinzuweisen, wo sie Kontaktdaten von Ärzten finden können, die eine Zweitmeinung abgeben dürfen.

Die Ärzte, die berechtigt sind, eine Zweitmeinung abzugeben, benötigen eine Genehmigung. Diese erhalten sie von der Kassenärztlichen Vereinigung, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Nun muss die Zweitmeinungsrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) noch vom Bundesministerium für Gesundheit geprüft werden und tritt dann nach der Nichtbeanstandung in Kraft. Anschließend hat der Bewertungsausschuss drei Monate Zeit, die Vergütung festzulegen. Dann kann diese neue Leistung in Anspruch genommen werden.

Die Initiative „Rettet die Gebärmutter“ freut sich über diese Nachricht und hofft auf eine baldige, positive Entscheidung, da die Gebärmutterentfernung in Deutschland immer noch ein „mengenanfälliger Eingriff“ ist. Laut Experten ist sie jedoch häufig medizinisch nicht notwendig, da es inzwischen eine ganze Palette moderner, schonender und organerhaltender Therapieverfahren gibt. Für die Behandlung von Frauen, die unter starken, lang anhaltenden Menstruationsblutungen leiden, gibt es beispielsweise die Möglichkeit einer minimalinvasiven Endometriumablation (Verödung der Gebärmutterschleimhaut). Sind Myome Verursacher der Blutungen, gibt es ebenfalls verschiedene Methoden diese schonend zu entfernen.

Was sind benigne uterine Erkrankungen?

– Das sind gutartige Erkrankungen der Gebärmutter.

Welche Erkrankungen gehören dazu?

Polypen

Polypen sind Ausstülpungen der Gebärmutterschleimhaut. Sie entstehen durch Gewebeveränderungen im Uterus, die operativ entfernt werden können, aber nicht entfernt werden müssen, meist auch nicht entdeckt werden, wenn sie keine Schmerzen verursachen.

Myome

Myome sind gutartige Tumore des Muskelgewebes der Gebärmutterhöhle. Auch sie bleiben häufig unentdeckt, es sei denn, sie verursachen Symptome wie Schmerzen, Blutungen, Unfruchtbarkeit).

Verursachen Polypen oder Myome Symptome, dann sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die Art, Anzahl, Größe und Lage der gutartigen Veränderung abzuklären und zusammen mit dem Arzt eine geeignete Behandlungsmethode zu finden.

Menorrhagie

sind lang anhaltende, sehr starke Monatsblutungen. Sie können u.a. auch durch Myome verursacht werden. Eine weitere Ursache kann die Gebärmutterschleimhaut sein, wenn sie zu stark aufgebaut wird. Viele betroffene Frauen leiden oft sehr lange, bevor sie zum Arzt gehen. Es gibt aber inzwischen sowohl bei Myomen als auch bei anders verursachter Menorrhagie eine ganze Reihe von Behandlungsmethoden, die organerhaltend und sehr schonend sind

Zysten

Dies sind ebenfalls gutartige Gewebeveränderungen. Zysten können aber im ganzen Körper auftreten. Befinden Sie sich an sprich der Gebärmutter oder den Eierstöcken, sind  häufig Hormonschwankungen der Auslöser für die Bildung einer Zyste. Auch Erkrankungen der Schilddrüse oder Funktionsstörungen der Nebennierenrinde können eine Bildung von Zysten begünstigen. Diese Art der Zysten bildet sich meist nach ca. sechs Wochen von allein wieder zurück. Daher ist ein operativer Eingriff oder eine andere Behandlung meist nicht nötig.

Neue Leitlinie für die Beratung und Behandlung

Wir hatten schon darauf hingewiesen, dass die neue Leitlinie zur Behandlung von gutartigen Erkrankungen der Gebärmutter im September veröffentlicht werden sollte.

Dies ist am 18.09.2015 im Rahmen einer Pressekonferenz auf dem Kongress der „Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG) geschehen und wurde mittlerweile in der Presse veröffentlicht.

Den Initiatoren geht es vor allem darum, die Lebensqualität der betroffenen Frauen dank individualisierter, leitliniengerechter Therapie zu verbessern. Dabei sind zwei Aspekte für Frauen, die an Myomen oder etwa unter starken, lang anhaltenden Regelblutungen leiden, sehr positiv:

  1. Laut der Leitlinie sollen Ärztinnen und Ärzte, ihre Patientinnen über alle Behandlungsmöglichkeiten, Nebenwirkungen und Erfolgsaussichten der verschiedenen Optionen informieren. Ärzte und Patientinnen sollen zukünftig in die Lage versetzt werden, gemeinsam die beste Behandlung herauszufinden, in dem neben der Lebenssituation der Frauen auch deren Präferenzen ein hoher Stellenwert zukommt.
  2. Ärzte und Patientinnen erhalten zum ersten Mal einen systematischen Überblick über die Indikationen und Behandlungsmethoden bei gutartigen Erkrankungen. Dabei werden nicht nur die verschiedenen Methoden zur Gebärmutterentfernung eingeordnet, sondern auch die organerhaltenden Methoden, die minimal-invasiv und daher besonders schonend sind.

Die komplette Pressemeldung der DGGG finden Sie hier auf der Webseite der Initiative „Rettet die Gebärmutter“

Endlich: Neue Leitlinie zur Behandlung von gutartigen Erkrankungen der Gebärmutter!

Diese Leitlinie für Ärzte betrifft vor allem auch Frauen, die unter lang anhaltenden, starken Blutungen und Myomen leiden. Hierdurch werden Ärzte aufgefordert, alle Therapien – vor allem die organerhaltenden – zu berücksichtigen und den betroffenen Frauen genau zu erklären!

Die neue Leitlinie ist die erste, die neben der Indikation und Methodik der Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) auch organerhaltende Alternativen systematisch und evidenzbasiert darstellt. Hier werden alle aktuellen indikationsbezogenen Vorgehensweisen zur Behandlung gutartiger Gebärmuttererkrankungen beschrieben. Gibt es mehrere gleichwertige therapeutische Alternativen, sollte die Frau idealerweise selbst entscheiden können, welche Variante, ob Zuwarten, hormonelle Therapie, organerhaltende Operation oder Hysterektomie am besten zu ihr passt. Durch Schaffung von Transparenz und Evidenz sollen Arzt und Patientin in die Lage versetzt werden, gemeinsam die im Individualfall beste Behandlung herauszufinden. Dabei ist die aktuelle Lebenssituation der Frau besonders zu berücksichtigen.

Mitte September findet ein Pressegespräch statt, von dem wir dann berichten werden.

Alle Infos zu organerhaltenden Therapien gibt es hier: www.rettet-die-gebaermutter.de

Das Recht auf ausführliche Beratung

Es ist ganz leicht: Patientinnen und Patienten haben das Recht auf ausführliche Information aller Behandlungsmöglichkeiten!

Leitlinien und Patientenrecht legen die Anforderungen an das ärztliche Beratungsgespräch fest. Beim direkten Kontakt von Arzt und Patient kommt es einem Behandlungsvertrag, bei dem der Arzt nicht nur zur Behandlung selbst, sondern auch zur Information verpflichtet ist. Darunter versteht man eine umfassende und verständliche Erklärung der Diagnose, der voraussichtlichen gesundheitlichen Entwicklung, der gesamten Behandlung und den eventuell nach der Behandlung notwendigen Maßnahmen.

Ärzte sind dementsprechend verpflichtet, die Patientin über alle bestehenden Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. Bei der Entscheidungsfindung über die Behandlung soll außerdem die Patientin mit eingebunden werden (partizipative Entscheidungsfindung).

Es ist also nicht in Ordnung und sogar gegen das Recht der Patientin, wenn ein Arzt einer Frau, die unter starken, lang anhaltenden Blutungen oder / und Myomen leidet, ausschließlich eine Gebärmutterentfernung empfiehlt! Denn es gibt inzwischen eine große Anzahl an Behandlungsmethoden, die die Gebärmutter erhalten.

In Deutschland werden immer noch mehr Gebärmutterentfernungen (ca. 133.000) vorgenommen als in anderen europäischen Ländern. Dabei wäre dies nur bei 10 Prozent der Fälle notwendig, weil eine Krebserkrankung vorliegt.

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Das Recht auf ausführliche Beratung aller Behandlungsmöglichkeiten ©iStock_000039310846X

Weitere Informationen zu den Behandlungsmethoden finden Sie auf www.rettet-die gebärmutter.de

Menorrhagie: Wenn die Monatsblutung das Leben bestimmt

Der Beginn der Monatsblutung ist für jede Frau ein einschneidendes Erlebnis, ebenso wie das Ausbleiben der Regel mit den einsetzenden Wechseljahren etwa um das 50. Lebensjahr. In den etwa 40 Jahren zwischen Beginn und Ende der Periode hat jede Frau durchschnittlich 400 bis 500 Monatsblutungen mit einer Dauer von jeweils vier bis sechs Tagen erlebt.

Allerdings leidet etwa jede fünfte Frau zwischen 30 und 50 Jahren unter einer sogenannten Menorrhagie. Bei ihnen dauert die monatliche Blutung länger als üblich und sie verlieren deutlich mehr Blut. Blutarmut, eine ausgeprägte Müdigkeit durch den entstehenden Eisenmangel, Krämpfe und Bauchschmerzen können die unmittelbaren körperlichen Folgen sein. Die Bewältigung des normalen Tagesablaufs, wie Arbeit, Einkäufe oder Freizeitaktivitäten wie Sport ist in dieser Zeit gar nicht oder nur mit Anstrengung möglich. Für viele der Betroffenen stellt die übermäßige Monatsblutung zudem eine psychische und soziale Belastung dar, die die Lebensqualität zusätzlich stark beeinträchtigt. So trauen sich manche Frauen während der „Tage“ kaum noch an ihren Arbeitsplatz oder überhaupt in die Öffentlichkeit, weil sie peinliche Komplikationen befürchten. Die Periode bestimmt einen großen Teil ihres Lebens.

Ursache einer Menorrhagie können hormonelle Störungen sowie gutartige oder bösartige Veränderungen an der Gebärmutterschleimhaut sein. In den meisten Fällen wird daher zunächst versucht, das Problem mit einer Hormonbehandlung zu lindern oder Geschwülste und Polypen chirurgisch zu beseitigen. Doch oft reichen diese Maßnahmen nicht aus. Den betroffenen Frauen wird dann hierzulande meist zu einer vollständigen Entfernung der Gebärmutter, einer Hysterektomie, geraten.

Dies zeigte auch eine Umfrage* der Initiative „Rettet die Gebärmutter“ unter 409 Frauen.

Ein solch großer operativer Eingriff sei jedoch sehr oft gar nicht notwendig, sagen Experten und verweisen auf moderne Therapieverfahren, mit denen betroffene Frauen deutlich schonender geholfen werden könne. Bei diesen Verfahren wird lediglich die Schleimhaut der Gebärmutter (Endometrium) verödet oder entfernt, so dass sich im monatlichen Zyklus keine neue Schleimhaut mehr aufbauen kann und die Blutung auf ein normales Maß verringert wird oder ganz ausbleibt.

Moderne Operationsmethoden bei Menorrhagie

Interview mit Dr. Rüdiger Söder

„Als engagierter Gynäkologe ist es mir wichtig, dass ich mich für fortschrittliche Verfahren gezielt einsetze und mein Therapieangebot immer wieder daraufhin überprüfe, ob es bereits bessere oder schonendere Verfahren gibt. Es geht mir vor allem darum, dass ich meine Patientinnen mit einem breiten Leistungsspektrum, individuell und auf dem heutigen Stand der medizinischen Technik versorgen kann“, so Söder.

Die derzeitige Situation in Deutschland sieht jedoch leider anders aus. Obwohl es, je nach Ursache für die Blutung, eine ganze Reihe an Behandlungsmöglichkeiten gibt, ist die Methode der Wahl hierzulande meist noch die Entfernung der Gebärmutter.

„Das ist vollkommen unverständlich“, meint Söder, „denn uns steht heute die Endometriumablation zur Verfügung, die in solchen Fällen die Blutung regulieren oder stoppen und die Gebärmutter erhalten. Als es diese modernen Methoden noch nicht gab, blieb bei Blutungsstörungen oft nur die Entfernung der Gebärmutter. Diese ist allerdings ein einschneidender Eingriff für Frauen – psychisch wie körperlich – und er ist zudem verbunden mit Risiken für Folgeerkrankungen wie Harninkontinenz sowie Scheidensenkung. Er sollte deshalb nur dann vorgenommen werden, wenn es keine andere Option gibt.“

Daran anknüpfend erklärt der Gynäkologe: „Sollte die NovaSure-Methode aufgrund von Myomen oder Endometriose (Adenomyosis) nicht möglich sein, so sollte vor der Komplettentfernung der Gebärmutter die endoskopische Teilentfernung der Gebärmutter (LASH) stehen. Diese bringt den gewünschten Therapieerfolg ohne die genannten Risiken der Komplettentfernung der Gebärmutter. Es sollte immer die am wenigsten invasive OP Methode gewählt werden. Ich bin überzeugt davon, dass moderne, Gebärmutter erhaltende Therapien auch in Deutschland zur Routine werden sollten, wie dies in England und den USA bereits seit Jahren der Fall ist.“

Dr. Söder, ebenso wie andere renommierte Gynäkologen in Deutschland, unterstützt die Initiative „Rettet die Gebärmutter“. Interessierte Frauen finden dort alle Informationen zu lang anhaltenden, starken Monatsblutungen, ihrer Diagnose, den Ursachen und Therapiemöglichkeiten. Daneben finden sie Statements von Ärzten, Erfahrungsberichte anderer Frauen und viele nützliche Links. Die Initiative und Ihre Unterstützer setzt sich für die Behandlung mit Organ erhaltenden Therapien in Deutschland ein. Zu finden ist die Seite unter: http://www.rettet-die-gebaermutter.de