Buchtipp: Myome

„Myome“ ist ein Buch, dass gut verständlich geschrieben ist und alle Behandlungsmöglichkeiten aus Schulmedizin, ebenso wie naturheilkundliche Methoden ausführliche beschreibt und dabei viele Tipps bietet.

Von Karin Schönig mit Illustrationen von Brigitta Kerber, herausgegeben vom Frauen-Gesundheitszentrum München. Als Taschenbuch erhältlich, Neuauflage 2014, Preis ca. 8,50 Euro im Buchhandel

Myome – Medikamentöse Optionen

 

Es stehen medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die Antibabypille, auch wenn sie in manchen Fällen die starken Blutungen reduziert, ist keine Behandlungsmethode bei Myomen.

Zu den zugelassenen medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten gehören die „Wechseljahresspritze“ (GnRH-Analoga) und die „Myomtablette“ (Ulipristalacetat,). GnRH-Analoga verursachen einen Stopp der Blutung und ein Schrumpfen der Myome. Durch den Hormonentzug kommt es jedoch zu Wechseljahres-ähnlichen Beschwerden und die Dauer der Behandlung ist daher auf 6 Monate beschränkt. Im Anschluss an die Therapie kommt es meist wieder zu einem schnellen Wachstum der Myome. Ulipristalacetat beeinflusst die Aktivität von Progesteron, einem Hormon, das in der Gebärmutterschleimhaut beziehungsweise in Myomen selbst vorkommt, und entfaltet dort seine Wirkung. Durch die innovative Substanz wird die Blutung meist schnell reguliert oder sogar gestoppt. Die Größe der Myome reduziert sich in sehr vielen Fällen. Typische Beschwerden wie Druck auf den Darm oder die Blase können so verringert werden.

Eine Kombination aus dieser 12-wöchigen medikamentösen Behandlung und einer schonenden operativen Methode scheint bei vielen Myomen sinnvoll zu sein. Denn neben einer sofortigen Beschwerdeverbesserung ist die Patientin in einer besseren körperlichen Verfassung. Durch die Regulierung des starken Blutverlusts, der oft mit einer Blutarmut (Anämie) einhergeht,  bereits vor der Operation, kann die Erkrankungsrate (Morbidität) nach der OP nachweislich gesenkt werden. Seit 2014 kann die 12-wöchige Behandlung mit Ulipristalacetat nun einmal wiederholt werden. Studien zur Langzeit-Intervalltherapie mit dem Medikament sind bereits abgeschlossen und machen Hoffnung, dass zukünftig eine ursächliche Behandlung von Myomen ohne Operation möglich ist.

 

Weitere Informationen unter www.rettet-die-gebaermutter.de

Myomwachstum – Spielt die Ernährung eine Rolle?

Tatsächlich konnten einige Einflüsse der Ernährung auf das Myomwachstum festgestellt werden:
Tierische Fette und Eiweiße regen das Wachstum von Myomen an – die Aufnahme von grünem Gemüse schützt.

Umweltgifte, wie Schwermetalle, Weichmacher und viele weitere Industriechemikalien haben eine Östrogenwirkung und können wie Östrogene das Myomwachstum anregen. – Pflanzenöstrogene scheinen dagegen ein Schutz zu sein, wie bei japanischen Frauen festgestellt wurde, die sich sojareich ernährten.

Ein häufiger Verzehr von einfachen Zuckern und Weißmehlprodukten kommt es zu einer vermehrten Insulinausschüttung. Durch Insulin werden Wachstumsfaktoren in der Gebärmutter gebildet, die die Myome stimulieren.

Es hilft also, wenn man viel Gemüse isst, Fleisch, Milch- und Milchprodukte reduziert und Lebensmittel mit niedrigem Glyx- Index bevorzugt.

Im Diametric-Verlag ist ein Myom-Kochbuch von Gudrun Brachhold erschienen, das einige Tipps zur Umstellung der Ernährung beinhaltet.

Zahl der Gebärmutterentfernungen sinkt

Immerhin: Laut dem Gesundheitsreport 2015 der Barmer Ersatzkasse ist in den letzten zehn Jahren die Anzahl der Hysterektomien (Gebärmutterentfernungen) zurückgegangen. 2006 waren es noch etwa 142.600 Patientinnen. Sechs Jahre später „nur“ noch 133.000 und 2013 konstatierte das Statistische Bundesamt ebenfalls einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Das ist schön aber nicht genug. Auch 2014 (RKI) und heute gehörten und gehören Gebärmutterentfernungen in Deutschland und international immer noch zu den häufigsten gynäkologischen Eingriffen.

Es ist keine Frage, dass eine Entfernung bei  bösartigen Erkrankungen gerechtfertigt ist, bei einer Krebserkrankung des Gebärmutterhalses,des Gebärmutterkörpers oder der Eierstöcke und Eileiter.

Es geht um die gutartigen Erkrankungen, bei denen die Entfernung der Gebärmutter weitaus häufiger durchgeführt wird. Gründe dafür sind Myome (Muskelknoten), sehr starke, lang anhaltende Regelblutungen oder eine Gebärmuttersenkung. Das ist verwunderlich, gibt es doch inzwischen für diese Erkrankungen bzw. Beschwerden eine ganze Reihe an medikamentösen, radiologischen und operativen Therapiemöglichkeiten, die die Gebärmutter erhalten.

Daher ist es für betroffene Frauen wichtig, sich genau zu informieren, welche Behandlungen es heutzutage gibt und eine eingehende Beratung darüber vom behandelnden Arzt zu verlangen oder im Zweifelsfall eine Zweitmeinung einzuholen.

Die Initiative „Rettet die Gebärmutter“ bietet alle wichtigen Informationen zu den Therapien auf der Internetseite http://www.rettet-die-gebaermutter.de oder auch im persönlichen Gespräch. Das Beratungstelefon (keine medizinische Beratung) ist Montag – Freitag von 09:00 – 16:00 Uhr besetzt.

Myome beeinträchtigen die Lebensqualität, Teil 2

Laut einer Umfrage beeinträchtigen Myome und ihre Begleiterscheinungen, wie beispielsweise  starke, lang anhaltende Blutungen und damit einhergehender Eisenmangel oder sogar Anämie, das Leben der betroffenen Frauen privat wie beruflich.

Myome beeinflussen das soziale Leben

  • 57% der Betroffenen sind besorgt, Blutflecken auf Kleidung und Bettwäsche zu hinterlassen
  • 54% der Betroffenen passen ihre Ferienaktivitäten den Beschwerden an
  • 53% der Betroffenen vermeiden lange Reisen während ihrer Periode
  • 41% der Betroffenen sind in ihren sportlichen Aktivitäten eingeschränkt

39% der Betroffenen nehmen nicht mehr an sozialen Veranstaltungen teil wie Restaurant, Kino, Theater und Konzerte

 

Quelle: Media Briefing ‘Uterine Fibroids – From coping to taking control. A long term medical approach to managing uterine fibroids’, 9. Oktober 2015, im Rahmen des 24. ESGE-Kongresses (European Society for Gynaecological Endoscopy), 7.-10. Oktober 2015, Budapest

Weitere Infos zu Myomen: http://www.rettet-die-gebaermutter.de

Gebärmutterentfernung – Wann geht es nicht anders?

Manchmal geht es nicht anders: Eine Gebärmutterentfernung ist die einzige Möglichkeit, dem Leiden ein Ende zu setzen. Dies sollte natürlich erst nach Abklärung aller anderen organerhaltenden Therapiemöglichkeiten geschehen. Es sollten Beratungsgespräche stattgefunden haben und die betroffene Frau sollte überzeugt davon sein, dass es der richtige Schritt für sie ist.

Wann ist eine Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) notwendig?

Eine Gebärmutterentfernung (bei gutartigen Erkrankungen) ist notwendig, wenn organerhaltende Maßnahmen wie z. B. eine Hormonbehandlung oder eine Endometriumablation (Verödung der Gebärmutterschleimhaut) nicht geholfen haben oder nicht mehr möglich sind, wenn:

  • Myome so groß werden, dass sie starke Schmerzen verursachen und/oder angrenzende Organe betroffen sind,
  • Myome starke Blutungen auslösen, aber durch ihre Größe oder Lage nicht entfernt werden können
  • die Myome zwar nicht groß sind, dafür aber eine Vielzahl kleiner Myome Schmerzen und/oder starke Blutungen verursachen
  • eine fortschreitende Endometriose vorliegt
  • trotz einer Verödung der Gebärmutterschleimhaut starke und lang anhaltende Blutungen wieder auftreten

Weitere Informationen: http://www.rettet-die-gebaermutter.de

Was sind benigne uterine Erkrankungen?

– Das sind gutartige Erkrankungen der Gebärmutter.

Welche Erkrankungen gehören dazu?

Polypen

Polypen sind Ausstülpungen der Gebärmutterschleimhaut. Sie entstehen durch Gewebeveränderungen im Uterus, die operativ entfernt werden können, aber nicht entfernt werden müssen, meist auch nicht entdeckt werden, wenn sie keine Schmerzen verursachen.

Myome

Myome sind gutartige Tumore des Muskelgewebes der Gebärmutterhöhle. Auch sie bleiben häufig unentdeckt, es sei denn, sie verursachen Symptome wie Schmerzen, Blutungen, Unfruchtbarkeit).

Verursachen Polypen oder Myome Symptome, dann sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die Art, Anzahl, Größe und Lage der gutartigen Veränderung abzuklären und zusammen mit dem Arzt eine geeignete Behandlungsmethode zu finden.

Menorrhagie

sind lang anhaltende, sehr starke Monatsblutungen. Sie können u.a. auch durch Myome verursacht werden. Eine weitere Ursache kann die Gebärmutterschleimhaut sein, wenn sie zu stark aufgebaut wird. Viele betroffene Frauen leiden oft sehr lange, bevor sie zum Arzt gehen. Es gibt aber inzwischen sowohl bei Myomen als auch bei anders verursachter Menorrhagie eine ganze Reihe von Behandlungsmethoden, die organerhaltend und sehr schonend sind

Zysten

Dies sind ebenfalls gutartige Gewebeveränderungen. Zysten können aber im ganzen Körper auftreten. Befinden Sie sich an sprich der Gebärmutter oder den Eierstöcken, sind  häufig Hormonschwankungen der Auslöser für die Bildung einer Zyste. Auch Erkrankungen der Schilddrüse oder Funktionsstörungen der Nebennierenrinde können eine Bildung von Zysten begünstigen. Diese Art der Zysten bildet sich meist nach ca. sechs Wochen von allein wieder zurück. Daher ist ein operativer Eingriff oder eine andere Behandlung meist nicht nötig.

Neue Leitlinie für die Beratung und Behandlung

Wir hatten schon darauf hingewiesen, dass die neue Leitlinie zur Behandlung von gutartigen Erkrankungen der Gebärmutter im September veröffentlicht werden sollte.

Dies ist am 18.09.2015 im Rahmen einer Pressekonferenz auf dem Kongress der „Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG) geschehen und wurde mittlerweile in der Presse veröffentlicht.

Den Initiatoren geht es vor allem darum, die Lebensqualität der betroffenen Frauen dank individualisierter, leitliniengerechter Therapie zu verbessern. Dabei sind zwei Aspekte für Frauen, die an Myomen oder etwa unter starken, lang anhaltenden Regelblutungen leiden, sehr positiv:

  1. Laut der Leitlinie sollen Ärztinnen und Ärzte, ihre Patientinnen über alle Behandlungsmöglichkeiten, Nebenwirkungen und Erfolgsaussichten der verschiedenen Optionen informieren. Ärzte und Patientinnen sollen zukünftig in die Lage versetzt werden, gemeinsam die beste Behandlung herauszufinden, in dem neben der Lebenssituation der Frauen auch deren Präferenzen ein hoher Stellenwert zukommt.
  2. Ärzte und Patientinnen erhalten zum ersten Mal einen systematischen Überblick über die Indikationen und Behandlungsmethoden bei gutartigen Erkrankungen. Dabei werden nicht nur die verschiedenen Methoden zur Gebärmutterentfernung eingeordnet, sondern auch die organerhaltenden Methoden, die minimal-invasiv und daher besonders schonend sind.

Die komplette Pressemeldung der DGGG finden Sie hier auf der Webseite der Initiative „Rettet die Gebärmutter“

Endlich: Neue Leitlinie zur Behandlung von gutartigen Erkrankungen der Gebärmutter!

Diese Leitlinie für Ärzte betrifft vor allem auch Frauen, die unter lang anhaltenden, starken Blutungen und Myomen leiden. Hierdurch werden Ärzte aufgefordert, alle Therapien – vor allem die organerhaltenden – zu berücksichtigen und den betroffenen Frauen genau zu erklären!

Die neue Leitlinie ist die erste, die neben der Indikation und Methodik der Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) auch organerhaltende Alternativen systematisch und evidenzbasiert darstellt. Hier werden alle aktuellen indikationsbezogenen Vorgehensweisen zur Behandlung gutartiger Gebärmuttererkrankungen beschrieben. Gibt es mehrere gleichwertige therapeutische Alternativen, sollte die Frau idealerweise selbst entscheiden können, welche Variante, ob Zuwarten, hormonelle Therapie, organerhaltende Operation oder Hysterektomie am besten zu ihr passt. Durch Schaffung von Transparenz und Evidenz sollen Arzt und Patientin in die Lage versetzt werden, gemeinsam die im Individualfall beste Behandlung herauszufinden. Dabei ist die aktuelle Lebenssituation der Frau besonders zu berücksichtigen.

Mitte September findet ein Pressegespräch statt, von dem wir dann berichten werden.

Alle Infos zu organerhaltenden Therapien gibt es hier: www.rettet-die-gebaermutter.de

Das Recht auf ausführliche Beratung

Es ist ganz leicht: Patientinnen und Patienten haben das Recht auf ausführliche Information aller Behandlungsmöglichkeiten!

Leitlinien und Patientenrecht legen die Anforderungen an das ärztliche Beratungsgespräch fest. Beim direkten Kontakt von Arzt und Patient kommt es einem Behandlungsvertrag, bei dem der Arzt nicht nur zur Behandlung selbst, sondern auch zur Information verpflichtet ist. Darunter versteht man eine umfassende und verständliche Erklärung der Diagnose, der voraussichtlichen gesundheitlichen Entwicklung, der gesamten Behandlung und den eventuell nach der Behandlung notwendigen Maßnahmen.

Ärzte sind dementsprechend verpflichtet, die Patientin über alle bestehenden Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. Bei der Entscheidungsfindung über die Behandlung soll außerdem die Patientin mit eingebunden werden (partizipative Entscheidungsfindung).

Es ist also nicht in Ordnung und sogar gegen das Recht der Patientin, wenn ein Arzt einer Frau, die unter starken, lang anhaltenden Blutungen oder / und Myomen leidet, ausschließlich eine Gebärmutterentfernung empfiehlt! Denn es gibt inzwischen eine große Anzahl an Behandlungsmethoden, die die Gebärmutter erhalten.

In Deutschland werden immer noch mehr Gebärmutterentfernungen (ca. 133.000) vorgenommen als in anderen europäischen Ländern. Dabei wäre dies nur bei 10 Prozent der Fälle notwendig, weil eine Krebserkrankung vorliegt.

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Das Recht auf ausführliche Beratung aller Behandlungsmöglichkeiten ©iStock_000039310846X

Weitere Informationen zu den Behandlungsmethoden finden Sie auf www.rettet-die gebärmutter.de